Şişman, Y. (2024). Von Raumschichten zu Klimazonen : Transformation einer Umbaustrategie [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.126208
Hermann Czechs Definition von Umbau als „Entscheidungsreihe“ war die Inspiration, um die einzelnen architektonischen Entscheidungen im Sinne einer Umbaustrategie zu hinterfragen. Was wären ihre Gründe und Ziele? Jede Entscheidung ist einer Epoche und einer Lage zugeordnet. Sie sind von deren kulturellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Umständen geprägt. Bei diesem Hinterfragen wird die Schichtung als architektonische Strategie gewählt, um die Umsetzung dieser Strategie in verschiedenen Epochen zu vergleichen. Als eine Entscheidungsreihe betrachtet, kann man Schichtung als eine Strategie zum Fügen von Alt und Neu in einer Reihe verstehen. Es geht um eine Transformation des Bestands, wobei die Grenzen zwischen innen und außen, alt und neu sowie kalt und warm neu interpretiert werden. Als historische Projekte dienen Villa Karma, ein Umbauprojekt von Adolf Loos, als Fallbeispiel für Raumschichten, und Haus Zankel, ein experimenteller Neubau und Teil der Solararchitektur der 70er/80er-Jahre von Konrad Frey, als Fallbeispiel für Klimazonen. Als zeitgenössisches Fallbeispiel zeigt House Rot Ellen Berg von Architecten de Vylder Vinck Taillieu, wie die Intervention von Raumschichten im aktuellen Diskurs in technische Intervention von Klimazonen übersetzt wird. Fallbeispiele für Schichtung aus unterschiedlichen Epochen zeigen, dass auch wenn die Entscheidung selbst, die Umbaustrategie, dieselbe ist, die Bedingungen und die angestrebten Ziele dahinter deutlich unterschiedlich sind. Bei der Villa Karma wird die neue Raumschicht zum Aufenthaltsraum. Hier ist das Hauptziel die Erweiterung des Bestands und die Ergänzung seiner Räumlichkeiten. Bei House Rot Ellen Berg werden Pufferräume zwischen den unterschiedlich klimatisierten Schichten geschaffen. Diesmal ist die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung die globale Erwärmung, der Klimawandel und das wachsende Bewusstsein für die ökologischen Auswirkungen der Bauindustrie. Die Diplomarbeit sucht nach einer Symbiose zweier Strategien: der Strategie der räumlichen Schichtung und der Strategie der Klimazonen. Die historischen Akteure der Symbiose profitieren indem, dass sie in heutigen sozialen Bedingungen und technischen Herausforderungen übersetzt werden und ein zweites Leben erhalten. Die zeitgenössischen Akteure der Symbiose profitieren indem, dass sie durch Klimazonen nicht nur technische Pufferräume, sondern auch Räume mit Mehrwert schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden im ersten Teil drei Fallbeispiele für Schichtung analysiert und die Potenziale sowie Anforderungen für ein neues Umbauen in der Klimakrise untersucht. Dabei geht es um die Strategien zur Bildung von Klimazonen und um das Potenzial des Schwellenraums. Im zweiten Teil werden die Erkenntnisse aus dem theoretischen Teil für einen eigenständigen Entwurf verwendet: ein Umbauprojekt in einer leerstehenden Hofanlage am Stadtrand Wiens. Eine Kombination von thermischen Anforderungen, Klimazonen, und der Berücksichtigung der raumbildenden Aspekte, Raumschichtung, ist das Ziel dieses Entwurfs.
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Hermann Czech's definition of conversion as a "series of Hermann Czech's definition of conversion as a "series of decisions" was the inspiration to question the individual architectural decisions in terms of a conversion strategy. What were their reasons and goals? Every decision is assigned to an era, a location. They are shaped by their cultural, social, political, economic and ecological circumstances. In this questioning, layering is selected as an architectural strategy to compare the implementation of this strategy from different eras. Considered as a series of decisions, layering can be understood as a strategy for putting old and new together in a series. It is about transforming the existing structure, reinterpreting the boundaries between inside and outside, old and new, cold and warm. As historical projects, Villa Karma, a conversion project by Adolf Loos, serves as a case study for spatial layers and Haus Zankel, an experimental new building and part of the solar architecture of the 70s/80s by Konrad Frey, serves as a case study for climate zones. As a contemporary case study, Haus Rot Ellen Berg by Architecten de Vylder Vinck Taillieu shows how the intervention of spatial layers in the current discourse is translated into technical intervention of climate zones. Case studies of layering from different eras show that although the decision itself, the conversion strategy, is the same, the conditions and the desired goals behind it are significantly different. In the case of Villa Karma, the new spatial layer becomes a living space. Here, the main goal is to expand the existing building and add to its space. House Rot Ellen Berg creates buffer zones between the different climate layers. This time, the driving force behind this decision is global warming, climate change and the growing awareness of the ecological impact of the construction industry. The thesis looks for a symbiosis of both strategies: the strategy of spatial layering and that of climate zones. The historical actors of the symbiosis benefit from being translated into today's social conditions and technical challenges and given a second life. The contemporary actors of the symbiosis benefit from the fact that they create climate zones not only as technical buffer spaces, but also as spaces with added value. To achieve this goal, the first part of the thesis analyzes three case studies for layering and examines the potential and requirements for a new type of conversion in the climate crisis. This involves the strategies for forming climate zones and the potential of threshold space. In the second part, the findings from the theoretical part are used for an independent design: a conversion project in an empty courtyard facility on the outskirts of Vienna. A combination of thermal requirements, climate zones, and the consideration of spatial design aspects, spatial layering, is the goal of this design.