Kang, S. (2025). Hortus Conclusus : eine Gedenkstätte für den unauffindbaren Ort und das abwesende Etwas [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.122548
hortus conclusus; Hambach open-pit mine; Hambach Forest; Buergewald; Expulsion; memorial
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Abstract:
Der Hambacher Forst, ehemals bekannt als Bürgewald, war über Jahrhunderte hinweg ein dichtes und vielfältiges Ökosystem. Heute jedoch ist von seinen Wäldern, seiner Tierwelt und den umliegenden Dörfern nichts mehr erhalten. An ihrer Stelle befindet sich eine weitläufige, karge Grube. Bereits lange bevor Umweltproteste Anfang des 21. Jahrhunderts öffentliche Aufmerksamkeit auf das Gebiet lenkten, hatte das Energieunternehmen RWE begonnen, den Wald zu roden und die Anwohner für den Braunkohletagebau umzusiedeln. Mit dem nahenden Ende des Abbaus plant RWE, das Gelände in einen großen künstlichen See zu verwandeln. Doch es bleibt fraglich, ob ein solcher Wandel der komplexen Geschichte von ökologischer Zerstörung, erzwungener Umsiedlung und dem Verlust ortsbezogener Erinnerung wirklich gerecht werden kann. Diese Arbeit verfolgt nicht das Ziel, das Gelände zu renaturieren oder in einen Freizeitraum umzuwandeln. Stattdessen werden die derzeitige Isolation und Unzugänglichkeit des Ortes als räumliches Potenzial verstanden. Ausgehend von der symbolischen Parallele zwischen der biblischen Vertreibung aus dem Paradies und der durch den Tagebau verursachten Umsiedlung schlägt diese Studie eine architektonische Antwort vor, welche die räumliche Grenze des Geländes bewahrt. Durch minimale Eingriffe sollen Besucherinnen und Besucher mit der ungelösten Geschichte dieses Ortes konfrontiert werden. Im Zentrum dieser Untersuchung steht das Thema der Vertreibung. Vorgeschlagen wird eine großräumige Gedenklandschaft, die nicht das Vergangene überdeckt, sondern seine Spuren im Heute sichtbar macht und den anhaltenden Verlust im Gelände erfahrbar werden lässt.
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Once known as the Bürgewald, the Hambach Forest sustained a dense and diverse ecosystem for centuries. Today, however, nothing remains of its woodlands, wildlife, or surrounding villages. In their place lies a vast and barren expanse. Long before environmental protests in the early twenty first century brought public attention to the area, the energy company RWE had already begun clearing the forest and relocating residents to make way for lignite mining. As mining operations near completion, RWE has proposed transforming the site into a large artificial lake. However, it remains uncertain whether such a conversion can adequately address the complex histories of ecological destruction, forced displacement, and the erasure of place based memory embedded in this landscape. This study does not aim to restore the site or convert it into a recreational space. Instead, it approaches the site’s current isolation and inaccessibility as a form of spatial potential. Focusing on the symbolic parallels between the biblical expulsion from Eden and the displacement caused by the Hambach mine, the project proposes an architectural response that preserves the boundary of the site. Through minimal intervention, it seeks to confront visitors with the unresolved history embedded in the terrain. Centering on the theme of displacement, this research envisions a large scale memorial landscape that does not seek to cover the past, but instead makes its traces visible in the present and commemorates the loss that continues to linger in the land.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers