Kremmel, L. (2024). Umsetzung neuer technologischer und organisatorischer Möglichkeiten zur Attraktivierung des ÖV und seinen Zubringern anhand der Region Bregenzerwald [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.112381
HintergrundDer Klimawandel und die mit ihm einhergehende notwendige Verkehrswende stellen uns vor große Herausforderungen. Um die Klimaziele im Verkehrsbereich erreichen zu können, ist es notwendig den Individualverkehr zu reduzieren und der Bevölkerung Alternativen dazu anzubieten. Der Öffentliche Verkehr kann eine dieser Alternativen sein. Gerade in ländlichen Gebieten mit weitläufigen Siedlungsstrukturen und geringer Bevölkerungsdichte wie dem Bregenzerwald steht der Benutzung des öffentlichen Verkehrs oft die sehr grobe Erschließung und das geringe Angebot an öffentlichem Verkehr im Weg. Neue technische Möglichkeiten wie zum Beispiel selbstfahrende Shuttles und E-Bikes/ E-Scooter könnten hierbei bei der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs helfen. Diese Möglichkeiten bieten somit Potential für eine bessere und feinere Erschließung und einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs.MethodikIn dieser Arbeit sollen zuerst die theoretischen Möglichkeiten zur feineren Erschließung aufgezeigt und die Region Bregenzerwald vorgestellt werden. Dabei soll der Fokus auf neueren Mobilitätsformen wie E-Bikes/E-Scooter und selbstfahrenden Shuttles liegen. Im zweiten Schritt soll dann eine Bestandsanalyse dieser neuen Mobilitätsformen im Bregenzerwald durchgeführt werden. Danach sollen 3 Zukunftsszenarien für den Bregenzerwald ausgearbeitet werden, wie diese neuen Technologien für den ÖV und seinen Zubringern eingesetzt werden könnten. Dabei soll in Szenario 1 der Fokus auf E-Bikes und im zweiten Szenario auf selbstfahrenden Shuttles gelegt werden. Szenario 3 soll eine Maximalvariante darstellen, in dem die Szenarien 1 und 2 kombiniert werden.ErgebnisseDie Bestandsanalyse hat gezeigt, dass vor allem im Bereich des mittleren Bregenzerwaldes noch ein großer Teil der Bevölkerung nicht mit öffentlichem Verkehr versorgt ist (in Egg 47%). Potenzielle Einsatzgebiete für die Einführung eines selbstfahrenden Bedarfverkehrs ergeben sich im Bereich der Gemeinden Egg, Andelsbuch und Sulzberg, Doren. Szenario 1 und 3 führen zu Verbesserungen im gesamten Bregenzerwald, während Szenario 2 nur Verbesserungen in den Gemeinden Egg, Andelsbuch, Sulzberg und Doren führt. Kurzfristig umsetzbar in der in dieser Arbeit vorgesehenen Form, wäre lediglich das Szenario 1. Der Umsetzung von Szenario 2 und 3 stehen derzeit rechtliche sowie technische Aspekte entgegen.FazitSzenario 1 ist aus mehrerlei Hinsicht zu befürworten. Zum einen unterscheiden sich die NutzerInnenzahlen kaum vom dritten Szenario. Zum anderen ist die Förderung von aktiver Mobilität aus gesundheitlichen Gesichtspunkten, aber auch aufgrund des geringeren Energieaufwandes auch bei Unterstützung durch einen Elektromotor zu bevorzugen. Das Szenario 1 ist sofort umsetzbar und führt zu Verbesserungen im gesamten Bregenzerwald.
de
BackgroundClimate change and the necessary transport transition that comes with it present us with major challenges. In order to achieve the climate goals in the transport sector, it is necessary to reduce private motorized transport and offer the population attractive alternatives. Public transport can be one of these alternatives. Especially in rural areas with extensive settlement structures and low population density, such as the Bregenzerwald, the use of public transport is often hindered by the very rough development and the limited availability of public transport. New technical options such as self-driving shuttles and e-bikes/e-scooters could help to make public transport in these areas more attractive. These options therefore offer potential for better and more refined development and a reduction in motorized private transport.MethodologyIn this paper, the theoretical possibilities for finer development will first be shown and the Bregenzerwald region will be introduced. The focus will be on newer forms of mobility such as e-bikes/e-scooters and self-driving shuttles. In the second step, an inventory analysis of these new forms of mobility in the Bregenzerwald will be carried out. Three future scenarios will then be developed for the Bregenzerwald as to how these new technologies could be used for public transport and its feeder services. Scenario 1 will focus on e-bikes and the second scenario on self-driving shuttles. Scenario 3 should represent a maximum variant in which scenarios 1 and 2 are combined.ResultsThe status analysis has shown that, especially in the central Bregenzerwald area, a large part of the population is still not served by public transport (in Egg 47%). There are potential areas of application for the introduction of self-driving on-demand transport in the areas of Egg, Andelsbuch and Sulzberg, Doren. Scenarios 1 and 3 lead to improvements in the entire Bregenzerwald, while scenario 2 only leads to improvements in the areas of Egg, Andelsbuch, Sulzberg and Doren. Only scenario 1 could be feasible in the short term in the form intended in this work. The implementation of scenarios 2 and 3 is currently hindered by legal and technical aspects.ConclusionScenario 1 is to be advocated for several reasons. The user numbers hardly differ from the third scenario. Furthermore, the promotion of active mobility is preferable from a health perspective, but also due to the lower energy consumption, even when supported by an electric motor. Scenario 1 can be implemented immediately and leads to improvements throughout the entire Bregenzerwald.