Hartmann, L. L. (2025). Metrics of affection : towards a framework for evaluating and transforming unloved architecture [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.117591
Dieses Diplomprojekt untersucht die umstrittene Identität des A1-Fernmeldeturms aus den 1970er-Jahren in Dornbirn, der weithin als Schandfleck kritisiert wird und dennoch einen der prominentesten öffentlichen Plätze der Stadt, den Rathausplatz, besetzt. Trotz bürgerschaftlicher Initiativen, die eine Veränderung fordern, bleibt das Gebäude weitgehend ungenutzt und ästhetisch vernachlässigt. Seine Telekommunikationsinfrastruktur bildet jedoch einen wichtigen regionalen Knotenpunkt, was eine Verlagerung nahezu unmöglich macht und die Frage aufwirft, wie sich der Turm in situ weiterentwickeln und sinnvoll in seinen städtischen Kontext integriert werden könnte.Diese Spannung bildet die zentrale Fragestellung: Was lässt ein Gebäude geliebt werden und wie können Architekt:innen bewusst architektonische Zuneigung hervorrufen? Die Bearbeitung dieser Frage erfordert eine Auseinandersetzung mit Theorie, Geschichte und öffentlicher Wahrnehmung. Das Projekt wurde zu einem persönlichen kuratorischen Prozess, der auf Vitruvianische Prinzipien, situative Ästhetik, radikalen Eklektizismus und aktuelle Debatten über kollektive Schönheit zurückgreift. Das daraus entstehende Narrativ argumentiert, dass Pflege, Wartung und kontextuelle Verträglichkeit unsere Wahrnehmung von Architektur prägen – und doch bleibt die Qualität, die Gebäude wirklich liebenswert macht, schwer fassbar: jenes, was Christopher Alexander als „the quality without a name“ bezeichnete.Aus diesem theoretischen Fundament entwickelt das Projekt ein persönliches Rahmenwerk aus sechs Dimensionen architektonischer Zuneigung: Städtische Resonanz, Programmatischer Wert, Soziale Bedeutung, Symbolisches Begehren, Räumliche Identität und Ästhetische Erscheinung. Jede Dimension beleuchtet einen grundlegenden Aspekt, wie Gebäude von Öffentlichkeit, Eigentümer:innen und der Stadt wahrgenommen werden, und eröffnet einen eigenständigen Weg, architektonische Zuneigung zu fördern. Zusammengenommen bilden sie einen integrierten Ansatz, um den A1-Turm als positiv wirkendes Element des Dornbirner Stadtlebens neu zu denken. Durch iterative Experimente, Materialstudien und visuelle Analysen schlägt das Projekt eine Transformation vor, die auf diesen sechs Dimensionen beruht. Das Ergebnis ist nicht nur ein Entwurf, sondern ein Leitfaden zum Verstehen, Bewerten und bewussten Gestalten jener Qualitäten, die Architektur geliebt machen.
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This diploma project investigates the contested identity of Dornbirn’s 1970s A1 telecommunication tower, widely criticized as a Schandfleck (“eyesore”) and occupying one of the city’s most prominent public squares, Rathausplatz. Despite civic initiatives demanding change, the building remains largely underused and aesthetically neglected. Its telecommunication infrastructure, however, forms a critical regional hub, making relocation nearly impossible and raising the question of how the tower could evolve in place, meaningfully integrated into its urban context.This tension frames the central inquiry: what makes a building loved, and how can architects consciously evoke architectural affection? Addressing this requires exploring theory, history, and public perception. The project became a personal curatorial effort, drawing from Vitruvian principles, situational aesthetics, radical eclecticism, and contemporary debates on collective beauty. The resulting narrative argues that maintenance, care, and contextual compatibility shape our perception of architecture, yet the precise quality that makes buildings beloved remains elusive — what Christopher Alexander called „the quality without a name“.From this theoretical framework, the project develops a personal framework of six dimensions of architectural affection: Urban Resonance, Programmatic Value, Social Significance, Symbolic Desire, Spatial Identity, and Aesthetic Appearance. Each dimension addresses a fundamental aspect of how buildings are perceived by the public, owners, and the city and represents an independent path to fostering architectural affection. Together, they form an integrated approach to reimagining the A1 tower as a positively contributing element of Dornbirn’s urban life. Through iterative experiments, material studies, and visual analyses, the project proposes a transformation grounded in these six dimensions. The result is not merely a design proposal but a guide for understanding, evaluating, and consciously shaping the qualities that make architecture loved.