Title: Evaluierung der Entwicklung der Dorferneuerung im länderweisen Vergleich Burgenland und Niederösterreich
Other Titles: Evaluation of the development of village renewal by a country to country comparison between Burgenland and Lower Austria
Language: Deutsch
Authors: Elend, Susanne 
Qualification level: Diploma
Advisor: Linzer, Helena
Issue Date: 2011
Number of Pages: 87
Qualification level: Diploma
Abstract: 
In den betrachteten Bundesländern Burgenland und Niederösterreich nahm die Dorferneuerungsaktion ihren Anfang Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und blickt in beiden Bundesländern auf eine 25jährige Entwicklungsgeschichte zurück. Das System der Dorferneuerung wurde zunächst in "Testdörfern" erprobt. Zur Evaluierung der Entwicklungen in den beiden Bundesländern wurden Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus den 3 Ebenen Land, Prozessbegleitung und Gemeinde geführt.
Die derzeit geltenden rechtlichen Grundlagen der Dorferneuerungsaktion im Bundesland Burgenland setzen sich aus der "Verordnung der Burgenländischen Landesregierung über die Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen in den burgenländischen Gemeinden" aus dem Jahr 2003, sowie den "Dorferneuerungsrichtlinien 2011" zusammen. Im Bundesland Niederösterreich bestehen "Richtlinien für die Erhaltung, Erneuerung und Entwicklung von Orten im ländlichen Raum" - die Dorferneuerungsrichtlinien - aus dem Jahr 1998. Ergänzt werden diese Richtlinien durch die "Ausführungen zu den Dorferneuerungsrichtlinien 1998", die derzeit rechtsgültige Fassung trägt die Nummer 7 und wurde 2010 ausgegeben.
Im Bundesland Burgenland fungiert das Referat für Dorferneuerung der Stabsstelle Raumordnung und Wohnbauförderung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung als zuständige Landesstelle für die Genehmigung und Abwicklung der Förderanträge. Die Prozessbegleitung ist privatwirtschaftlich organisiert, die Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter werden von den Gemeinden beauftragt. Die zuständige Landesstelle für die Abwicklung der Projektförderung in Niederösterreich ist die Landesgeschäftsstelle für Dorferneuerung der Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung. Die Prozessbegleitung wird durch den Verband der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung gefördert, die Gemeinden leisten für die Prozessbegleitung in den 4 Jahren der Aktivphase einen einmaligen Pauschalbeitrag von etwa 1.000 EUR. In beiden Bundesländern ist die Ausarbeitung eines Dorferneuerungsleitbildes unter Einbeziehung der Bevölkerung vorgesehen.
Während im Bundesland Burgenland die Prozessbegleitung bis zur Fertigstellung des Dorferneuerungsleitbildes gefördert wird, dauert die Prozessbegleitung in Niederösterreich bis zur Planung und Umsetzung der Projekte an. Ein weiterer Unterschied der beiden Dorferneuerungssysteme besteht darin, dass sich die Burgenländische Dorferneuerungsaktion an die Gemeindeebene richtet, während in Niederösterreich die Wahlmöglichkeit besteht, an der Aktion "Klassische Dorferneuerung" auf Katastralgemeinde- oder an der Aktion "Gemeinde21" auf Gemeindeebene zu partizipieren.
Von Seiten des Bundeslandes Burgenland wurden der Dorferneuerungsaktion bislang 730.000 EUR jährlich zur Verfügung gestellt, dieses Budget wird zukünftig auf 320.000 EUR jährlich reduziert. Aus den Mitteln des ELER-Fonds der Europäischen Union stehen der Dorferneuerung 9,8 Millionen EUR innerhalb der Förderperiode 2007-2013 zur Verfügung.
Das Bundesland Niederösterreich unterstützt die Dorferneuerungsaktion jährlich mit 3 Millionen EUR, wobei eine Million an den Verband der NÖ Dorf- und Stadterneuerung zur Finanzierung der Prozessbegleitung ergeht, zwei Millionen werden in die Förderung von Maßnahmen und Projekten investiert. Der Beitrag der Europäischen Union zu dem Budget der Dorferneuerung beträgt 750.000 EUR zur Unterstützung der "Klassischen Dorferneuerung" und 2,1 Millionen EUR ergehen an die Aktion "Gemeinde21" innerhalb der Förderperiode 2007-2013.
Wesentliche Änderungen der Burgenländischen Dorferneuerungsaktion ergaben sich durch die Implementierung der Lokalen Agenda 21 in den umfassenden Dorferneuerungsprozess und der damit verbundenen Bevölkerungsbeteiligung und Prozessbegleitung. Aber auch die Erhöhung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel durch den ELER-Fonds der Europäischen Union wurde als wesentliche Neuerung genannt.
Im Bundesland Niederösterreich wurde als bedeutendster Entwicklungsschritt die Aufgabe des 4-Phasen-Modells und die Etablierung des 3-Säulen-Modells mit den Aspekten "Klassische Dorferneuerung", "Gemeinde21" und "Ideenwettbewerbe" bezeichnet.
Von der Verfasserin wurde ein "Konzept einer optimierten Dorferneuerung" entwickelt, das auf den - durch die Recherchearbeit und geführten Gesprächen - festgestellten Vor- und Nachteilen der Systeme in den beiden untersuchten Bundesländern basiert. Ein Optimierungsvorschlag beinhaltet die Verknüpfung des im Dorferneuerungsprozess erarbeiteten Leitbildes mit den kommunalen Planungsinstrumenten, allen voran durch die Kombination mit der Ausarbeitung beziehungsweise Aktualisierung des Örtlichen Entwicklungskonzeptes.

The village renewal initiative started in the considerd federal states Burgenland and Lower Austria in the middle of the nineteen-eighties and therefore reviews to a 25 years old history of development. The village renewal system was approved in so called "Testdörfer" ("sampled villages"). The evaluation of the development was carried out by interviews with representatives on three levels, which are the levels federal state, process supervision and municipality.
The legal basics of the village renewal in Burgenland under current law are the "Verordnung der Burgenländischen Landesregierung über die Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen in den burgenländischen Gemeinden" from the year 2003 and the "Dorferneuerungsrichtlinien 2011".
In Lower Austria the guidelines are "Richtlinien für die Erhaltung, Erneuerung und Entwicklung von Orten im ländlichen Raum - Dorferneuerungsrichtlinien - aus dem Jahr 1998", completed by the valid version of the "Ausführungen zu den Dorferneuerungsrichtlinien 1998" number 7 in the year 2010.
In the federal state Burgenland the department of village renewal by the administrative department for spatial planning and housing programmes of the Burgenland provincial government is responsible for the funding permission and execution. The process supervision is privately operated, the process supervisors are assigned by the municipality. In Lower Austria the responsible authority for project funding is the federal office for village renewal by the department for spatial planning and regional development of the Lower Austria provincial government. The process supervision is executed by the association of village and urban renewal. During the 4 years of active work each participating municipality has to contribute one time about 1.000 EUR for claiming the process supervision. The elaboration of a village renewal concept by public participation is provided in both federal states. While in Burgenland the process supervision is executed till finishing the village renewal concept, in Lower Austria the process supervisiors support the municipality through the conception stage, as well as the planning and implementation of the projects. Another difference of the village renewal system in both federal states is, that in the Burgenland initiative the villages join on the municipality level, in Lower Austria they can choose if they want to participate at the municipality level the "classic village renewal" or on the cadastral municipality level the activity "Gemeinde21".
The federal state Burgenland has supported the village renewal annually with 730.000 EUR, since the year 2011 this amount has been reduced to 320.000 EUR annually. From the means of the ELER-Fonds by the European Union 9,8 million EUR are available to the village renewal during the funding period 2007-2013. The Lower Austria village renewal is supported by the provincial government with 3 million EUR annually, whereof 1 million is given to the department of village and urban renewal for the process supervision and 2 millions are invested in the funding of projects. The European Union supports the "classic village renewal" activity by 750.000 EUR and the activity "Gemeinde21" by 2,1 million EUR during the funding period 2007-2013.
The implementation of Local Agenda 21 into the comprehensive village renewal process and the linked participation process and process supervision achieve essential change on the Burgenland village renewal system. However, also the financial assistance by the means of the ELER-fonds was considered an essential improvement.
In the federal state Lower Austria the most important development was the ending of the 4-stage-model and the establishment of the 3-pillar-model including the aspects "classic village renewal", "Gemeinde21" and "ideas competitions".
The writer developed a "concept for an optimised village renewal", which is based on the research work and interviews. It includes the advantages and disadvantages of both federal states systems. One main optimization proposal is the combination of the village renewal concept with the local planning instruments, especially through the composition and update of the local development concept.
Keywords: Dorferneuerung
URI: https://resolver.obvsg.at/urn:nbn:at:at-ubtuw:1-61291
http://hdl.handle.net/20.500.12708/10100
Library ID: AC07811858
Organisation: E280 - Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung 
Publication Type: Thesis
Hochschulschrift
Appears in Collections:Thesis

Files in this item:


Page view(s)

24
checked on Oct 15, 2021

Download(s)

85
checked on Oct 15, 2021

Google ScholarTM

Check


Items in reposiTUm are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.