Riß, S. (2026). Frauengerechter Wohnbau in Österreich: Gleichstellungspolitischer Anspruch und strukturelle Relevanz von Modellprojekten. TU Wien Academic Press. https://doi.org/10.34727/2026/isbn.978-3-85448-081-5
Wohnen ist eine zentrale soziale Infrastruktur und zugleich ein politisches Handlungsfeld, in dem Geschlechterverhältnisse und Sorgearbeit bis heute ungleich verankert sind. Der frauengerechte Wohnbau entstand aus feministischen Planungsdebatten, macht strukturelle Ausschlüsse sichtbar und hinterfragt vermeintlich neutrale Normen in der Planung. Mit der gleichberechtigten Einbindung von Frauen als Auftraggeberinnen, Planerinnen und Nutzerinnen sowie der Berücksichtigung von Alltagspraktiken, vielfältigen Haushaltsformen und gemeinschaftlichen Räumen formuliert er einen grundlegenden Transformationsanspruch für den öffentlichen Wohnbau.
Erstmals widmet sich dieses Buch den im frauenpolitischen Kontext entwickelten frauengerechten Modellwohnprojekten im österreichischen geförderten Wohnbau. Anhand einer qualitativ-empirischen Fallstudie werden ihre Entstehung, Umsetzung und langfristigen Wirkungen nachgezeichnet. Die Analyse macht sichtbar, wie insbesondere in Wien innovative Impulse dauerhaft in Förderinstrumente und Planungsprozesse integriert werden konnten – mit internationaler Ausstrahlung. Das Buch zeigt, wie die in frauengerechten Modellprojekten entwickelten Ansätze maßgeblich zur gendersensiblen, sozial gerechten und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Wohnbaus beitragen.
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Housing is a central social infrastructure and, at the same time, a political field of action in which gender relations and care work remain unequally anchored to this day. Women-friendly housing emerged from feminist planning debates, highlights structural exclusion and questions supposedly neutral standards in planning. By equally involving women as clients, planners and users, and considering everyday practices, diverse household forms and communal spaces, it formulates a fundamental demand for transformation in public housing.
This book is the first to focus on women-friendly model housing projects developed in the context of women's politics in Austrian subsidised housing. A qualitative empirical case study traces their development, implementation and long-term effects. The analysis reveals how, in Vienna in particular, innovative ideas have been permanently integrated into funding instruments and planning processes – with international appeal. The book shows how the approaches developed in women-friendly model projects contribute significantly to the gender-sensitive, socially just and sustainable further development of housing construction.
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Additional information:
„Das Buch gibt einen exzellenten Überblick zur Geschichte des frauengerechten Wohnbaus im deutschsprachigen Raum. Es ist ein Grundlagenwerk
zu frauenspezifischer Pionierarbeit im österreichischen geförderten Wohnbau. Alle Modellwohnprojekte werden vollständig sichtbar gemacht und in deutsche und österreichische Wohnbaupolitik, Planungsstrukturen und Frauenpolitik eingeordnet.“ Christine Hannemann, Architektur- und Wohnsoziologin.
„Impulsgebende Erfolge von Frauenprojekten bleiben in der üblichen Rezeption oft unerwähnt und werden vom ‚Malestream‘ absorbiert.
Dieses Buch wirkt dem gezielt entgegen und zeigt die Leistungen der Projekte und ihre wegweisende Bedeutung, aber auch systemischen
Widerstände sowie klar auf.“ Eva Kail, Stadtplanerin und Expertin für gendergerechte Planung und Stadtentwicklung
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Research Areas:
Urban and Regional Transformation: 70% Development and Advancement of the Architectural Arts: 30%