Condlová, P. (2021). Morphologie der Tempel von Angkor nach hinduistischen Vorbildern: Zusammenhang zwischen Raum und Baukörper mithilfe 3D-Darstellungen und einem Vergleich mit der Typologie von 20 Tempelarten [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2021.78882
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
-
Datum (veröffentlicht):
2021
-
Umfang:
134
-
Keywords:
Angkor; Hindu-Tempel; Vergleich mit indischen Tempeltypen
de
Angkor; Hindu temple; comparison with Indian temple types
en
Abstract:
Um die Khmer-Architektur richtig verstehen zu können, ist eine Beschäftigung mit ihrem Ursprung aus der Sicht der Bauforschung relevant. Hier ist anzumerken, dass die indische Kunst, Kultur und vor allem Religion einen großen Teil zu ihrer Entwicklung beitrugen. Die Symbolik spielte im Hinduismus sowie im früheren Buddhismus, der auf einigen dessen Gedanken aufbaute, eine sehr wichtige Rolle. Der Zusammenhang zwischen einer Religion und dem Ort ihrer Verwirklichung war in diesem Fall so elementar, dass sich die Einleitung der Arbeit mit einer Vorstellung dieser aus Indien stammenden Religionen und Urformen ihrer Verehrungsobjekten beschäftigt, um im späteren Verlauf eine kulturelle Übertragung auf den Khmer-Tempelbau darzulegen. Beide Religionen prägten das Reich von Angkor und seine Vorgänger in der Zeit zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert, wobei Buddhismus in Kambodscha heutzutage als Staatsreligion gilt. Die endgültige Änderung der religiösen Verhältnisse hinterließ einige kleinere Abweichungen, die die Tempel voneinander unterscheiden. Die Statuen sind üblicherweise das Hauptindiz, welches zeigt, welcher Religion ein bestimmter Tempel angehört und welcher Gottheit er geweiht wurde [Mittlerweile wurden die Tempel umgewidmet und mit Buddha Statuen ausgestattet. In den ersten Kapiteln werden darum die wichtigsten Merkmale und Bestandteile des Bautypus Hindu-Tempel und ihre Adaptierung bei den Kultobjekten der alten Khmer nähergebracht, da in Angkor bis zum zwölften Jahrhundert überwiegend hinduistische Heiligtümer errichtet wurden. Mithilfe einer chronologischen Beschreibung werden auch die drei mächtigen Reiche Funan, Chenla und Angkor und die für ihre Herrscher signifikanten Kultbauten mit den dazu gehörenden Baustilen vorgestellt. Um eine konkrete Vorstellung zu vermitteln, werden baugeschichtlich wichtige Sakralanlagen der vier prägendsten Jahrhunderte des Reiches ausgewählt, die als Vorreiter einer Stilrichtung galten oder sich durch Merkmale auszeichneten, die sich im späteren Tempelbau Angkors manifestierten und zu einer Standardisierung führten. Mithilfe von Analysen der Architektur und der Symbolik der Tempelanlagen und ihrer Bestandteile wird ein indischer Einfluss bestätigt oder widerlegt. Das gleiche Szenario gilt für den Vergleich mit den 20 Tempeltypen, die in Brihat Samhita beschrieben wurden, welche auch partiell zu einer gewissen Standardisierung der indischen Tempelbauten führen könnten. Zur Vorbereitung wird eine Recherche der indischen Hindu-Tempel durchgeführt, die zeigt, ob es überhaupt einen physischen Nachweis zu den beschriebenen Tempeltypen innerhalb des Subkontinents gibt. Bei näherer Betrachtung eines Khmer-Tempels ist der Grundriss nach einem Rastersystem aufgeteilt, das sich in Kombination mit dem darauf errichteten Baukörper verliert. Auch diese Darstellung kam ursprünglich aus Indien, da die Grundrisse nach unterschiedlichen Arten von Mandalas entworfen wurden. Im weiteren Schritt der Analyse werden die Konzepte und die Symbolik von Mandalas als Darstellungen des Universums und die Bedeutung des Weltenberges erklärt und in Zusammenhang mit den Heiligtümern der ausgewählten Tempel Angkors gebracht. Nach diesem Kapitel, das sich hauptsächlich mit den zweidimensionalen Formen beschäftigt, folgt der letzte Schritt. Die Pläne spielten eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu einem dreidimensionalen Objekt, wo primär die äußere Erscheinungsform wahrgenommen wird, die eine dynamische Form aufweist. Eine Änderung der Form von einer geometrischen Cella in eine organische Gestalt der Außenwand war ein Hauptthema bei allen hinduistischen Kultbauten Indiens. Mithilfe eines 3D Modells wird die Morphologie der Tempel von Angkor dargestellt, um eine Verbindung zwischen Raum und Baukörper zu verkörpern und um festzulegen, ob diese den indischen Vorgaben entsprach. Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist eine Belegung der indischen Einflüsse auf die Kultbauten der alten Khmer, sowohl im größeren Maßstab als auch in feineren Dimensionen durch eine ausführliche Analyse von ausgewählten Tempeln, um den Kulturtausch zwischen diesen zwei mächtigen Reichen besser nachvollziehen zu können.
de
In order to properly understand the Khmer architecture, an engagement with its building culture and history is relevant. Hereby it has to be noted that the Indian art, culture and especially religion vastly contributed to Angkor’s development. Symbolism is crucial in both Hinduism and Buddhism. The later builds on the ideas and concepts of the first. The coherence of a religion and the place of its development is as well significant. Hence the introduction of this diploma thesis deals with both religions and its architectonic archetypes to be able to discuss the cultural transfer onto the Khmer temple building. Both religions coined the realms of Angkor and its predecessors between the 7th and 15th century, whereas Buddhism today serves as the official religion of Cambodia. The transformation of religious relations produced minor changes, which distinguish the various temples at Angkor. Hereby statues are usually the main evidence of the religion and the distinct goddess that the single temples have been consecrated to (in the meantime temples have been re-sanctified and equipped with Buddha statues). Thus, the first chapters deal with the main symbols and elements of the building type of the Hindu temple and its adaptions into Khmer cult objects, as in Angkor mainly Hinduist temples have been built until the 12th century. Through a chronologic description the three empires of Funan, Chenla and Angkor and the respective cult buildings and building types are introduced. To enable a concrete perception main objects of architectural history of the coining four centuries are chosen. They serve as stylistic pioneers or have distinctive features, which brace the later Angkorian temple building and led to standardization. Through analyzing architecture and symbolism of the temple sites and the temple parts the Indian influence is confirmed or disproved. The same scenario is applied for the 20 temple types, which are described in the Brihat Samhita, which could also partially have led to a standardization of Indian temple building. As preparation of the analysis a research of Indian Hindu temples is thereby done to check if there even is a physical prove of the described temple types within the subcontinent. A closer look at the Khmer temple reveals that the ground plan is segmented through a grid system, which interplays with the upon-built structural shell. This interpretation is originally also rooted in India, as the first ground plans have been designed after various types of mandalas. In the following steps of the analysis concepts and symbolism of mandalas are embedded as depiction of the universe and the meaning of the world mountain is described in relation to the Angkorian sacred sites. After this chapter which mainly deals with two-dimensional forms the last step follows: The ground plans have only subsidiary meaning compared to the three-dimensional object, which is mainly perceived through the dynamic outer shell. The change in form – from geometric Cella to the organic gesture of the shell – is the main notion of all Hinduist cult buildings. Through 3D models the morphology of the temples of Angkor is depicted to provide a connection between space and structural shell and to validate if they originate in India. The primary goal of this thesis is the confirmation of the Indian influence on the cult objects of ancient Khmer architecture. Both, in large and small scale, the detailed analysis of selected temples enables the understanding of a cultural exchange between these powerful realms.
en
Weitere Information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers