Kainz, C. (2023). Lerneffekte aus den Wechselbeziehungen verschiedener Wohnformen am Fallbeispiel Sonnwendviertel Ost [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2023.117109
Wohnbau; Alternative Wohnform; Quartiershaus; Quartierspartizipation; Soziale Nachhaltigkeit
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Abstract:
Die gegenständliche Forschungsarbeit befasst sich mit den verschiedenen Wohnformen und dessen Wechselbeziehungen im Sonnwendviertel Ost, aus denen verschiedene Lerneffekte für zukünftige vergleichbare Quartiersentwicklungen abgeleitet werden. Das Sonnwendviertel Ost dient als zentraler Forschungsgegenstand, da in seiner Entstehung innovative, städtebauliche Instrumente erprobt wurden und als Quartier mit einer hohen Nutzungsvielfalt bekannt ist. Als Grundlage dazu wurde im Rahmen der Literaturrecherche eine allgemeine themenbezogene Wissensbasis geschaffen, sowie der aktuelle Stand der Forschung dazu beleuchtet. Bezeichnend ist, dass es sowohl für das „Quartier“ als auch die verschiedenen Wohnformen keine einheitliche Definition und Kategorisierung gibt. Des Weiteren wurde das Sonnwendviertel überblickshaft vorgestellt, mit näherer Begutachtung der verschiedenen Vergabeverfahren und denen daraus resultierenden qualitativen Ergebnissen. Auf dieser Wissensgrundlage wurde die Methodik definiert, die eine qualitative Forschung anhand von Experteninterviews als Leitfadeninterviews beinhaltet. Die sechs geführten Interviews wurden mittels zusammenfassender, induktiver Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring verarbeitet. Die Interviewerkenntnisse wurden sodann mit der Literaturrecherche konfrontiert. Durch die Gegenüberstellung der Primär- und Sekundärquellen konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die insgesamt zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage beitragen. Kurz gefasst ergeben sich die nachfolgenden wesentlichen Lerneffekte, die lediglich einen Teil der Gesamtsituation darstellen und nicht isoliert betrachtet werden dürfen, da die Ergebnisse wechselseitig voneinander abhängig sind. Erstens, mangelnde geographische Integration des geförderten Wohnbaus, zweitens fehlende Quartierspartizipation, hohes Preisniveau und standardisierte Konzepte ohne Bezugnahme auf das individuelle Umfeld im freifinanzierten und gewerblichen Wohnen, drittens Quartiershäuser und Baugruppen stechen mit ihrer Vielseitigkeit von Gemeinschaftsflächen, Wohnungstypologien und einer überdurchschnittlichen Gebäudeökologie heraus. Sie eigenen sich zudem ideal als Initiatoren, welche bereits in frühen Phasen proaktiv gemeinschaftliche Impulse setzen. Ein weiterer Lerneffekt ist, dass die Konzeptvergabe qualitativ hochwertige Ergebnisse schafft, in ihrer Qualitätssicherung aber noch verbesserungsbedürftig ist. Zuletzt bedarf das Bieterverfahren ergänzender Bewertungsmaßstäbe für eine bessere soziale Nachhaltigkeit, innovative Wohnformen und Identitätsstiftung.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers