Egger, M. (2024). Logistik der Abfallsammlung im öffentlichen Raum [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.113921
Waste logistics; Waste Management; public waste bins
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Abstract:
In Österreich fallen jährlich über 50.000 Tonnen an Abfällen aus öffentlich errichteten Abfallbehältern an [6]. Als eigener Abfallstrom werden diese Abfälle aber nicht betrachtet und somit auch nicht ihre Erfassung und Handhabung.Das zentrale Ziel dieser Diplomarbeit besteht darin, bestehende Logistiksysteme für die Sammlung von Abfällen im öffentlichen Raum zu analysieren (Infrastruktur, Mengen, Sammelprozesse) und die Anwendbarkeit einer verstärkten getrennten Sammlung zu evaluieren.Grundlage der analysierten Daten ist eine online durchgeführte (quantitative und qualitative) Datenerhebung (Fragebogen), basierend auf einer Literaturrecherche und einem Workshop mit Stakeholdern zu den Themen Abfallentsorgungslogistik und getrennte Sammlung im öffentlichen Raum. Der Zugangslink zum Fragebogen wurde per Mail an alle Gemeinden Österreichs gesendet. Durch den Rücklauf von insgesamt 220 Gemeinden konnte etwa 22% der österreichischen Gesamtbevölkerung erfasst werden (Wien ausgenommen).Die erhobenen Daten haben gezeigt, dass in der kleinsten Gemeindegrößenklasse (<1.000 EW) nur etwa ein Viertel der Menge an öffentlichen Abfällen anfällt als in der größten Gemeindegrößenklasse (>50.000 EW). Dies deutet darauf hin, dass in dichter besiedelten Gebieten die Tendenz zum Außerhauskonsum entsprechend größer ist.Als gebräuchlichste Methode für die Erfassung dieser Abfälle hat sich eine Kombination aus einer Sammlung mit Sammelfahrzeugen und einer Erfassung zu Fuß mit mobilen Tonnen herausgestellt; anschließend erfolgt eine Zwischenlagerung der Abfälle am Bauhof, Altstoffsammelzentrum oder Wirtschaftshof, der Umschlag zu größeren Gebinden und der Weitertransport zur Behandlungsanlage.Die Sammelprozesse basieren dabei auf routinemäßigen, festgelegten Touren. Eine bedarfsorientierte Entleerung durch den Einsatz intelligenter Behältersysteme mit beispielsweise Füllstandsüberwachung ist nur selten in Gebrauch.Bezüglich der getrennten Sammlung der Abfälle im öffentlichen Raum, haben die erhobenen Daten gezeigt, dass es zwar in allen Gemeinden öffentliche Einrichtungen gibt, in denen bereits getrennt gesammelt wird (hauptsächlich Schulen) aber abgesehen davon nur sehr selten Behältersysteme für eine getrennte Sammlung zur Verfügung stehen.4Hervorzuheben ist, dass in insgesamt 22% der Gemeinden Leichtverpackungen und Glas direkt bei der Sammlung oder am Zwischenlagerplatz (händisch) herausgetrennt werden.Insgesamt halten 39% der Gemeinden einen Ausbau der getrennten Sammlung für sinnvoll, während 61% dieser Notwendigkeit nicht zustimmen. Diese Einschätzung steht in engem Zusammenhang mit der Größe der Gemeinden und damit mit der Menge an öffentlich anfallenden Abfällen. In den kleinsten Gemeinden sind die Abfallmengen oft so gering und die potenziell abzutrennenden Fraktionen so minimal, dass eine verstärkte getrennte Sammlung als nicht sinnvoll erscheint.Für die Einführung einer verstärkten getrennten Abfallsammlung im öffentlichen Raum konnten für die Gemeinden folgende Herausforderungen identifiziert werden: Finanzielle Herausforderungen, infrastrukturelle und logistische Herausforderungen sowie die befürchtete schlechte Trennqualität und die mangelnde Beteiligungsbereitschaft der Bevölkerung.Aus den gesammelten Daten geht hervor, dass ein zentraler Ansatzpunkt zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit bei den Abfallsammelprozessen der verstärkte Einsatz von Unterflurbehältern, Smart Waste Bins und Solarpressbehältern sein kann. Diese Technologien bieten Vorteile hinsichtlich der Kapazität und der Füllstandsüberwachung und können zur Reduzierung von Transportkosten, Leerfahrten, Treibstoff und Reifenabrieb beitragen.Darüber hinaus bietet die Einführung einer verstärkten getrennten Sammlung im öffentlichen Raum noch viel Potential, insbesondere in Parks und stark frequentierten Gebieten, einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung der Recyclingquoten zu leisten.Die Wichtigkeit des Themas hat sich neben der hohen Anzahl an teilnehmenden Gemeinden auch dadurch gezeigt, dass bis Redaktionsschluss bereits 90 von 220 teilgenommenen Gemeinden ihr Interesse an den Ergebnissen bekundeten!
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In Austria, over 50,000 tons of waste are generated annually from publicly installed waste containers [6]. However, this waste is not considered as a separate waste stream and therefore its collection and handling are not taken into particular consideration.The main objective of this diploma thesis is to analyze existing logistics systems for the collection of waste in public spaces (infrastructure, quantities, collection processes) and to evaluate the applicability of increased separate collection.The basis of the analyzed data is an online (quantitative and qualitative) data collection (questionnaire), based on a literature research and a workshop with stakeholders on the topics of waste disposal logistics and separate collection in public spaces. The access link to the questionnaire was sent by e-mail to all Austrian municipalities. A total of 220 municipalities responded, covering around 22% of the total Austrian population (excluding Vienna).The data collected showed that only around a quarter of the amount of public waste is generated in the smallest municipality size class (<1,000 p.e.) than in the largest municipality size class (>50,000 p.e.). This indicates that the tendency towards out-of-home consumption is correspondingly greater in more densely populated areas.The most common method for collecting this waste has proven to be a combination of collection with collection vehicles and collection on foot with mobile garbage cans; the waste is then temporarily stored at the building yard, waste collection center or commercial yard, transferred to larger containers and transported on to the treatment plant.The collection processes are based on routine, fixed routes. Demand-oriented emptying through the use of intelligent container systems with fill level monitoring, for example, is rarely used.With regard to the separate collection of waste in public areas, the data collected showed that although there are public facilities in all municipalities where separate collection is already in place (mainly schools), apart from this, container systems for separate collection are very rarely available.It should be emphasized that in a total of 22% of municipalities, lightweight packaging and glass are separated out directly during collection or at the interim storage area (manually).6Overall, 39% of municipalities consider an expansion of separate collection to be sensible, while 61% do not agree with this necessity. This assessment is closely linked to the size of the municipalities and therefore to the amount of publicly generated waste. In the smallest municipalities, the quantities of waste are often so small and the potential fractions to be separated are so minimal that increased separate collection does not appear to make sense.The following challenges were identified for the municipalities when introducing increased separate waste collection in public areas: Financial challenges, infrastructural and logistical challenges as well as the feared poor separation quality and the population's unwillingness to participate.The data collected shows that a key starting point for increasing the efficiency and sustainability of waste collection processes could be the increased use of underground containers, smart waste bins and solar press containers. These technologies offer advantages in terms of capacity and fill level monitoring and can help to reduce transport costs, empty runs, fuel and tire abrasion.In addition, the introduction of increased separate collection in public spaces still has a lot of potential to make a significant contribution to increasing recycling rates, especially in parks and high-traffic areas.The importance of the topic was demonstrated not only by the high number of participating municipalities, but also by the fact that 90 out of 220 participating municipalities had already expressed their interest in the results by the editorial deadline!
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers