Das Wiental ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, mit allen negativen Begleiterscheinungen. Von dem Versuch vor über hundert Jahren hier eine der prächtigsten und schönsten Straßen Wiens zu errichten, ist heute nicht mehr viel zu bemerken. Der Verkehrslärm dominiert. Die vorhandenen Freiräume können von den Bewohnern nur eingeschränkt genutzt werden. Symptomatisch dafür ist die als Parkplatz genutzte Fläche auf der Überplattung des Wienflusses an der U-Bahnstation Kettenbrückengasse. Verlässt ein Spaziergänger den Naschmarkt stadtauswärts so gerät er hier in eine peripher anmutende Gegend am Rande des Weltkulturerbes. Einst war hier der Großmarkt situiert, der, wie in so vielen anderen europäischen Städten auch, einem Strukturwandel zum Opfer viel und an den Rand der Stadt übersiedeln musste. Jeden Samstag jedoch wird hier noch traditionellerweise ein Flohmarkt abgehalten, der dem Ort Urbanität verleiht - durch eines der ältesten Szenarien, das die Stadt kennt: dem Handel von Waren unter freiem Himmel. Für den Rest der Woche wird er wieder zur Abstellfläche für Autos degradiert.<br />Der hier beschriebene Umgang mit öffentlichen Räumen kann seit Jahren in vielen Städten beobachtet werden. Ein allgemeingültiges Konzept zur Lösung dieses Problems gibt es nicht. Eine intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Situation ist notwendig.
de
Additional information:
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers