Fehimovic, L. (2024). Das Mahnmal am Wiener Judenplatz : ein Ensemble der Erinnerung [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.116206
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
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Date (published):
2024
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Number of Pages:
98
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Keywords:
Denkmalpflege; Judenplatz; Erinnerungskultur
de
Heritage conservation; Judenplatz; Memory Studies
en
Abstract:
Die Diplomarbeit widmet sich der Entstehungsgeschichte des Shoah Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer des Holocaust am Judenplatz in der Wiener Innenstadt und setzt sich mit dem Objekt, seiner Umgebung und den an der Entstehung und Gestaltung des Mahnmals beteiligten Protagonistinnen und Protagonisten auseinander. Das Mahnmal ist ein Entwurf der britischen Künstlerin Rachel Whiteread und geht auf eine Initiative von Simon Wiesenthal zurück. Erste Entwurfsideen entstanden 1996 im Rahmen eines von der Stadt Wien ausgeschriebenen Wettbewerbs. Aufgrund von Baustopps und zahlreichen politischen, künstlerischen und archäologischen Debatten über diesen besonderen historischen Stadtraum wurde die „Bibliothek ohne Namen“ erst fünf Jahre später realisiert. Gleichzeitig wird das Denkmal in den größeren Kontext eines bedeutenden Ensembles am Judenplatz gestellt. Gemeinsam mit dem unmittelbar unterhalb des Denkmals gelegenen Schauraum für die Reste der 1421 von der Wiener Geserah zerstörten Or-Sarua-Synagoge und dem Misrashi-Haus als musealem Bindeglied wurde ein Ort der Erinnerung an jüdisches Leben in Wien geschaffen. Hier soll nicht nur an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, sondern auch an jene, die der Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden in Österreich 1420/21 (Wiener Geserah) zum Opfer fielen und in Vergessenheit gerieten. Die feierliche Eröffnung des Gesamtprojektes fand im Herbst 2000 statt und ermöglichte es der Stadt Wien, das erste Denkmal in Österreich zu errichten, das explizit den 65.000 ermor-deten österreichischen Jüdinnen und Juden gewidmet ist. Die historisch-politische, kulturelle und künstlerische Bedeutung des Mahnmals führte schließlich zu der Frage, welche Bedeutung dem Mahnmalkomplex zukommt, welche Er-haltungsmaßnahmen ergriffen werden sollten und welche Entwicklungsmöglichkeiten für das Projekt bestehen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit die stadträumliche Einbindung und Wirkung des Shoah-Mahnmals am Judenplatz und analysiert seinen aktuellen baulichen Zustand - von den ersten Bauschäden an der Außenfassade bis zu den nachträglichen Veränderungen durch die Projektbeteiligten in den letzten zehn Jahren.
de
The thesis is dedicated to the history of the creation of the Shoah Memorial to the Austrian Jewish victims of the Holocaust on Judenplatz in Vienna’s city centre and examines the object, its surroundings and the protagonists involved in the creation and design of the memorial. The memorial was sculpted by British artist Rachel Whiteread and is the result of an initiative by Simon Wiesenthal.The first design ideas were developed in 1996 as part of a competition organised by the City of Vienna. Due to construction delays and numerous political,artistic and archaeological debates about this particular historical urban space,the ‘nameless library’ was only realised five years later. At the same time, the monument is placed in the larger context of a significant ensemble on Judenplatz.Together with the exhibition space for the remains of the Or - Sarua - Synagogue,which was destroyed by the Wiener Gesera in 1421, and the Misrashi House as a museum link, a place of remembrance of Jewish life in Vienna has been created. It commemorates not only the victims of National Socialism, but also those who fell victim to the persecution and murder of Jews in Austria in1420/21 (Wiener Gesera) and have been forgotten. The in auguration of the project took place in autumn 2000 and enabled the City of Vienna to erect the first memorial in Austria explicitly dedicated to the 65,000 murdered Austrian Jews. The historical, political, cultural and artistic significance of the memorial ultimately led to the question of the importance of the memorial complex, what conservation measures should be taken and what development opportunities exist for the project. Against this background, the thesis examines the urban integration and impact of the Shoah Memorial on Judenplatz and analyses its current structural condition - from the first damages to the outer façade to the subsequent changes made by those involved in the project over the last tenyears.
en
Additional information:
Zusammenfassung in englischer Sprache Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers