dc.description.abstract
Der Ausbau erneuerbarer Energien bringt neue Herausforderungen für die Stromnetze der Zukunft, aufgrund der stärkeren Belastung und der Notwendigkeit des Ausgleichs der volatilen Erzeugung, mit sich. Wie Batteriespeicher hier Abhilfe schaffen können, und ob sie bei derzeitigen Kosten wirtschaftlich sind, wird in dieser Arbeit erörtert.<br />Die notwendige Dimensionierung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher - Kombisystemen, um verschiedenste Einsatzziele, wie die Verringerungen von Spitzenlasten, Leistungsautarkie, Arbitragegewinnen, die Lieferung von Ausgleichsenergie oder die Verwandlung der volatilen PV-Erzeugung in eine Bandlieferung, zu erreichen, wird ermittelt, und daraus die Kosten abgeleitet. Diese Kosten werden dem Nutzen dieser Anlagen, wie zusätzliche Erlöse durch Energieeinsparungen und Rückspeisungen, aber auch Einsparungen auf Seiten der Netzbetreiber, gegenübergestellt. Bei der Spitzenlastreduktion (Reduktion der Lastspitzen im Stromnetz) zeigt sich eine stark überproportionale Steigerung der notwendigen Anlagengröße, und damit auch den Kosten, um den Faktor 15 für die PV-Anlage und einen Faktor 17 für den Batteriespeicher, bei einer Steigerung des Spitzenlastreduktionsfaktors von 20% bis 80%. Bei einer 80% Spitzenlastreduktion müssten sich daher Einsparungen für den Netzbetreiber ergeben, die einem Tausch eines Stromkabels von 1,8km Länge entsprächen.<br />Die Leistungsautarkie (Leistungsautarker Betrieb eines Haushalts durch PV-Anlage in Kombination mit Batteriespeicher) würde sich erst bei einer Kabellänge von 7km rentabel darstellen lassen, da auch hier die schwachen Wintermonate die Dimensionierung des Kombinationssystems bestimmen. Es wären dadurch eine 18,8 kWp PV-Anlage mit einem 223 kWh Batteriespeicher notwendig, bei einem Einfamilienhaushalt mit zwei Kindern und Vanadium-Redox Batterietechnologie.<br />Die Analyse der Peak/Off Peak-Arbitrage (Nutzung der Preisdifferenzen zu Hoch- und Niederpreiszeiten) hat gezeigt, dass die Kosten für den Einsatz eines Batteriespeicher 60 mal höher sind als die erzielbaren Gewinne, die durch seine Einführung erzielt werden können, bei direktem Betrieb am Spot-Markt. Auch die PV-Anlage selbst ist ohne Einspeisetarife nicht wirtschaftlich betreibbar.<br />Bei einer bereits fix projektierten Anlage können, durch die Bereitstellung von Regelenergie in Zeiten überschüssiger Batteriekapazitäten, die Erlöse des Kombisystems um 30% erhöht werden, sofern entsprechende Batterietechnologien, wie Natrium-Schwefel oder Vanadium-Redox, verwendet werden, die durch die Mehrbelastung weniger beansprucht werden als eine Blei-Säure Batterie. Zu beachten hierbei ist allerdings, dass solche Kombisysteme nur im geclusterten Betrieb für die Regelenergiebereitstellung betrieben werden können, aufgrund von Mindestleistungen die von der APCS (Austrian Power Clearing & Settlement) gefordert werden.<br />Auch der Einsatz von Batteriespeichern zur Vergleichmäßigung volatiler Erzeugungsprofile von erneuerbaren Energieträgern, kann mit den Kosten für Pumpspeicherkraftwerke nicht konkurrieren. Batteriespeicher müssten auch hier um einen Faktor 3 günstiger werden, um mit herkömmlichen Speichertechnologien vergleichbar zu werden.<br />Im Vergleich der Batterietechnologien weist die Blei-Säure Batterie die geringsten Kosten auf, bei Anwendungen, die eine geringe Belastung für die Batterie darstellen, wie der Ausgleich von Lastspitzen. Für Anwendungen mit hoher Batteriebeanspruchung, wie Bereitstellung von Regelenergie oder Peak/Off Peak Arbitrage, ist die Natrium-Schwefel Batterie bei den gewählten Kostenparametern vorzuziehen.<br />Allgemein wären für ganz Österreich, bei einer 1% Durchdringungsrate der vorhandenen PV-Potentiale, basierend auf Analysen des Projektes REGIO ENERGY [1], 630 MWp ausgebaute PV-Spitzenleistung realisierbar, welche in Batterie-Speicherkapazitäten von 1,5 GWh bis 7 GWh (je nach Anwendungsfall), resultieren.<br />
de