Kögler, H. L. (2024). Ein Frauen*haus in Wien : Entwurf für den Umbau eines Bestands [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.127342
Frauenhaus; Frauenhäuser Wien; Umbau; Transformation; Bestand; Nachkriegsarchitektur; Waldkloster; Helene Koller-Buchwieser
de
women ́s shelter; woman ́s shelter vienna; transformation; existing building; post-war architecture; Waldkoster; Helene Koller-Buchwieser
en
Abstract:
Gewalt gegen Frauen* entgegnen Frauen*häuser mit akuter Hilfe für Betroffene und stellen temporäre Wohnmöglichkeiten bereit. In Wien übernimmt dies der Verein „Frauenhäuser Wien“, welcher im Kontext der Frauen*bewegung der 1970er Jahre entstanden ist und mit der sozialdemokratischen Stadtregierung eine langfristige Unterstützung gefunden hat. Ein Interview mit einer leitenden Mitarbeiter*in des Vereins über die alltäglichen Abläufe in den Frauen*häusern, sowie deren aktuelle Herausforderungen bildet eine wichtige Grundlage der folgenden Auseinandersetzung. Mit meiner Diplomarbeit schlage ich einen Entwurf für ein weiteres Frauen*haus in Wien vor und bekräftige damit die Relevanz und Unverzichtbarkeit dieser Institution. In Annäherung an das Raumprogramm werden Handlungen, Abläufe und Räume in Frauen*häusern mit den Begriffspaaren „Ankommen und Schützen“, „Sich Zurückziehen und Erholen“, „Teilen und Sorge Tragen“ und „Sich Beschäftigen und Bewältigen“ untersucht. Diese werden mit einer Sammlung von Handzeichnungen, Textausschnitten und Fotografien gestützt.Welchen Beitrag Architektur für die jeweiligen Themenbereiche leisten kann, ist zentraler Fokus der Auseinandersetzung.Um eine Verortung des Entwurfes vorzunehmen, schlage ich einen Umbau des ehemaligen Heims für alleinstehende Frauen* im 10. Wiener Gemeindebezirk vor. Das in der Nachkriegszeit errichtete Gebäude weist eine geeignete städtebauliche Positionierung auf und wurde von der umstrittenen Architekt*in Helene Koller-Buchwieser geplant. Nach Jahren des Leerstands befindet sich das Gebäude in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Der Entwurf strebt einen weitestgehenden Erhalt des Bestands an und thematisiert Maßnahmen der Ertüchtigung, sowie bauliche Änderungen zur Implementierung der neuen Nutzung. Die Gliederung der Baukörper, die Fassaden und die Dachlandschaft, sowie deren Materialität, Farbigkeit und Ausdruck von sind zentraler Bedeutung. Mit den zuvor eingeführten Begriffspaaren untersuche ich vier räumliche Situationen im Bestand genauer: den Eingang, das Zimmer, die Gemeinschaftsräume und den Garten. Die daraus resultierenden Überlegungen veranlassen die konkreten Eingriffe in den Bestand. Die Begriffspaare werden im Zuge des Entwurfs verräumlicht.
de
Violence against women* is countered through women*s shelters that provide acute help and temporary accommodation for those affected. In Vienna, this is realised by the ‘Frauenhäuser Wien’ association, which was founded in the context of the women*s movement of the 1970s and has found long-term implementation under the social democratic government. An interview with a member of the organisation's management team about the day-to-day processes of women*s shelters and their current challenges provides an important foundation for the following work. With my diploma thesis I present a design proposal for another further women*s shelter in Vienna highlighting the relevance and indispensability of the institution. The spacial programme, activities, procedures and spaces in women*s shelters are examined using the following conceptual couples: “Arriving and Sheltering”, “Withdrawing and Recovering”, “Sharing and Caring” and “Engaging and Overcoming”. These terms are investigated by a collection of drawings, text excerpts and photographs. How architecture can contribute to each of these themes is central to the collection.In order to specify the design to a location, I propose a conversion of a former home for single women* in the 10th district of Vienna. The proposed building, constructed in the post-war period, has a suitable urban positioning and was planned by the controversial architect Helene Koller- Buchwieser. After years of vacancy, the building is now in need of renovation. The proposed design aims to preserve the existing building as much as possible and focuses on renovation works and structural changes necessary to implement the new programme. The arrangement of the buildings, the façades and the roofscape, as well as their materiality, colour and expression are of significant relevance. Using the previously introduced conceptual couples, I examine four spatial situations in the existing building in detail: the entrance, the room, the common rooms and the garden. The resulting reflections contribute to the specific interventions proposed for the building. The conceptual couples are spacially implemented in the course of the design.