Österreich steht erneut eine mediale und sportliche Großveranstaltung bevor: im Februar 2013 werden in Schladming die alpinen Skiweltmeisterschaften stattfinden.<br />Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren - die Werbetrommel wird eifrig gerührt, Sponsoren bringen sich in Stellung. Die Kommunalpolitik steckt mitten in den Vorbereitungen, um sowohl Infrastruktur als auch Image der Region Dachstein auf Hochglanz zu polieren.<br />Im Zuge derartiger Ereignisse stellt die Bautätigkeit einer ganzen Region einen wesentlichen Faktor dar. Einerseits werden Investitionen im öffentlichen Bereich getätigt, andererseits nutzen auch kleinere und private Unternehmen die Gelegenheit, ihre Standorte um-, aus- oder neu zu bauen. Diese Entwurfsarbeit ist als Vorschlag zu verstehen, wie sich ein solcher Klein- oder Mittelbetrieb in einer modernen Tourismuslandschaft präsentieren könnte, ohne eine alpine Folklore zu imitieren.<br />Meine persönliche Motivation, das Thema "Sporthotel" aufzugreifen, ergab sich aus zwei Überlegungen:<br />Als passionierter Wintertourist war es immer schon mein kindlicher Wunschtraum, vor dem Hotelzimmer die Skier anzuschnallen und nach einem anstrengenden Tag ebendort aus den unbequemen Schuhen zu steigen. Ich wollte - und will es heute noch nicht - akzeptieren, dass man vom Berg kommend zuerst in den Keller muss um sich danach wieder in die oberen Etagen des Hotels zu begeben. Ein zusätzliches Dilemma entsteht, wenn der sommerliche Mountain-Biker nach so mancher Regenfahrt erst die Hotellobby durchqueren muss, bevor er die Teile des Waldbodens von seinem Trikot entfernen kann.<br />Der zweite Punkt betrifft den Gastronomie- bzw. den Hotelleriebetrieb.<br />Der Reiz an diesem Teil der Aufgabe ergibt sich aus meiner langjährigen Mitarbeit in dieser Branche einerseits und dem - meiner Erfahrung nach - stereotypen Bestand unserer Bergsportwelt andererseits. Ziel war es, einen funktionierenden, rentablen Bereich für hungrige und durstige Bergsportler zu schaffen ohne das Hotelrestaurant in das gleiche, pflegeleichte Korsett zu zwingen.<br />Das Ergebnis meiner Überlegungen stellt den Versuch dar, aus einem unbequemen Grundstück in Hanglage einen Mehrwert zu ziehen. Es sollen wachsende Komfortansprüche der sportlichen Gäste ebenso befriedigt werden wie die Anforderungen eines Hotel- und Gastronomiebetreibers an ein zeitgemäßes Gebäude.<br />