Blasenbauer, D., Fellner, J., Skutan, S., & Lederer, J. (2025). Recycling von Bauschutt durch Nassmechanische Aufbereitung – Ergebnisse einer Anlagenbilanzierung. In Österreichische Abfallwirtschaftstagung 2025 : Postersession : Book of Abstracts (pp. 8–8). http://hdl.handle.net/20.500.12708/224398
Bauschutt; Recycling; Kreislaufwirtschaft im Bauwesen; Nass-mechanische Aufbereitung; Beton; Gesteinskörnung
de
Abstract:
Die Bauindustrie ist stark auf Gesteinskörnung für Beton und Asphalt angewiesen. Zwischen
2012 und 2016 wurden in der EU jährlich etwa 2,1 Milliarden Tonnen Gesteinskörnung
gefördert und verbraucht, was sie zur größten nicht-energetischen Rohstoffindustrie macht.
Gleichzeitig fallen beim Abbruch von Gebäuden erhebliche Mengen an Abfällen an. Im Jahr
2022 entstanden in den 27 EU-Mitgliedstaaten 320 Millionen Tonnen mineralische Abfälle.
Trotz hoher gemeldeter Recyclingraten von Bau- und Abbruchabfällen in der EU deuten
Diskrepanzen bei den Quantifizierungsverfahren und Definitionen darauf hin, dass diese Zahlen
irreführend sein könnten. Zudem gibt es große Unterschiede bei den Recyclingquoten zwischen
verschiedenen Abfallarten, insbesondere bei gemischten Abfällen aus Ziegel, Beton, Keramik,
Steinen, Fliesen, Mörtel und Verputz. Für diese gemischten Bau- und Abbruchabfälle – im
österreichischen Recht Bauschutt genannt – müssen umfassendere Aufbereitungsverfahren
eingesetzt werden, um sie von niederwertigen Anwendungen wie Verfüllung oder Deponie in
eine hochwertige Verwertung in der Bauindustrie umzuleiten.
Diese Arbeit zeigt die Ergebnisse einer Untersuchung an einer industriellen Recyclinganlage
mit nassmechanischer Behandlung für Bauschutt. Die Anlage verwendet ein zweistufiges
Behandlungsverfahren: eine anfängliche trockene Aufbereitung mit Vorsiebung, manueller
Sortierung, Zerkleinerung und Entfernung von Eisenmetallen, gefolgt von einer
Nassbehandlung mit Waschen, mehrstufiger Nasssiebung und Sink-Schwimm-Trennung.
Durch die Nassaufbereitung werden Verunreinigungen wirksam entfernt, sodass hochwertige
rezyklierte Gesteinskörnungen entstehen, die für verschiedene Bauanwendungen geeignet
sind.
Repräsentative Probenahmen über drei Tage, Sortieranalyse, chemische und mineralogische
Analysen, Messungen verschiedener physikalischer Parameter und eine Auswertung der
Materialflüsse wurden genutzt, um den Prozess zu beschreiben und zu bewerten. Etwa 78% des
Eingangsmaterials in die Anlage können als rezyklierte Gesteinskörnung zurückgewonnen
werden, während die restlichen 22% aus Verunreinigungen und Feinanteilen bestehen. Das
nassmechanische Aufbereitungsverfahren reduziert den Gehalt an Verunreinigungen erheblich
und verbessert die Korngrößenverteilung der Gesteinskörnung. Das daraus resultierende
Produkt, das als RH-B 0/16 U-A eingestuft ist, erfüllt alle Anforderungen nach Recycling-
Baustoffverordnung. Durch die Einstufung als U-A Material erreicht es das Abfallende, sodass
es mit CE Kennzeichnung als Produkt gehandelt werden kann. Alle anderen Nebenprodukte
des Prozesses werden einer weiteren stofflichen Verwertung, der Abfallverbrennung oder der
Zementherstellung zugeführt, ohne dass ein Teil davon deponiert wird.
de
Research facilities:
Röntgenzentrum
-
Project title:
Entwicklung von KI-Werkzeugen für eine Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft entlang des Lebenszyklus von Gebäuden: 924022 (FFG - Österr. Forschungsförderungs- gesellschaft mbH)
-
Research Areas:
Efficient Utilisation of Material Resources: 80% Non-metallic Materials: 20%