Brasche, T. (2026). FDGB-Ferienheim „Fritz Heckert“ : Umgang mit dem architektonischen Erbe der DDR im peripheren Raum [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.133018
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
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Date (published):
2026
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Number of Pages:
371
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Keywords:
Denkmalpflege; Denkmalpflegerisches Konzept; DDR; Fritz Heckert
de
conservation; conservation management plan; GDR; Fritz Heckert
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Abstract:
Das architektonische Erbe der DDR bildet einen bedeutenden Bestandteil der gesellschaftlichen Identität der lokalen Bevölkerung. Im Zuge der Deutschen Einheit verloren zahlreiche dieser Gebäude ihre Nutzung und stehen seitdem leer oder wurden abgerissen. Insbesondere im peripheren Raum scheiterten – im Gegensatz zu vielen Objekten im urbanen Kontext – oftmals die Versuche, in leerstehenden Gebäuden neue Nutzungen anzusiedeln. Ein Objekt, an dem sich diese Entwicklungen exemplarisch nachvollziehen lassen, ist das ehemalige Ferienheim Fritz Heckert in Gernrode. Gelegen im Naturraum am Rand des Ostharzes, befindet es sich, auch angesichts der Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze, im peripheren Raum. Errichtet zwischen 1952 und 1954, war das Gebäude eines der ersten touristischen Neubauten des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) und nahm dadurch eine wichtige Rolle im staatlich gesteuerten Tourismuswesen der DDR ein. Nach der Deutschen Einheit verlor es seine Nutzung und steht seither leer. Mehrere Konzepte, das Gebäude umzunutzen, scheiterten in den 1990er Jahren. Durch fehlende Nutzung und Vandalismus ist der Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes nachhaltig gefährdet. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Arbeit dem gesellschaftlichen Umgang und der denkmalpflegerischen Bedeutung dieses Erbes. In Abgrenzung zum bereits vielfach bearbeiteten und zum Teil transformierten Bestand im städtischen Raum liegt der Schwerpunkt hier auf dem bisher wenig beachteten peripheren Raum. Ziel dieser Arbeit ist es, die architektonischen und gesellschaftlichen Hintergründe des ehemaligen Ferienheims sowie dessen Bedeutung als Beispiel peripherer DDR-Architektur für den Ort Gernrode und die Region herauszuarbeiten und auf Grundlage einer denkmalpflegerischen Bewertung Potentiale für eine künftige Nachnutzung zu entwickeln.
de
The architectural heritage of the GDR forms an important part of the cultural identity of the local population. In the wake of German reunification, many of these buildings lost their purpose and have since stood empty or been demolished. In contrast to many urban buildings, attempts to find new uses for vacant buildings have often failed, particularly in rural areas.One building that exemplifies these developments is the former Ferienheim (holiday home) Fritz Heckert in Gernrode. Located in a natural area on the edge of the eastern Harz Mountains, it is situated in a peripheral region, also due to its proximity to the former inner-German border. Built between 1952 and 1954, the building was one of the first new tourist buildings constructed by the Free German Trade Union Federation (FDGB) and thus played an important role in the state-controlled tourism sector of the GDR. After German reunification, it fell into disuse and has stood empty ever since. Several concepts for repurposing the building failed throughout the 1990s. Due to the lack of use and vandalism, the preservation of the listed building is seriously endangered.Against this backdrop, this thesis examines society’s approach to this architectural heritage and its significance in terms of historic preservation. In contrast to the already widely studied and in some cases transformed buildings in urban areas, the focus here is on the peripheral areas, which have received little attention to date.The aim of this thesis is to highlight the architectural and social context of the former Ferienheim and its significance as an example of peripheral GDR architecture for the city of Gernrode and the region, as well as to develop potential for future reuse based on a heritage conservation evaluation.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers