Buchmann, S. (2025). Die Kunst des Fügens : Reinterpretation alpiner Strukturen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.129060
Alpine architecture Building in rural areas; Cultural change; Lack of snow; Transformation; Ski resorts
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Abstract:
Eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Bauen im ländlichen Raum führt in Zeiten einer fortschreitenden Bodenversiegelung zwangsläufig dazu, bestehende gebaute Strukturen einzubeziehen. Parallel stehen in den Alpen viele dieser Strukturen durch klimatische Veränderungen oft vor einem erzwungenen Wandel. Die globale Erwärmung bringt zahlreiche ökologische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen mit sich, die auch in der Architektur ein Um- bzw. Weiterdenken im Bezug auf Gebäude und deren Nutzung erforderlich macht. Neubauten können dabei bestehende Strukturen sinnvoll ergänzen, bereichern oder den Bestand reaktivieren. Die Arbeit "Die Kunst des Fügens – Reinterpretation alpiner Strukturen" setzt sich mit einer bereits heute akuten Problematik auseinander, die in naher Zukunft weiter an Dringlichkeit gewinnen wird: Die zunehmende Schneearmut in tieferen Alpenlagen gefährdet die Rentabilität vieler Skigebiete. Oft kann eine ausreichende Schneeversorgung nur durch technische Maßnahmen künstlich garantiert werden. Dieses Phänomen hat bereits heute tiefgreifende Auswirkungen auf Flora und Fauna und fordert Handlungsbedarf. Gleichzeitig spürt die Bevölkerung die Veränderungen vor allem kulturell und wirtschaftlich, insbesondere durch den Wandel im Wintersport. In verschiedenen Maßstäben werden die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Faktoren der Skigebiete untersucht. Ausgehend von einer Erkundung des alpinen Raums und seiner Geschichte des Wintersports wird der Fokus auf den Ort Ehrwald im Bundesland Tirol gelegt – einer von zahlreichen Region, die sich auf einem schmalen Grat zwischen ökonomischem Interesse und ökologischen Kapazitäten bewegt. Das Ziel der Arbeit ist die Entwicklung einer Strategie für das Umdenken in der Nutzung eines Skigebiets. Durch sanfte, gezielte Interventionen wird eine veränderte Funktion initiiert. Die behutsame Umformulierung eines Bestandsgebäudes und das Hinzufügen eines neuen Baukörpers, der die Nutzung aufgreift und weiterentwickelt, werden zu zentralen Themen. Das Ergebnis ist ein bedürfnisorientiertes Ensemble aus zwei Bestandsgebäuden sowie einem Neubau, der sich in die bestehende Struktur einfügt. Das Ensemble bildet den Ausgangspunkt für ein Gebiet, das trotz verändernder Anforderungen seine Identität bewahrt und ein Beispiel für die Reinterpretation von weiteren Wintersportgebieten verkörpert.
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In times of progressive ground sealing, a deeper examination of building in rural areas inevitably leads to the inclusion of existing building structures. At the same time, many of these structures in the Alps are often facing a forced transformation due to climatic changes. With global warming comes numerous ecological, economic and social challenges, which also require architecture to rethink buildings and their use. New buildings can meaningfully complement and enrich existing structures or reactivate existing buildings. The work „Die Kunst des Fügens – Reinterpretation alpiner Strukturen“ deals with a current problem that will become even more urgent in the near future: The increasing lack of snow at lower alpine altitudes is jeopardizing the profitability of many ski resorts. Sufficient snow supply can often only be artificially guaranteed by technical measures. This phenomenon is already having a profound impact on flora and fauna and demands action. At the same time, the general population is feeling the cultural and economic changes, particularly as a result of the shift in winter sports. At various scales, the interdependencies between the individual factors of the ski resorts are examined. Based on an exploration of the Alpine region and its history of winter sports, the focus is set on the village of Ehrwald in the province of Tyrol - one of many regions that walks a fine line between economic interest and ecological capacities. The aim of the work is to develop a strategy for rethinking the use of a ski resort. A new function is initiated through gentle, targeted interventions. The careful reformulation of an existing building and the addition of a new structure, which takes up and enhances its use, become central topics. The result is a needs-oriented ensemble of two existing buildings and a new structure that blends into the existing fabric. The ensemble forms the starting point for an area that retains its identity despite changing requirements and embodies an example for the reinterpretation of other winter sports areas.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers