Hofer, A. W. (2024). Wiener Gründerzeithäuser und ihre privaten Verkäufer [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.120783
Zwischen 2008 und 2023 finden sich im öffentlichen Grundbuch 859 Transaktionen von Zinshäusern in den Wiener Gemeindebezirken 1. bis 9., deren Verkäufer Privatpersonen waren. Eine Analyse eben jener Daten wurde bis dato noch nicht angestellt, obgleich das daraus resultierende Wissen für Investoren in diesem Bereich von unschätzbarem Wert ist. Dieses kann eine datengestützte Grundlage vieler erfolgskritischer Entscheidungen darstellen. Einerseits, weil der Kern der Analyse, also die privaten Zinshauseigentümer, die Zielgruppe des Investors darstellt und somit ein zielgerichteter Auftritt auf dem Markt ermöglicht wird. Andererseits, sollten die daraus resultierenden Erkenntnisse auch einen effizienten Aufbau des eigenen Geschäfts stützen, beispielsweise zur besseren Strukturierung der Ankaufsabteilung. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die oben erwähnten Daten auszuwerten und zu analysieren um Entscheidungen hinsichtlich der Unternehmensstrategie von Bauträgern und anderen Investoren zu erleichtern. Die Arbeit besteht aus einem Theorie- und Empirie-Teil. Der Theorieteil umfasst die Abgrenzung der Datenbank sowie ein Glossar der erwähnten Fachbegriffe, während im Empirie-Teil die Daten nach transaktionsbezogenen und sozioökonomischen Gesichtspunkten ausgewertet werden. Die Kernergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Blickt man auf das Durchschnittsalter der Verkäufer so sinkt dieses, je mehr Verkäufer beteiligt sind. Insgesamt weist die Gruppe der privaten Zinshausverkäufer ein Durchschnittsalter von 58,10 Jahren auf. Der Anteil der männlichen Verkäufer überwiegt insgesamt leicht mit knapp 55%. Der Akademikeranteil der analysierten Verkäuferdaten liegt mit 33% weit über dem Durchschnitt des selbigen Wertes der Wiener Bevölkerung. Die Wohnorte der Verkäufer sind überwiegend regional: die Verkäufer stammen zu 63% aus Wien, zu 16% aus Niederösterreich, zu 11% aus den restlichen österreichischen Bundesländern und nur zu 10% aus dem Ausland. In Wien verteilt sich der Großteil der Wohnsitze auf die wohlhabenderen Bezirke. Die Haltedauer beträgt im Durchschnitt knapp 12,50 Jahre wobei sich eine deutliche Korrelation zwischen Haltedauer und Erwerbsform feststellen lässt. Wird eine Immobilie entgeltlich erworben, ist die Haltedauer durchschnittlich länger, als bei einem unentgeltlichen Erwerb.Neben der eben genannten Korrelation wurden im Zuge der Arbeit weitere Zusammenhänge herausgearbeitet. Unter anderem zwischen dem Bildungsniveau und der Erwerbsform, dem Wohnort und der Haltedauer, sowie der Erwerbsform und dem Geschlecht. Diese Auswertungen können einen wertvollen Beitrag bei der Strategiefestlegung eines Investors leisten.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers