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<div class="csl-entry">Ramm, S. J. (2025, May 8). <i>Circumscriptio, Compositio, Luminum Receptio : Gerundien der operativen Stofflichkeit eines investigativen Rationalismus</i> [Presentation]. 14. Doktoratskolloquium Fakultät für Architektur und Raumplanung 2025, Wien, Austria.</div>
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http://hdl.handle.net/20.500.12708/223963
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Ausgehend von Leon Battista Albertis Traktat De Pictura untersucht diese Arbeit den epistemologischen Wandel der Künste in der Frührenaissance und seine Relevanz für ein zeitgenössisches architektonisches Denken. Alberti etabliert die Malerei als rationale Disziplin, indem er sie auf Geometrie, Optik und Messbarkeit gründet und damit ein Selbstverständnis der Kunst als forschende Praxis formuliert. In diesem Sinne wird Malerei nicht als Vollendung, sondern als Erkenntnisprozess verstanden – eine Auffassung, die mit Merleau-Pontys Konzept der Wahrnehmung als offenes Geschehen korrespondiert. Albertis Perspektivlehre und kompositorische Prinzipien erzeugen einen methodischen Ansatz, der Malerei und Architektur in einen produktiven Dialog mit Natur, Mathematik und Sehtheorie bringt.
Die Arbeit knüpft an diese Tradition an und versteht Wissen in den Künsten als eigenständige Ordnung, die nicht primär problemlösend, sondern imaginativ operiert. Figuration und Abstraktion werden dabei nicht als Gegensätze aufgefasst, sondern als Spannungsfeld produktiver Erkenntnis. Malerische Werke fungieren als transitorische Apparate zwischen Wahrnehmung und Begriff, in denen Figuration als verkörpertes Wissen und Malerei als materielle Kraft wirksam wird. Aufbauend auf Bredekamps Bildakt-Theorie rückt ein „forschender Rationalismus“ ins Zentrum, der Analogie und Transduktion als zentrale Prinzipien architektonischen Denkens begreift. Ziel ist es, Stofflichkeit und Techniken des Bildakts für die Architektur fruchtbar zu machen.
Untersucht wird, wie eine stoffliche Artikulation in der Architektur durch die Übertragung malerischer Techniken auf ideelle Konzepte entwickelt werden kann. Dabei dienen Mechaniken des „Säumens“ als Modell für einen nicht isolierenden, sondern verschränkenden Umgang mit Wissen. Stoffliches Denken bedeutet hier, theoretische Konzepte stets in ihrer Materialität, Prozesshaftigkeit und ethischen Dimension mitzudenken. Die Arbeit fragt danach, welche Mechanismen figuraler Malerei auf Architektur übertragbar sind und wie daraus ein stoffliches Vokabular entstehen kann, das Künstler:innen und Architekt:innen neue methodische Zugänge zu Form und Material eröffnet.
Methodisch basiert die Forschung auf analogem Denken, das Proportionen über unterschiedliche Skalen hinweg vermittelt. Bezug genommen wird auf Deleuze’ Vorlesungen zur Malerei sowie auf Staffords Plädoyer für Analogie als Erkenntnisform. Architektur wird dabei nicht mit Malerei gleichgesetzt, sondern in Relation zu ihr gedacht – als verbindendes Prinzip zwischen Konfiguration und Maßstab. Zur Entwicklung eines Vokabulars figuraler Architektur werden spezifische Artikulationen konstruiert, inspiriert von Albertis Begriffsfeld in De Pictura (etwa circumscriptio, storia, lineamenti oder materia), jedoch bewusst offen und konstellativ gehalten. Lernen von Malerei bedeutet hier weder Analyse noch Synthese, sondern eine spiralförmige, transversale Methodik. Das Übersetzen zwischen Malerei und Architektur wird als skulpturaler Prozess verstanden, der die Instrumente der Technik schärft und eine architektonische Sprache hervorbringt, die Konventionen aufnimmt, sie jedoch über disziplinäre Grenzen hinaus weiterentwickelt.
de
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de
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Analogie
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Circumscriptio, Compositio, Luminum Receptio : Gerundien der operativen Stofflichkeit eines investigativen Rationalismus
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14. Doktoratskolloquium Fakultät für Architektur und Raumplanung 2025
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E259-04 - Forschungsbereich Architekturtheorie und Technikphilosophie