Weber, M. (2023). Effectuation und Causation – Entscheidungen zweier Erstgründer in der Fahrradbranche: Eine Fallstudie [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2023.112673
Entscheidungen prägen das Leben – nicht nur privat, sondern auch im Unternehmertum. In dieser Arbeit wurde untersucht, welche Entscheidungslogiken zwei angehende Erstgründer in der Gründungsphase eines Fahrrad-Upcycling-Business anwenden.Erstgründer befinden sich in einer Umgebung mit extremer Ungewissheit. Sie haben keine Kundenerfahrungen zum Werteangebot und auch keine historischen Daten für aussagekräftige Zukunftsprognosen. Laut dem bisherigen Forschungsstand wird für solche Entscheidungen unter Unsicherheiten die Effectuation-Logik angewandt. Die Effectuation-Logik wird dabei als Gegenpol zur klassischen Managementlehre (Causation-Logik) gesehen. Diese setzt, im Gegensatz zur Causation-Logik, nicht auf Planung und Zielsetzungen für das Erreichen eines definierten Profites. Vielmehr ergeben sich Ziele und Märkte mit Mitteln welche Gründer*innen besitzen, Personen, die sich der Unternehmung anschließen, und dem aktiven Handeln in einer schwer zu prognostizierenden Zukunft.In der Forschung zur Effectuation-Logik wurden vermehrt Unternehmen untersucht, welche eine Internationalisierung, einen neuen Markt, ein neues Produkt und/oder eine schnelle Expansion verfolgten. Eine Untersuchung anhand zweier Erstgründer, welche diese Ansätze grundsätzlich nicht verfolgen, ist nicht bekannt.Zur Beantwortung dieser Forschungslücke wurde die Gründungsphase 19 Wochen lang begleitet. In dieser Zeitspanne wurden die unternehmerischen Ereignisse protokolliert und Entscheidungen über Tagebücher festgehalten. Insgesamt wurden 24 Entscheidungen der Effectuation- und/oder der Causation-Logik zugeordnet. Dies führte zum Ergebnis, dass die beiden Erstgründer, in dieser Beobachtungszeit, eher der Effectuation-Logik folgten (15 von 24 Entscheidungen). Jedoch trafen sie auch, bis zu einem gewissen Grad, auf Basis der Causation-Logik ihre Entscheidungen.Dieses Ergebnis stützt vorangegangene Forschungen zu dem Thema. Gleichzeitig beinhaltet diese Untersuchung jedoch, aufgrund der Sample-Größe und der verhältnismäßig kurzen Beobachtungszeit, eine gewisse Limitierung. In der Literatur werden weitere Entscheidungs-Modelle, welche zusätzliche Logiken berücksichtigen, beschrieben. Eine Einbeziehung dieser und ähnlicher Modelle, könnte weitere Erkenntnisse bei zukünftigen Forschungen ergeben.
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Decisions define our lives. Not only in private life, but also in entrepreneurship. This paper investigated the decision-making logics used by two first-time entrepreneurs in the start-up phase of a bicycle upcycling business. First-time entrepreneurs are in an environment of extreme uncertainty. They have no customer experience on the value proposition, nor do they have historical data for meaningful future predictions. According to previous research, Effectuation-Logic is applied to such decisions under uncertainty. Effectuation-Logic is seen as the counterpart to the classical management theory (Causation-Logic). It does not rely on planning and setting goals to achieve a defined profit. Rather, goals and markets arise with resources that entrepreneurs have, people who want to join the venture without expecting a defined profit, and active action in an environment that is difficult to predict. In previous studies, mainly companies were investigated which followed an internationalization, a new market, a new product and/or a fast expansion. A study based on two first-time entrepreneurs who do not follow these approaches is not known to the author of this thesis.To answer this research gap, the start-up phase was tracked for 19 weeks. During this period, entrepreneurial events were logged, and decisions were recorded via diaries and protocols. A total of 24 decisions were assigned to Effectuation- and/or Causation-Logic. During this recorded period, the two first-time entrepreneurs tended to follow the Effectuation-Logic (15 out of 24). However, they also made their decisions, to a certain level, based on the Causation-Logic.This result supports previous studies on that topic. Nevertheless, this study contains a certain limitation due to the sample size and the relatively short observation time. Decision-Making-Models which includes more decision-making logics are described in the literature. Including these and similar models could provide further insights for future studies.
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