Reiner, K. (2025). Inversion : Umorientierung der Räume des Fischer-von-Erlach-Traktes des Museumsquartiers zum Innenhof [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.135280
Diese Arbeit behandelt den Bereich des Fischer-von-Erlach-Trakts des Museumsquartiers in Wien. Das Areal der ehemaligen Hofstallungen, geplant von Johann Bernhard Fischer von Erlach durchlebte viele Bauphasen und Erweiterungen. Die Frontfassade mit dem Fischer-von-Erlach-Trakt, ist dabei der älteste Teil der Anlage. Nach der Messenutzung bis in die 1970er Jahre begannen die Planungen zu einem „lebendigen Kulturzentrums“. Das Projekt von Ortner & Ortner ging bei dem Wettbewerb im Jahr 1990 als Siegerprojekt hervor. Das Konzept machte den Innenhof zum Zentrum der Anlage, als Erschließung und Orientierungspunkt, als auch als Aufenthaltsbereich. Der Fischer-von-Erlach-Trakt ist mit seinen Räumlichkeiten sehr stark von diesem Hof abgewandt und ist so leicht zu übersehen, obwohl gerade diese Räume einen wichtigen Teil des Denkmals darstellen. In typologischen Analysen lassen sich die hofseitigen Anbauten an den Trakt als Ursache dafür erkennen. Sie haben ihre erste Erwähnung 1777 als Kommunikationsgang, wurden in Zeichnungen aber als provisorische Einzelbauten abgebildet, die später vereinheitlicht wurden. Heute sind hier geschlossene Neben- und Lagerräume untergebracht, die eine Barriere zwischen Fischer-von-Erlach-Trakt und Hof darstellen.In einem Entwurf soll ein Lösungsvorschlag ausgearbeitet werden, in dem durch einen baulichen Eingriff im Bereich der Anbauten, deren Fassade geöffnet und somit als Barriere aufgelöst werden. Stattdessen soll in Zukunft ein offener Filter- und Schwellenbereich zwischen Innen und Außen entstehen, der im Gegensatz zu unzugänglichen Räumen, die Nutzung und Erschließung des Fischer-von-Erlach-Trakts fördert.
de
This work deals with the area of the Fischer von Erlach wing of the Museumsquartier in Vienna. The area of the former “Hofstallungen”, planned by Johann Bernhard Fischer von Erlach, went through many construction phases and extensions. The front facade with the Fischer von Erlach wing is the oldest part of the complex. After the building was used for trade fairs until the 1970s, plans began for a ‘lively cultural centre’. The project by Ortner&Ortner emerged as the winner of the competition in 1990. The concept made the inner courtyard the centre of the complex, as an access and orientation point, as well as a recreational area. The Fischer-von-Erlach wing with its rooms is very much turned away from this courtyard and is thus easily overlooked, although these rooms in particular represent an important part of the monument. Typological analyses show that the extensions to the wing facing the courtyard are the reason for this. They were first mentioned in 1777 as a communication corridor, but were depicted in pictures as provisional individual buildings that were later standardised. Today, they house closed off storage rooms that form a barrier between the wing and the courtyard.A proposed solution is to be worked out in a draft in which the façade of the annexes is opened up through a structural intervention and thus dissolved as a barrier. Instead, an open filter and threshold area between inside and outside is to be created in future, which, in contrast to inaccessible rooms, promotes the use and accessibility of the Fischer von Erlach wing.