Kuhlike, C. (2024). Resilienz. In C. Peer, E. Semlitsch, S. A. Güntner, M. Haas, & A. Bernögger (Eds.), Urbane Transformation durch soziale Innovation (pp. 191–196). TU Wien Academic Press. https://doi.org/10.34727/2024/isbn.978-3-85448-064-8_24
In den letzten Jahren hat sich der Begriff Resilienz in verschiedenen Kontexten etabliert; auch für die Gestaltung urbaner Entwicklungen gewinnt er an Bedeutung. Der Begriff wird von verschiedenen Disziplinen genutzt und ermöglicht den interdisziplinären Austausch, wobei sich im Wesentlichen zwei Perspektiven etabliert haben. Die erste betont die Fähigkeit zur Erholung nach einer Katastrophe sowie die Widerstandsfähigkeit von (urbanen) Systemen gegenüber Störungen. Die zweite betont die Fähigkeit zu Veränderung und Transformation. Die Debatte um eine resiliente urbane Entwicklung ist damit durch eine paradoxe Spannung geprägt: Auf der einen Seite wird die Bedeutung von Kontinuität und Stabilität betont, auf der anderen die Notwendigkeit von Veränderung und Transformation. In der deutschsprachigen Debatte hat sich die Wahrnehmung des Konzeptes in den letzten Jahren stark gewandelt. Während der Begriff Resilienz zunächst wenig präsent war, haben in den letzten Jahren zahlreiche Veröffentlichungen das Thema aufgegriffen. Dennoch wird Resilienz in der Verwaltungspraxis oft noch als fremd empfunden. Es stellt sich daher die Frage nach dem konkreten Mehrwert des Konzeptes im urbanen Kontext. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick zu wesentlichen Diskussionspunkten.