Die Diplomarbeit am JASEC (Japan Austria Science Exchange Center), befasst sich mit dem Thema der Risiko-Reduktion und des Risikomanagements in der urbanen Struktur Wiens. Der steigende Bedarf an temporärem Wohnraum in städtischen Gebieten erfordert erschwingliche, flexible und nachhaltige Konzepte, die einfach zu konstruieren und schnell umsetzbar sind, um auch in Katastrophenfällen, eine schnelle Zurverfügungstellung, für die Betroffenen zu ermöglichen. Ziel dieser Arbeit ist es, Gestaltungsvorschläge für potenzielle Modelle des „Microhousing“ zu entwickeln, welche architektonisch ansprechend und gleichzeitig eine funktionale Lösung bieten. Als Vorbild dafür dient die japanische Architektur. Die Nutzung begrenzter Räume, die innovative Gestaltung sowie die ästhetischen und modularen Eigenschaften der Bauweise, die eine flexible Anpassung an veränderte Nutzerbedürfnisse ermöglichen, dienen als Inspirationsquelle und sollen auf die urbane Umgebung Wiens übertragen werden. Ebenso sollten die entwickelten Modelle den Ansprüchen von Einsatzorganisationen für den Bedarf an temporären Notunterkünfte gerecht werden, als auch für temporäres Wohnen geeignet sein. Das Projekt basiert auf der Analyse verschiedener Szenarien, die eine unmittelbare Nachfrage nach Notunterkünften in Wien hervorrufen können. Dazu zählen Evakuierungen infolge von Naturkatastrophen, infrastrukturellen Ausfällen sowie zukünftigen Flüchtlingsbewegungen, die durch den Klimawandel, militärische Konflikte oder andere zahlreiche Krisensituationen verstärkt auftreten könnten. Insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen während extremer Hitzewellen in der Stadt erfordern besondere Berücksichtigung. In diesem Kontext dient die japanische Microhousing-Architektur als exemplarisches Modell, da sie aufgrund der geografischen Gegebenheiten Japans speziell auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen ausgerichtet ist und wertvolle Impulse für eine adaptive bauliche Lösung liefern kann. Dies soll auf den Entwurf in unserer städtischen Umgebung adaptiert werden beziehungsweise auf die genannten Ursachen in unserer geographischen Lage angepasst werden. Die entwickelte Lösung soll jedenfalls für die wichtigsten Szenarien in unseren Breitengraden geeignet sein und eventuell auch einen globalen Einsatz ermöglichen. Durch verschiedene Herangehensweisen wird die Szenario-Definition vertieft, wobei sowohl bestehende als auch vergangene Lösungen und Forschungsansätze aus dem europäischen und japanischen Raum analysiert werden. Insbesondere architektonische Konzepte, die sich mit alternativen Bauweisen in herausfordernden Umgebungen befassen, bieten wertvolle Erkenntnisse. Dazu zählen unter anderem schwimmende Strukturen auf Wasserflächen, Bauweisen in schwierigen Bodenverhältnissen oder leichte Hanglagen , sowie Konstruktionen an Uferzonen. Diese dienen als Referenzpunkte, um mögliche Lösungsansätze mit spezifischen Herausforderungen zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Um die technischen und funktionalen Anforderungen besser zu verstehen, werden Interviews mit erfahrenen Einsatzorganisationen geführt. Der kulturelle/ethnische und religiöse Aspekt darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Um dem entgegenzuwirken, wurden Interviews mit diversen Soziologen, Psychologen und Hilfsorganisationsmitarbeiter geführt. Auch im Hinblick auf die grundsätzliche Fragestellung, wie mit einer derartigen Extremsituation angemessen umzugehen ist. Aus den obigen genannten Szenarien und der vorgeschlagenen Methodik soll ein Prototyp einer Notunterkunft entstehen, der sowohl den spezifischen Anforderungen in Wien als auch den innovativen Ansätzen japanischer Microhousing-Architektur gerecht wird. Im weiteren Verlauf soll eine architektonische Lösung für diese temporären Wohnräume entwickelt werden, die über ihre funktionale Notwendigkeit hinaus durch ihre Attraktivität auch gesellschaftlich anerkannt wird.
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The diploma thesis at the JASEC Institute (Japan Austria Science Exchange Center) deals with the topic of risk reduction and risk management in the urban structure of Vienna. The increasing demand for temporary housing in urban areas requires affordable, flexible and sustainable concepts that are easy to construct and quick to implement in order to enable rapid provision for those affected, even in the event of a disaster.The aim of this work is to develop design proposals for potential models of “microhousing” that are architecturally appealing and at the same time offer a functional solution. Japanese architecture serves as a model for this. The use of limited space, the innovative design and the aesthetic and modular characteristics of the construction method, which enable flexible adaptation to changing user needs, serve as a source of inspiration and are to be transferred to the urban environment of Vienna. The models developed should also meet the requirements of emergency organizations for temporary emergency accommodation and be suitable for temporary housing. The project is based on the analysis of various scenarios that could create an immediate demand for emergency accommodation in Vienna. These include evacuations as a result of natural disasters, infrastructural failures and future refugee movements, which could be intensified by climate change, military conflicts or other numerous crisis situations. Vulnerable population groups in particular require special consideration during extreme heatwaves in the city. In this context, Japanese microhousing architecture serves as an exemplary model, as it is specifically designed for resilience to natural disasters due to Japan‘s geographical conditions and can provide valuable impetus for an adaptive structural solution. This is to be adapted to the design in our urban environment and adapted to the aforementioned causes in our geographical location.In any case, the solution developed should be suitable for the most important scenarios in our latitudes and possibly also enable global use. The scenario definition will be deepened through various approaches, whereby both existing and past solutions and research approaches from Europe and Japan will be analyzed. In particular, architectural concepts that deal with alternative construction methods in challenging environments offer valuable insights. These include floating structures on water surfaces, construction methods in difficult ground conditions or on gentle slopes, as well as constructions on shorelines. These serve as reference points for identifying and further developing possible solutions to specific challenges.In order to better understand the technical and functional requirements, interviews are conducted with experienced operational organizations. The cultural/ethnic and religious aspects must not be ignored. To counteract this, interviews were conducted with various sociologists, psychologists and aid organization employees. Also with regard to the fundamental question of how to deal appropriately with such an extreme situation.Based on the above scenarios and the proposed methodology, a prototype of an emergency shelter is to be developed that meets both the specific requirements in Vienna and the innovative approaches of Japanese microhousing architecture. In the further course of the project, an architectural solution for these temporary living spaces is to be developed which, in addition to its functional necessity, is also socially recognized due to its attractiveness.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers