Busch, N. (2025). Interdisziplinäre Ansätze zur Verankerung von Gesundheit in der Wohnbauentwicklung: Eine Untersuchung im Kontext der Immobilienwirtschaft in Wien [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136957
Immobilienentwicklung; Gesundheitsförderung; Health in All Places; Wohnbau; Health Design
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Abstract:
Die vorliegende Masterarbeit geht der Frage nach, wie Wohnbauprojekte gesundheitsorientierter gestaltet werden können. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf den urbanen Raum Wien. Es wird davon ausgegangen, dass eines der wesentlichen Bereiche, die die gebaute Umwelt und gleichzeitig die Gesundheit prägen wie Stadtplanung, Immobilienwirtschaft und Gesundheits- und Sozialpolitik, durch eine verbesserte Abstimmung und fächerübergreifenden Austausch gesündere, lebenswertere und nachhaltiger gebaute Umwelt hervorbringen kann. Das Thema ist nicht nur für immobilienwirtschaftliche Wohnkonzepte relevant, vielmehr ist Gesundheit ein volkswirtschaftlich relevantes Thema, das derzeit eine Verlagerung von der Daseinsvorsorge hin zum Marktangebot erfährt. Handlungsbedarf zeigt sich für die Wohnbauentwicklung insbesondere auch durch die Herausforderung durch den demografischen Wandel, klimatische Veränderungen und soziale Ungleichheiten. Methodisch wird eine Literaturrecherche mit leitfadengestützten Interviews mit Experten aus dem Bereich Gesundheitspolitik, Wohnbauförderung und Immobilienbauträger kombiniert, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigen auf, dass wirksamere gesundheitsorientierte Wohnbauprojekte entwickelt werden können durch frühzeitige und kontinuierliche Vernetzung von den entscheidungsrelevanten Bereichen wie Immobilienwirtschaft, Politik, Gesundheitswesen; durch Integration gesundheitsrelevanter Kriterien und konsequente Verknüpfung von immobilienwirtschaftlichem Know-how mit gesundheits-, sozial- und umweltwissenschaftlichen Erkenntnissen; Transfer von gesundheitsrelevantem Wissen in die Praxis und Steuerung durch regulatorische, organisatorische Instrumente sowie durch finanzielle Anreizsysteme. Während im geförderten Wohnbau über das Vier-Säulen-Modell Kriterien zur sozialen Nachhaltigkeit existieren, die teilweise auch gesundheitsrelevante Faktoren berücksichtigen, fehlen im freifinanzierten Sektor entsprechende Vorgaben und Anreizsysteme. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass nachhaltige gesundheitliche Effekte im Wohnbau nur unter Bedingungen interdisziplinärer Zusammenarbeit und geeigneter Governance-Strukturen erzielt werden können. Eine systemische Verankerung nach dem Prinzip „Health in All Policies“ wird als Voraussetzung betrachtet, um gesundheitliche Aspekte dauerhaft in der Wohnbauentwicklung zu verankern und damit einen Beitrag zur Schaffung gesundheitsfördernder urbaner Lebensumfelder zu leisten.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers