Im Rahmen der Studie „Auswirkungen von flächigen Markierungen für den Radverkehr im Kreuzungsbereich“ wurde anhand einer Vorher-Nachher-Untersuchung und einer Online-Befragung untersucht, wie sich (flächige) Bodenmarkierungen auf das Verhalten der Kfz-Lenker:innen und Radfahrer:innen im Kreuzungsbereich auswirken, um Empfehlungen für deren künftige Einsatzbereich abzuleiten. In der Vorher-Nachher-Untersuchung wurden die drei Situationen keine Radinfrastruktur im Kreuzungsbereich („Radweg Ende“), Radfahrerüberfahrt und Radfahrerüberfahrt mit flächiger roter Unterlegung verglichen. In der Online-Befragung wurde die Regelkenntnis aus Kfz-Lenker:innen- und Radfahrer:innenperspektive sowie das Sicherheitsgefühl aus Radfahrer:innensicht für die Situationen keine Radinfrastruktur im Kreuzungsbereich („Radweg Ende“), Radfahrstreifen, flächige rote Markierung, Radfahrerüberfahrt und Radfahrerüberfahrt mit flächiger roter Unterlegung ermittelt.
Die Vor-Ort-Erhebung hat (trotz methodischer Einschränkungen) ergeben, dass die Vorrangänderung (von „Radweg Ende“ für den Radverkehr auf Radfahrerüberfahrt) zu keiner eindeutigen Erhöhung der Annäherungsgeschwindigkeit führt. Bei zusätzlicher roter Unterlegung der Radfahrerüberfahrt konnte jedoch eine geringe Erhöhung der Annäherungsgeschwindigkeit festgestellt werden, was mit einem höheren subjektiven Sicherheitsgefühl erklärt werden kann (vgl. Online-Befragung). Das Anhalteverhalten des Kfz-Verkehrs vor der Radfahrer:innenquerung hat sich durch die Markierung der Radfahrerüberfahrt (also durch Umkehrung der Vorrangsituation) erwartungsgemäß stark erhöht. Die zusätzliche rote Unterlegung hat nur mehr zu einer geringen weiteren Erhöhung der Anhaltebereitschaft geführt.
Die Online-Befragung hat mehrere Erkenntnisse gebracht. Zum einen ist die Regelkenntnis aus Kfz-Lenker:innensicht höher als aus Radfahrer:innensicht. Die Unsicherheit betreffend der Regelkenntnis ist bei einer ausschließlich flächigen roten Markierung der Radquerung im Kreuzungsbereich aus beiden Blickwinkeln am größten, auch wenn sich diese Markierungsart positiv auf das subjektive Sicherheitsempfinden auswirkt. Am sichersten wird aus Radfahrer:innensicht aber eine rot unterlegte Radfahrerüberfahrt bewertet. Diese ist aus Kfz-Lenker:innensicht auch jene, bei der die Vorrangsituation am klarsten ist. Die Regelkenntnis bei einer Radfahrerüberfahrt ohne rote Unterlegung ist ähnlich hoch, das Sicherheitsgefühl aus Radfahrer:innensicht jedoch deutlich niedriger. Die gängige Variante, den Radweg im Kreuzungsbereich zu unterbrechen („Radweg Ende“), wird aus der Radfahrer:innenperspektive trotz guter Regelkenntnis als unsicherste Art empfunden. Die Regelkenntnis aus Kfz-Lenker:innensicht in dieser Situation ist erstaunlich gering.
Aus der Studie lässt sich eine klare Empfehlung für eine Führung des Radverkehrs im Kreuzungsbereich mittels rot unterlegter Radfahrerüberfahrt ableiten. Die Vorrangsituation ist aus Kfz-Lenker:innen- und Radfahrer:innensicht klar verständlich und die subjektive Sicherheit der Radfahrenden am höchsten. Die Aufmerksamkeit der Kfz-Lenker:innen im Kreuzungsbereich dürfte zunehmen; die Anhaltebereitschaft steigt (auch ohne rote Unterlegung) stark an. Klar nicht empfohlen werden kann eine ausschließliche rote Markierung im Kreuzungsbereich mit Radweg-Ende, da hier die Unsicherheit beider Verkehrsteil-nehmer:innengruppen am größten ist, die Situation aber gleichzeitig von Radfahrenden als sicher empfunden wird. Das könnte zu einem erhöhten Konflikt- und Unfallpotenzial führen.
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Project title:
Auswirkungen von flächigen Markierungen für den Radverkehr im Kreuzungsbereich: - (Klimabündnis Oberösterreich)