Vogelsang, L. P. J. (2024). Chaletdörfer in Österreich: Eine explorative Analyse ihrer Anzahl, der Lage und der Eigentumsstrukturen im raumplanerischen Kontext [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.109685
Der Begriff „Chaletdörfer“ erlangte in den vergangenen Jahren mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Es wird von Investitionen aus dem Ausland, Geisterdörfern, Freizeitwohnsitzen und gar einem Ausverkauf der Heimat berichtet. Was in der Debatte oftmals fehlt, ist eine konkrete Definition dieser sogenannten Chaletdörfer und eine rationale Betrachtung des tatsächlichen Ausmaßes hinsichtlich der Eigentumsstrukturen, der Herausforderungen für die (örtliche) Raumplanung und der Flächeninanspruchnahme derartiger Dörfer. Die vorliegende Arbeit soll vor allem eine Definition für Chaletdörfer, deren Verortung in Österreich, deren Anzahl, Größe und Flächeninanspruchnahme schaffen. Zudem werden Chaletdörfer im Kontext der bestehenden Rechtslage und deren Herausforderungen für die (örtliche) Raumplanung beschrieben.Die größten Chaletdörfer befinden sich in den Bundesländern Kärnten, der Steiermark und Salzburg, hier besteht auch die höchste Anzahl. Eine Häufung ist entlang des Alpenhauptkammes in der Nähe von Wintersportgebieten festzustellen. In den Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg stehen mehr Anteile an Chaletdörfern in Besitz von in Deutschland gemeldeten natürlichen oder juristischen Personen als von jenen in Österreich gemeldeten. Hierzu lässt sich eine Korrelation zu Nächtigungszahlen des Tourismus im Jahre 2023 feststellen. In diesen Bundesländern stammte der größte Teil an Nächtigenden ebenfalls aus Deutschland. In Kärnten, der Steiermark, Ober- und Niederösterreich und dem Burgenland stellen jeweils Österreicher:innen die größte Gruppe an Anteilseigentümer:innen und Tourist:innen dar.Die recherchierten und in der vorliegenden Arbeit dargestellten Chaletdörfer nehmen bundesweit eine Fläche von rund 2,86 km2 in Anspruch. In Relation zu den rund 11.500 km2 Siedlungsraum (vgl. Statistik Austria 2024a) eine quantitativ geringe Fläche. Qualitativ befinden sich die untersuchten Chaletdörfer teilweise jedoch in peripheren Lagen, auf hochsensiblem Boden, gerodeten Waldflächen und/oder in Gefahrenzonen von Wildbächen.Die Raumplanungs- und Raumordnungsgesetze der Bundesländer Österreichs wurden in den letzten Jahren hinsichtlich der Schaffung von Freizeitwohnsitzen zunehmend verschärft. Betriebe für die Tourismuswirtschaft, dazu zählen auch tourismusgewerblich betriebene Chaletdörfer im Sinne von Hoteldörfer sollen jedoch nach wie vor ermöglicht werden. Hierbei ergeben sich teilweise nach wie vor Schlupflöcher für die eine potentielle Schaffung von Freizeitwohnsitzen. Es sind Novellierungen und Konkretisierungen bestehender Gesetze notwendig, um die Schaffung von Chaletdörfern als Freizeitwohnsitze und die damit einhergehenden Herausforderungen aus gesellschaftlicher und raumordnungspolitischer Sicht einzuschränken.
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The term ‘chalet villages’ has attracted media and social attention in recent years. Thereare reports of investments from abroad, ghost villages, leisure residences and even a selloutof the homeland. What is often missing from the debate is a concrete definition ofthese so-called ‘chalet villages’ and a rational consideration of the actual extent withregard to ownership structures, the challenges for (local) spatial planning and the landutilisation of such villages.The main aim of this paper is to define chalet villages, their location in Austria, theirnumber, size and land utilisation. In addition, chalet villages are described in the contextof the existing legal situation and their challenges for (local) spatial planning.The largest chalet villages are located in the federal states of Carinthia, Styria andSalzburg, which also have the highest number. There is a concentration along the mainAlpine ridge near winter sports resorts. In the federal states of Salzburg, Tyrol andVorarlberg, more chalet villages are owned by natural or legal persons registered inGermany than by those registered in Austria. There is a correlation with the number ofovernight stays in tourism in 2023. In these federal states, the majority of overnight stays also came from Germany. In Carinthia, Styria, Upper Austria, Lower Austria and Burgenland, Austrians make up the largest group of property owners and tourists. The chalet villages researched and presented in this study cover an area of around 2.86 km2 nationwide. In relation to the approximately 11500 km2 of settlement area (see Statistics Austria 2024a), this is a quantitatively small area. In terms of quality, however, some of the chalet villages analysed are located in peripheral locations, on highly sensitive soil, cleared forest areas and/or in hazard zones of torrents.The spatial planning laws of Austria's federal provinces have been increasingly tightenedin recent years with regard to the creation of leisure residences. However, businesses forthe tourism industry, including tourist chalet villages in the sense of hotel villages, shouldstill be permitted. In some cases, there are still loopholes for the potential creation ofleisure residences. Existing laws need to be amended and made more specific in order tolimit the creation of chalet villages as leisure residences and the associated challengesfrom a social and spatial planning perspective.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers