Detter, L. (2024). Klosterleben, Fortschreiben eines (im)materiellen Erbes : Ein ehemaliges Frauenkloster als kontemporäre Wohnnutzung [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.112465
Die Architekturpraxis ist geprägt von Abriss und Neubau mit der Verwendung von neuen Ressourcen und Materialien. Jedoch fordert die aktuelle Situation, beeinflusst von Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie der gesellschaftlichen Nachfrage gemeinschaftlicher Lebensweisen, ein Umdenken der herkömmlichen Bauweise und einen neuen Blick auf die gebaute Umwelt. Diese Probleme werden im aktuellen Diskurs des Umgangs mit Bestandsgebäuden behandelt. Dieser umfasst nicht nur den materiellen Bestand, die Architektur, sondern auch den immateriellen Bestand, wie beispielsweise das gemeinschaftliche Leben von Ordensmitgliedern in den Klöstern. Das Klosterwesen besteht seit über tausend Jahren und erfährt im Laufe seiner Geschichte Höhen und Tiefen und sieht sich aktuell mit einer Krise konfrontiert. Der Rückgang der Orden nimmt seit Jahren zu, bedingt durch das hohe Alter der Mitglieder und dem Ausbleiben von Zuwachs. Der Schwund an KlosterbewohnerInnen erschwert die aufwendige Instandhaltung zunehmend, wodurch viele Klöster als Leerstand enden. Die Resilienz des Klosterwesens als gemeinschaftliche Lebensform,die sich aus seiner historischen Beständigkeit ergibt, bietet jedoch eine gute Grundlage für eine genauere Auseinandersetzung mit der Zukunft klösterlicher Strukturen. Die Arbeit zeigt mit dem obsoleten Bautypus Kloster ein mögliches Szenario für den Erhalt des materiellen und des immateriellen Erbes. Die gegenseitige Beeinussung von Gebäude und Inhalt wird im ersten Kapitel analysiert. Blickt man auf heutige Zahlen und Statistiken, die sich mit dem Klosterbestand befassen, fällt die dominierende Zahl der Ordensfrauen auf. Um die heutige weibliche Dominanz zu verstehen, gliedert sich die Recherche in einen allgemeinen Teil sowie einem Schwerpunkt auf die weibliche Perspektive. Das zweite Kapitel bildet die Bestandsanalyse des für den nachfolgenden Entwurf gewählten Klosters Wonnenstein in Appenzell Innerrhoden in der Schweiz. Der Entwurf zeigt einen Rückbezug auf die ursprüngliche Klostertypologie und eine Neuinterpretation der Nutzungen für ein gemeinschaftliches Leben im Sinne einer kontemporären Wohngemeinschaft. Das Kloster als Gebäudekomplex umfasst neben dem Mutterhaus als Wohngebäude ein Arbeitshaus sowie ein Gästehaus, vereint so Wohnen und Arbeiten. Durch die Neuinterpretation der obsolet gewordenen Nutzungenbleibt die Symbiose der Gebäudeteile erhalten und es wird ein Fortschreiben des Klosters ermöglicht.Die Revitalisierung des Klosters als ein seit Jahrhunderten bestehendes Wohngebäude im ländlichen Raum dient als Vorschlag ür den Umgangmit Bestand und dem Schaffen neuer gemeinschaftlicher Wohnformen.
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Architectural practices are dened by demolition and newly built structures with the ongoing use of new sources and materials. However, does the present situation, influenced by climate change, lack of resources, and the social request or communal places and living forms, challenge a demand for an amendment of conventional construction methods and the perception of our built environment. These problems are examined in the discourse of working with existence, which addresses material facts and built structures and challenges immaterial existence, such as communal life in monasteries. Monastic life has existed for thousands of years and has evolved through heights and depths, resulting in a current crisis.The orders faced a decrease over the last few years caused by the aging of the religious members and the absence of new members. The loss of the monastic inhabitants resulted in an overload concerning the buildings and the future vacancy of the monasteries. However, does the monastic life as a communal living form offer a certain resilience through its steadiness during history and gives rise to its examination. The thesis demonstrates how the obsolete building type of monasteries can undergo a scenario for the future preservation of their material heritage and their immaterial heritage. The reciprocal influence og the building and its content will be analyzed in the first chapter. Taking a closer look at today's numbers and statistics of the monastic existence, the dominating numbers of the female orders will be evident. The research is divided into a general part and the female version to analyze this female domination.The second chapter covers the analysis of the monastery for the further design approach,the monastery Wonnenstein in Appenzell Innerrhoden in Switzerland. The proposal refers to the traditional monastery typologies and a new interpretation of its functions to realize communal life as a contemporary co-living concept. The monastery as a complex is formed by the mutterhaus as the residential building, a guesthouse and a workhouse and therefore combines living and working under its roof. With the new interpretation of the obsolete functions implemented in the symbiotic building parts, a continuation of the monastery is introduced.The revitalization of the monasteries as a century-long existing residential building in rural areas is an approach of combining working with the existent and formulating new co-living concepts.
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Zusammenfassung in englischer Sprache Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers