Cmolik, S. (2024). Planung von kommunaler Infrastruktur am Beispiel der Bäder in Niederösterreich [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.119843
sports infrastructure; swimming pools; regional development
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Abstract:
Die Beziehung zum Wasser, die jedem Menschen von Geburt an in seiner Geschichte mitgegeben ist, darf als etwas Besonderes angesehen werden. Ohne das Element könnte der menschliche Körper nicht existieren. Diese Tatsache birgt vermutlich die Kraft der Anziehung,die das Wasser auf uns seit Jahrtausenden ausübt, auch in der Wahl unserer Freizeitgestaltung. Daher wird zu Beginn des ersten Kapitels auf die historische Geschichte der Bäder in Mitteleuropa geblickt. Bereits hier zeigen sich durch die Epochen der Geschichte zyklisch verlaufende Hochphasen und Niedergänge diverser Schwimm- und Bäderkulturen. Abhängig vom Wohlstand einer Gesellschaft spiegelt das Freizeitverhalten die über- oder untergeordnete Rolle unterschiedlicherBäderinfrastruktur wider. Unter Berücksichtigung dieser historischen Entwicklungen werden die aktuellen Daten der letzten Jahre im deutschsprachigen Raum in Bezug auf die derzeit vorhandene Bäderinfrastruktur und Schwimmfähigkeit der Menschen exploriert und analysiert. Bei der Betrachtung der Datenlage zeigt sich, dass diese zwar so umfangreich wie nie ist, allerdings für eine umfassende Analyse dennoch als unzureichend zu qualifizieren ist. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Daten von den Anwendern vielfach mangelhaft verwendet bzw. interpretiert werden.Um eine Klassifizierung vorhandener und zukunftsweisender Bäderbetriebsarten zu erhalten, wird im zweiten Kapitel auf Besonderheiten und Probleme beim Bau und der Verwaltung von Bäderimmobilien eingegangen. Sowohl die Betriebsarten als auch eine Gegenüberstellung des herkömmlichen vs. eines richtigen Projektvorgehens, bezogen auf den Lebenszyklus einer Bäderimmobilie, werden analysiert. Auch hier zeigt sich in der Sammlung von Daten der Bäderinfrastruktur in Österreich, dass diese unvollständig vorhanden sind und nicht einmal auf Bundesländerebene ein eindeutiges Bild gezeichnet werden kann. Zudem zeigt sich auf struktureller Ebene, dass Städte und Gemeinden nicht in der Lage sind, ihre im Besitz der Gemeinden befindlichen Bäder wirtschaftlich adäquat zu verwalten. Im Zuge der Recherche wird deutlich, dass dieser Umstand jedoch nicht ausschließlich die Bäder betrifft, sondern auf beinahe jede kommunal verwaltete Sportinfrastruktur umzulegen ist. Als besonders problematisch werden in den Gemeinden allerdings die Bäderbetriebe angesehen, da die Rentabilität für bestimmte Bädertypen schlichtweg nicht gegeben ist, diese jedoch seit Jahrzehnten ohne baulicheAdaptionen oder Maßnahmen in der gewohnten Verwaltungsstruktur geführt werden. Der Umgang mit der Organisation dieser Immobilien zeigt die Schwachstellen des Systems im österreichischen Sportstättenbau auf.Am Beispiel Niederösterreich wird schließlich deutlich gemacht, dass die Gemeinden und Länder nach wie vor zu kleinregional denken und interkommunale Zusammenarbeit im vorherrschenden politischen System offenbar als nicht erstrebenswert erachtet wird. Es fehlt an neuen Kooperations- und Finanzierungsmodellen und die Gemeinden scheinen mit diesem Problem überwiegend allein gelassen. Nur wenige Beispielprojekte lassen sich finden, wo ein nachhaltiger Zugang versucht wurde, wobei jedoch durch das Beibehalten alter Planungs- und Verwaltungsmuster selbst dort wieder Fehlplanungen und Kostenüberschreitungen passieren, die Errichtung und Betrieb nachhaltig schwächen. Problematisch wirken sich die strukturellen Mängel bei den Badeeinrichtungen insbesondere beim Schulschwimmen aus, da die Defizite der Schwimmfähigkeit bei Kindern jährlich größer, die dringend benötigten Bäder jedoch aufgrund von Sanierungsstau und stetig steigender Kosten zunehmend geschlossen werden. Gemeinden, Länder und Bund werden hier in Zukunft vor neuenHerausforderungen stehen, um das Schulschwimmen – wie in den jeweiligen Lehrplänen vorgesehen - überhaupt gewährleisten zu können. Zusammengefasst werden schließlich drei in Zukunft prägende Bädertypen dargestellt und Handlungsleitlinien für die Gemeinden zur zukunftstauglichen Erhaltung von Bäderimmobilien vorgestellt.In Kapitel drei wird im Detail auf das Ybbstal, die Region rund um die Stadt Waidhofen an der Ybbs, als Beispielregion geblickt und erhoben, ob und in welcher Form hier ein Bedarf an Schwimmbädern gegeben ist. Vorhandene Bäder werden auf ihre Ausstattung und Lage in der Region überprüft. Aufbauend auf den in Kapitel 2 erhobenen Daten wird das vorhandene Angebot bewertet sowie das Einzugsgebiet und mögliche Zielgruppen überprüft. Die demografische Analyse der Stadt bescheinigt der Stadt einen starken Wirtschafts- und Tourismusraum sowie allgemein eine hohe Lebensqualität über alle Generationen hinweg, auch bedingt durch einen etablierten Schulstandort. Jedoch fehlen ebendiesem die nötigen Innovationen sowie auch eine eindeutige Profilierung im Sektor Tourismus und Freizeit. Schließlich wird in Kapitel vier- unter Berücksichtigung der zuvor gewonnenen Erkenntnisse - eine Handlungsanleitung vorgeschlagen wie sich die Region dem Thema widmen und im interkommunalen Zusammenschluss als Vorbild für eine Bäderregion in Niederösterreich stehen könnte.
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The relationship with water is inherent in the personal history ofevery human being from birth and can be regarded as something extraordinary. Without the element of water, a human body could not exist. This fact presumably holds the power of attraction that water has exerted on us for thousands of years, also in our choice of leisure time activities.The first chapter therefore begins with a look at the history of swimming pools in Central Europe. Here we can already see that the various swimming and bathing cultures have experienced cycles of great popularity and decline. Depending on the prosperity of a society, leisure behaviour reflects the predominant or subordinate role of different types of swimming pool infrastructure.Taking these historical developments into account, current data from German-speaking areas in recent years is examined and analysed with regard to the presently available swimming pool infrastructure and people’s swimming abilities. It is clear that although there is more extensive data than ever before, it is not yet sufficient for a comprehensive analysis. Furthermore, the available data is often used or interpreted inadequately. In order to obtain a classification of existing and future-oriented types of pool operation, chapter two is concerned with special features and issues in the construction and management of pool properties. Both the types of operation and the comparison of a conventionalv s. a proper project approach are being analysed in relation to the lifecycle of a pool property. Here, too, it becomes apparent that the data collection on pool infrastructure in Austria is incomplete and that a clear picture cannot even be painted on a federal state level. It is alsoclear at a structural level that cities and municipalities are not able to manage their pool properties in an economically adequate manner.In the course of research, it becomes evident that this circumstance is not exclusive to pools, but can be applied to almost any municipally managed sports infrastructure. Still, the municipalities consider pool properties to be particularly problematic. The economic viability ofcertain types of pools is simply not given, but have been in operationfor decades without any constructional adaptations or measures in the administrative structure. The way in which the organisation of these facilities is handled shows the weaknesses of the system in Austrian sports facility construction.Finally, the example of Lower Austria makes it clear that municipalities and federal provinces still think too small regionally and that intercommunal collaboration is obviously not considered desirable in the prevailing political system. There is a lack of new cooperation and financing models and it seems that municipalites are largely being left alone with this problem. Only a few projects have attempted amore sustainable approach. However, by retaining old planning and management patterns, even these projects show planning errors and cost overruns that weaken construction and operation long term.These structural shortcomings in swimming facilities have a particularly problematic effect on school swimming. While the deficits in children’sswimming abilities are increasing yearly, the urgently needed pools are increasingly being closed due to renovation backlog and constantly rising costs. Municipalities, federal states and the federal governmentwill face new challenges in the future in order to guarantee schoolswimming – as provided for in the respective curricula – at all. In summary, three types of pools that will shape the future are presented as well as guidelines for municipalities on how to maintain pool properties in a future-proof manner .Chapter three looks in detail at the Ybbstal, the region around the town of Waidhofen an der Ybbs, as an example region and determines whether and in what form there is a need for swimming pools there. Existing pools will be checked for their facilities and location in the region. Based on the data collected in chapter two, they are evaluated and the catchment area and the potential target groups are examined.The demographic analysis of the town Waidhofen an der Ybbs confirms that it has a strong economic and touristic sector as well as a generally high quality of living across all generations, also due tobeing an established school location. However, it lacks the necessary innovations and a clear profile in the tourism and leisure sector.The final chapter four draws upon the entire thesis, tying up the various theoretical and empirical strands in order to suggest how the region can dedicate itself to the topic and act as a role model for intermunicipal association for a public pool region in Lower Austria.
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Zusammenfassung in englischer Sprache Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers