Mack, S. (2022). Verwendungs- und Verwertungsmöglichkeiten von Bau- und Konstruktionsabfällen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2022.98443
E234 - Institut für Interdisziplinäres Bauprozessmanagement
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Date (published):
2022
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Number of Pages:
70
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Keywords:
Bauabfälle; Konstruktionsabfälle
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Abstract:
Die Bauindustrie steht vor zwei der größten Herausforderungen ihrer Zeit. Ressourcenmangel und überfüllte Deponien. Durch die immer weiterwachsende Bevölkerung werden bei gleichbleibenden Ansprüchen in den nächsten Jahren nicht nur die Ressourcen knapp, sondern die Deponiemöglichkeiten komplett ausgeschöpft sein. Im Laufe der vorliegenden Arbeit werden Verwendungs- und Verwertungsmöglichkeiten von Bau- und Konstruktionsabfällen gefunden. Eine Leitfrage der Arbeit lautet: „Wie können Bau- und Konstruktionsabfälle noch effektiver wiederverwendet, recycelt oder verwertet werden?“. Mit Hilfe von Experteninterviews werden neue Möglichkeiten sowie Hindernisse und Problematiken der Kreislaufwirtschaft erörtert und dargestellt. Das Alleinstellungsmerkmal der Arbeit bildet das Referenzprojekt. Der Abbruch eines Einfamilienhauses wird vor Ort begleitet und dokumentiert. Dadurch können relevante und vor allem reale Daten für weitere Berechnungen gesammelt und später verarbeitet werden. Auf Grundlage dieser Daten, wird ein materieller Gebäudepass (MGP) gemäß Kovacic und Honic (Kovacic & Honic, 2019) erstellt, um unter anderem ökologische Vorteile, gemessen an der Reduktion der Emissionen, aufzuzeigen und anhand einer optimierten Variante mit dem realen Projekt zu vergleichen. Abschließend werden drei Szenarien abgebildet und für diese Kostenvergleiche erstellt. Szenario 1 zeigt den realen Mengen- und Kostenverlauf des Abbruchs. Das zweite Szenario stellt eine optimierte Variante vor, in der fiktiv wiederverwendbare Materialien an Dritte weiterverschenkt und somit die Entsorgungskosten eingespart werden können. Szenario 3 bildet die optimale Lösung ab. Hierfür werden auf Grundlage des Expertenwissens und durch Onlineplattformen Preisvergleiche und Möglichkeiten gefunden, das Material gewinnbringend zu verkaufen. Wie sich im Laufe der Arbeit herausstellt, birgt die Wiederverwendung und -verwertung von Bau- und Konstruktionsabfällen trotz des höheren Planungs- und Durchführungsaufwandes sowohl ökonomische, ökologische sowie soziale Vorteile. Diese spiegeln sich zum einen in der enormen Kostenminderung durch Einsparung der Entsorgungskosten und in der Minderung der umweltschädlichen Emissionen durch Weiterverwendung der Materialien wider. Zum anderen werden durch den verwertungsorientierten Rückbau Arbeitsplätze für sozialbenachteiligte Arbeitnehmer geschaffen. Durch die Expertenbefragungen wird deutlich, dass jedes Material, das nicht giftig ist, aufbereitet und wiederverwendet werden kann. Das alles und noch vieles mehr wird im Laufe der Arbeit spezifiziert und detailliert aufgezeigt.
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The construction industry is facing two of the greatest challenges of its time. Lack of resources and overcrowded landfills. Due to the ever-increasing population, not only will resources be scarce in the next few years with the same demands, but the landfill options will be completely exhausted. In the course of this work, possible uses and recycling of building and construction waste are found. A key question of the work is as follows: "How can building and construction waste be reused, recycled or utilized even more effectively?". With the help of expert interviews, new possibilities as well as obstacles and problems of the circular economy are discussed and presented. The unique selling point of the work is the reference project. The demolition of a single-family house is accompanied and documented on site. This allows relevant and, above all, real data to be collected for further calculations and later processed. Based on this data, a material building passport (MGP) is created according to Kovacic and Honic (Kovacic & Honic, 2019) in order to show, among other things, ecological advantages, measured by the reduction in emissions, and based on an optimized variant with the real project to compare. Finally, three scenarios are mapped and created for these cost comparisons. Scenario 1 shows the actual quantity and cost development of the demolition. The second scenario presents an optimized variant in which fictitious reusable materials are given away to third parties and disposal costs can thus be saved. Scenario 3 depicts the optimal solution. For this purpose, price comparisons and opportunities to sell the material profitably are found based on expert knowledge and online platforms. As it turns out in the course of the work, the reuse and recycling of building and construction waste has economic, ecological and social advantages despite the higher planning and implementation costs. These are reflected on the one hand in the enormous cost reduction through savings in disposal costs and in the reduction of environmentally harmful emissions through reuse of the materials. On the other hand, jobs for socially disadvantaged employees are created through the recycling-oriented demolition. The expert surveys make clear that any material that is not toxic can be processed and reused. All this and much more will be specified and shown in detail in the course of the work.