Dieser Bericht präsentiert die Ergebnisse der hygrothermischen Messungen, die im Zeitraum von Mai bis September 2025 am Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf sowie am Camillo Sitte Bautechnikum Wien durchgeführt wurden. Ziel der Untersuchung war es, die thermische Behaglichkeit in Klassenräumen zu bewerten und die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen gegen sommerliche Überhitzung zu analysieren.
Die Datenerhebung erfolgte über Innenraum-Sensoren zur Messung von Lufttemperatur und relativer Feuchte sowie durch Außenstationen an verschiedenen Standorten. Parallel dazu führten Schüler:innen Protokolle über ihr subjektives Empfinden und dokumentierten Maßnahmen wie Fensterlüftung oder die Nutzung von Sonnenschutz.
Während im Mai die Werte überwiegend im behaglichen Bereich lagen, stieg die Belastung im Juni massiv an. Insbesondere Klassen mit Süd-Südwest-Exposition (wie die 3Bhbt am Camillo Sitte Bautechnikum) wiesen extreme Temperaturspitzen auf und überschritten den ermittelten Unbehaglichkeits-Schwellenwert von 25,8 °C an bis zu 5,5 Stunden pro Schultag.
Das Öffnen von Fenstern erwies sich als die häufigste, aber oft nicht nachhaltige Maßnahme. Ein effektiver Luftwechsel zur Temperaturabsenkung (bis zu 4 °C) gelang nur bei ausreichendem Winddruck; ohne Durchzug stieg die Temperatur aufgrund interner Lasten (Schüler:innen, Geräte) trotz Lüftens oft weiter an.
Versiegelte Flächen und Glasvordächer führten zu lokaler Hitzeentwicklung von bis zu 35 °C. Im Gegensatz dazu bewirkte die natürliche Verschattung durch Bäume ab einer Umgebungstemperatur von ca. 25 °C eine konstante Reduktion der Lufttemperatur um 1 bis 2,5 °C. Es konnte ein Lerneffekt bei den Schüler:innen festgestellt werden; die Fähigkeit, Raumtemperaturen korrekt einzuschätzen, verbesserte sich mit der Anzahl der Schätzungen, wobei tendenziell eher eine Unterschätzung der tatsächlichen Werte vorlag.
Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit wirksamer Beschattungssysteme und einer optimierten Lüftungsstrategie (z. B. Nutzung kühlerer Nacht- und Morgenstunden). Für zukünftige Messreihen wird eine detailliertere Protokollierung (z. B. Öffnungsgrad der Fenster, Luftbewegung) empfohlen, um die Effektivität einzelner Maßnahmen noch präziser quantifizieren zu können.
de
Project title:
Mikroklimatische Freiraumuntersuchungen und co-kreative Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der Klimaresilienz österreichischer Schulen: SPSC_02_014 (OeAD, Agentur für Bildung und Internationalisierung)
-
Research Areas:
Energy Active Buildings, Settlements and Spatial Infrastructures: 30% Environmental Monitoring and Climate Adaptation: 70%