Yenici, S. B. (2007). Integration der Türkei in die Europäische Union : der Finanzsektor [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. http://hdl.handle.net/20.500.12708/179463
Wie die anderen Entwicklungsländer versucht auch die Türkei mit der Umsetzung ihres Liberalisierungsprogramms Teil des Globalisierungsprozesses zu sein. Die Durchführung solcher Liberalisierungsprogramme begann in der Türkei in den 80er Jahren. Die türkische Wirtschaft wurde in diesen Jahren unter dem damaligen Ministerpräsidenten Turgut Özal vorangetrieben. In seinem Programm erhielt die Liberalisierung des Außenhandels Vorrang, der dann 1983 die finanzielle Liberalisierung folgte. Dabei wurden zunächst die nationalen Finanzmärkte liberalisiert, alle Beschränkungen bezüglich der Kapitalbewegungen aufgehoben und die Integration der türkischen Ökonomie in die weltweite Finanzmärkte verwirklicht. Insbesondere nach der Wirtschaftskrise 2001 wurden in der Türkei strenge ökonomische Reformen umgesetzt. Durch diese Reformen gemeinsam mit der im Jahr 2002 erreichten politischen Stabilität und mit den EU und IMF Ankern wurde die Türkei in den letzten fünf Jahren zum Zentrum wirtschaftlichen Interesses für ausländische Investoren. So gehört heute die Türkei zu den wenigen Ländern mit einem durchschnittlichen Wachstum von 7,5% und die türkischen Finanzmärkte gehören zu den sich am schnellsten entwickelnden Märkten der Welt. Nach den Wahlen im Juli 2007 und der Verstärkung der politischen Stabilität muss nun die Türkei das verlangsamte Reformtempo bezüglich des EU-Prozesses wieder beschleunigen. Ziel dieser Arbeit ist somit, die Entwicklung des Finanzsektors der türkischen Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Bankensektor ab 1980 sowie die Wirtschaftskrisen im November 2000 und im Februar 2001 mit all ihren Ursachen zu untersuchen und sich eingehend mit der Entwicklung des Finanzsystems der Europäischen Union im Vergleich zu jenem der Türkei auseinanderzusetzen.<br />