Citation:
Wörtl-Gössler, J., Machold, U., Korjenic, A., Alasu, S., Zeiner, J., Mayer, I., Muñoz-Czerny, U., Steiner, T., Schindler, K., & Oppel, M. (2026). Zirkuläres Fassaden-Upgrade für Wohngebäude mit vorgehängten Fassaden (FavoriteFacade Re-use Re-duce Re-pair) : Berichte aus Energie- und Umweltforschung 42/2026 (42/2026). Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
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Publication Type:
Report - Research Report
en
Language:
German
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Authors:
Wörtl-Gössler, Jutta
Machold, Uli
Korjenic, Azra
Alasu, Sara
Zeiner, Julia
Mayer, Ines
Muñoz-Czerny, Ute
Steiner, Tobias
Schindler, Karin
Oppel, Magdalena
Machold, Uli
Korjenic, Azra
Alasu, Sara
Zeiner, Julia
Mayer, Ines
Muñoz-Czerny, Ute
Steiner, Tobias
Schindler, Karin
Oppel, Magdalena
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Report No.:
42/2026
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Date (published):
Mar-2026
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Publisher:
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Wien
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Keywords:
re-use
en
Waschbeton Fassade; Begrünung
de
Abstract:
Problemstellung und Komplexität: Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist eine Beschleunigung der umfassenden Sanierung des Gebäudebestands eine zentrale Aufgabe, insbesondere in Städten, die bereits heute gefordert sind, einer Überhitzung des dicht verbauten Stadtraums entgegenzuwirken und effiziente Klimaschutzmaßnahmen voranzubringen.
Die Bausubstanz aus den 60er bis 80er Jahren stellt eine besondere Herausforderung dar, da energieeffizientes Bauen zu dieser Zeit ein untergeordnetes Thema war. In der Stadt Wien wurden rund 35.000 Gebäude, das entspricht etwa einem Viertel der Hauptwohnsitzwohnungen, zwischen 1961-1980 errichtet. Soziale Wohnbauten dieser Zeit sind heute nach wie vor ein wesentliches Rückgrat des Bestands an Mietwohnungen in der Stadt.
„Favorite Facade ReUse“ sondiert die Sanierung von Gebäuden mit Waschbetonfertigteilfassaden und Bandfensterelementen, errichtet in Schottenbauweise. Der für die damalige Zeit hohe Vorfertigungsgrad reagierte auf die Wohnungsnot und den Fachkräftemangel der 1970-ger Jahren in Wien.
Zahlreiche dieser in die Jahre gekommene Bauten bedürfen dringend einer umfassenden, thermischen Sanierung, die zugleich effizient, leistbar, technisch machbar und skalierbar sein muss und nach Möglichkeit ohne Eingriffe in die bewohnten Mieteinheiten erfolgen soll. Nur so ist eine zügige Erhöhung der Sanierungsraten im Sinne des Klimaschutzes erreichbar. Zugleich ist es für die Bewahrung des Stadtbilds und der Vielfältigkeit des städtischen Lebensraums wichtig, diese Gebäude in ihrer ursprünglichen baulichen Charakteristik zu erhalten und aufzuwerten.
Das Ziel der Sondierung ist, Fassadenkomponenten (Fenster und Fertigteile) zu ertüchtigen und
wiederzuverwenden, und zeitgleich die Fassade thermisch und nachhaltig zu optimieren. Zusätzlich wurden unterschiedliche Fassadenbegrünungsvarianten untersucht und ein Konzept für die frühzeitige Einbindung der Bewohner:innen erstellt.
Methodische Vorgehensweise: Anhand von Analysen des Bestandes wurden planliche Untersuchungen, Material- und Konstruktionsprüfungen und bauphysikalische Simulationen durchgeführt und Visualisierungen erstellt. Die Bauteilöffnung ergab einen monolithischen Wandaufbau, der das Dämmen zwischen Waschbetonplatte und Tragstruktur nicht ermöglicht. Der Systemrahmen wurde auf die Betrachtung der Gesamtliegenschaft ausgeweitet, um die Auswirkungen von Verdichtungsmaßnahmen in die CO2-Bilanz aufnehmen zu können. Variantenuntersuchungen mit Fensterertüchtigung, -tausch und Innendämmung der Brüstungen, Außendämmung der blechverkleideten Schotten…) zeigten, dass bereits die Optimierung der Verglasung deutliche Effizienzsteigerungen bringt, während kombinierte Maßnahmen aus Dämmung UND Verdichtung den Heizwärmebedarf um bis zu 61 % reduzieren können. CO₂-Bilanzen verdeutlichen, dass Innendämmvarianten ihre Emissionen 8 von 157 nach etwa 10 Jahren und Kombinationen mit Verdichtungsvarianten bereits nach rund 5 Jahren ausgleichen und sowohl energetisch als auch ökologisch die nachhaltigste Lösung darstellen. Die Umstellung des Heizsystems entfiel.
Ergebnisse: Zur Prüfung der ausgewählte Sanierungsstrategie wurde eine Pilotwohnung umgesetzt: Der Brüstungs-, Sturzbereich wurde innen gedämmt und die Fenster erhalten und nur das Fensterglas durch Vakuumisolierverglasung (Ug-Wert 0,5W/m²K) ersetzt. Vertikale und horizontale Brandüberschläge wurden aufgenommen und im Zuge der Sanierung behoben. Es wurde ein Begrünungskonzept als wirtschaftliche und zugleich vielseitig einsetzbare Variante entwickelt mit troggebundenen Kletterpflanzen und Rankgerüst, bestehend aus einer Kombination von Seilsystemen und Gitterelementen. Eine weitere Begrünungsmöglichkeit im mittleren Preissegment stellt die Fassadenbegrünung mit einem Trogsystem oder mit Begrünungsmatten dar. Drei Varianten zur Mieter:inneneinbindung wurden empfohlen.
Hohes Replikationspotenzial, hohes Nachverdichtungspotenzial: Die Sanierungsvariante mit Innendämmung und Glaswechsel lassen sich im Zuge einer Neuvermietung der Wohnung ohne Störung der Mieter:innen einfach umsetzen und führen zu Mehrkosten von 20-30% gegenüber der üblichen Brauchbarmachung. Der Fenstertausch allein in der Wohnung würde das doppelte kosten.
Zielführender und schneller ist allerdings die Umsetzung von den Maßnahmen mit frühzeitiger Einbindung der Mieter:innen, im Zuge einer Verdichtung am Dach und, wo möglich, im Bestand verbunden mit Grundrissverbesserungen. Bei der Untersuchung des Nachverdichtungspotenzials konnte ein Nutzflächenzuwachs von 50% nachgewiesen werden, im Fall des Sondierungsprojekts Angeligasse 97-99 ca. 100 neue Wohnungen, hochrangig erschlossenen und ohne Bodenverbrauch.
Roll-Out: Ein hohes Potenzial für ein Ausrollen der innovativen „Favorite Facade“ Sanierungsstrategie ist gegeben. Die erarbeitete Sanierungsstrategie kann bei baugleichen Bestandsgebäuden österreichweit zur Anwendung kommen. Aus klimapolitischer Sicht wird zusätzlich eine Weiterentwicklung und Nutzung der Nachverdichtungspotenziale empfohlen.
de
Project title:
Favorite Facade Re-use_Re-duce_Re-pair: Zirkuläres Fassaden-Upgrade für Wohngebäude mit vorgehängten Fassaden: 913512 (FFG - Österr. Forschungsförderungs- gesellschaft mbH)
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Research Areas:
Urban and Regional Transformation: 50%
Environmental Monitoring and Climate Adaptation: 25%
Structure-Property Relationsship: 25%
Environmental Monitoring and Climate Adaptation: 25%
Structure-Property Relationsship: 25%
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Science Branch:
2011 - Bauingenieurwesen: 50%
2071 - Umwelttechnik: 25%
2050 - Werkstofftechnik: 25%
2071 - Umwelttechnik: 25%
2050 - Werkstofftechnik: 25%
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