Title: „…aber wenn du merkst, dass den männlichen Kollegen mehr zugetraut wird als dir…“ Arbeitskontexte, Erfahrungen und Interessen von Dissertant_innen an der TU Wien
Authors: Ratzer, Brigitte 
Enzenhofer, Bettina 
Keywords: Dissertationen; Doing Gender; Geschlechtsspezifisch; Einfluss von Geschlecht; Interdisziplinarität; Sexismus; Kulturwandel
Issue Date: Nov-2019
Book Title: Gender & Technik 
Abstract: 
Ausgehend von der Beobachtung, dass an einigen Forschungsgruppen der TU Wien der Frauenanteil unter Dissertant_innen überdurchschnittlich und in anderen Forschungsgruppen unterdurchschnittlich ist, stellt sich die Frage nach den zugrunde liegenden Einflussfaktoren. Gibt es einen Unterschied in den fachlichen Interessen von Frauen und Männern, die eine Dissertation an der TU Wien schreiben? Oder gibt es Rahmenbedingungen, die für Frauen förderlicher sind – und wenn ja: welche sind das? Welche Faktoren wirken sich positiv auf die Beteiligung von Frauen in den technischen Wissenschaften aus?
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden drei Datenmengen erhoben und ausgewertet:
• 3534 Dissertationen aus dem Zeitraum von 2002 bis 2015
• 16 Interviews mit Dissertantinnen
• 404 Online-Fragebögen von Dissertant_innen
Es zeigt sich, dass der quantitative Unterschied der Frauen-/Männeranteile nicht an einem fundamentalen geschlechtsspezifischen Interessensunterschied liegt, sondern an anderen Faktoren, beispielsweise schreiben Frauen überproportional oft eine Dissertation dort, wo sie von Frauen betreut werden – wobei das weniger am Geschlecht der Betreuungsperson liegt und mehr an der bereits bekannten Arbeitsgruppe. Entgegen den Aussagen aus der Literatur sind Männer und Frauen gleichermaßen in der Grundlagenforschung wie in der angewandten Forschung zu finden. Ebenso gibt es keine signifikanten Unterschiede bei experimentellen oder theoretischen Arbeiten. Zu den förderlichen Rahmenfaktoren gehören weibliche Role Models. Nicht förderlich ist ein Arbeitsalltag, in dem Männer karrierefördernder behandelt werden als Frauen, indem ihnen mehr Expertise zugeschrieben wird. Männer wurden öfter als Frauen gefragt, ob sie die Dissertation am jeweiligen Institut schreiben wollen, und sie arbeiten öfter als Frauen in Teams. Der sehr hohen Motivation der Studentinnen, sich in ein Thema zu vertiefen, stehen negative Faktoren einer klassischen Wissenschaftskarriere im Weg (prekäre Arbeitsverhältnisse, geringe Planbarkeit, hoher Leistungsdruck etc.). Dies sowie erlebter Sexismus und Ausgrenzung geben Hinweise auf die Notwendigkeit eines Kulturwandels an technischen Universitäten, wenn man den Frauenanteil in den oberen Hierarchiestufen erhöhen will.
DOI: 10.34726/362
URI: http://hdl.handle.net/20.500.12708/16357
http://dx.doi.org/10.34726/362
Organisation: E034 - Genderkompetenz 
License: Urheberrechtsschutz 1.0
Publication Type: Book Contribution
Buchbeitrag
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