Citation:
Sodl-Niederecker, V. (2024). Zwischen Beratung, Vernetzung und Umsetzungsanspruch : Identitätsfindung, Rollenbilder und Spannungsfelder in der universitären planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung [Dissertation, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.132464
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Publication Type:
Thesis - Dissertation
en
Language:
German
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Date (published):
2024
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Number of Pages:
387
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Keywords:
Mobilitätsforschung; Idendität
de
travel behavior research; identity
en
Abstract:
Die in den letzten Jahrzehnten geführten gesellschaftlichen Diskussionen im Kontext von Klimawandel und Verkehr und Umbruch im Wissenschaftsverständnis nehmen Einfluss auf das Selbstverständnis des Wissenschaftsfeldes und auf Rollenbilder von Wissenschaftler:innen. Im Fokus der Arbeit steht die universitäre planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung2 als eher junges wissenschaftliches Feld mit noch relativ wenig Selbstreflexion, dem diese Arbeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen entgegenwirken möchte. Ziel der Arbeit war es (A) die Charakteristika der universitären planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung und die Einbettung in das Akteursgeflecht Politik, Verwaltung, Praxis und Medien zu reflektieren. Zudem sollte (B) der Identitätsfindungsprozess von Wissenschaftler:innen analysiert und (C) Rollenbilder in der planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung herausgefiltert werden. Basierend darauf möchte die Arbeit eine Reflexion anstoßen, was Wissenschaft, im konkreten Fall die universitäre planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen leisten soll und leisten kann. Methodisches Vorgehen: Im Rahmen der Dissertation wurde die Methodologie der Grounded Theory herangezogen (als Basis die Anleitung von Strauss & Corbin (1996) mit Erweiterung um Elemente der konstruktivistischen Grounded Theory von Charmaz (2006)), in deren Zentrum die Entwicklung einer gegenstandsverankerten Theorie steht, um Phänomene in einem Bereich zu erklären. Die Grounded Theory zeichnet sich durch einen iterativen Prozess aus Sampling, Erhebung und Analyse aus. Die Datenerhebung erfolgte über halbstrukturierte leitfaden-orientierte Tiefeninterviews mit ausgewählten Verkehrs- und Mobilitätsforscher:innen (18 Interviews). Die Analyse erfolgte mittels offenem, axialem und selektivem Kodieren, wodurch eine Grounded Theory für den Identitätsfindungsprozess erarbeitet wurde. Zudem erfolgte auf Basis des selektiven Kodierens und den dort identifizierten Kernkategorien „Antrieb“, „Außenauftritt“, „Fokus“, „Ausrichtung“ und „wahrgenommener Einflussbereich“ eine Typenbildung hinsichtlich Rollenbilder in der planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung. Die Ergebnisse lassen sich entlang der Ziele wie folgt zusammenfassen: A. Die planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung zeichnet sich durch die Dualität aus Wissenschaft und (Planungs-)Praxis aus. Angelehnt an die Topologie von Levin-Keitel & Behrend (2022) wurde ein Strukturierungsschema erarbeitet, um die gängige, aber mit großen Unschärfen verbundene, Unterscheidung zwischen „klassischer“ Verkehrsforschung und sozialwissenschaftlicher Mobilitätsforschung zu überwinden. Folgende Aspekte dienen zur Einordnung: (1) Wissensformen („rational-technologisch“ oder „multiperspektivisch“), (2) Grad der Positionierung („analytisch-deskriptiv“ oder „präskriptiv-normativ“) und (3) Disziplinennähe (z.B. ökonomische oder sozialwissenschaftliche Zugänge). Insgesamt präsentiert sich das Forschungsfeld der planungs-bezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung mit einer spannenden Dualität aus Stabilität des ingenieurwissenschaftlichen Kerns und disziplinärer Diversität. Inhaltlich werden v.a. die Faktoren „Komplexität“ und „Alltagsverankerung“ des Forschungsgegenstands Mobilität herangezogen, um die eigene Daseinsberechtigung und den individuellen Verantwortungsanspruch als Forscher:in abzuleiten. Trotz der vielfach definierten Transformationserfordernisse des gegenwärtigen Mobilitätssystems wird das Element „Dringlichkeit“ nur bei wenigen Interviewpartner:innen primär 2 Planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung als „problemorientiere Forschung“ definiert sich nicht über eine disziplinäre Zuordnung, sondern über den gemeinsamen Problem- und Gegenstandsbezug, sprich der Beschäftigung mit planungsrelevanten Mobilitätsfragen. Institutionell ist die planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung meist an Lehrstühlen der Verkehrsplanung und Verkehrstechnik angesiedelt und historisch mit dem Bauingenieurwesen verknüpft. [11] handlungsleitend und wirkt eher destabilisierend auf die eigene Identität als Wissenschaftler:in. Die planungsbezogene Verkehrs- und Mobilitätsforschung ist in ein heterogenes Akteursgeflecht eingebettet. In den Interviews werden v.a. die Politik und Verwaltung, die Wirtschaft / Planungspraxis und die Medien angesprochen. Dominant im empirischen Material sind die politische Beratungsrolle, die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartner:innen und der Umgang mit gestiegenen Medienanfragen. Die individuelle Navigation in diesen Konstellationen resultiert in unterschiedlichen Bedeutungszuschreibungen der verschiedenen Akteur:innen und prägt den Identitätsfindungsprozess. B. Identitätsfindung ist essentiell, um als Wissenschaftler:in für sich selbst Verantwortungsbereiche und Handlungsaufträge zu definieren. Der Eintritt in die universitäre Verkehrs- und Mobilitätsforschung fungiert als Ausgangspunkt des Prozesses, wobei die Art des Eintritts (Zufälligkeit vs. bewusste Entscheidung) ausschlaggebend dafür ist, inwiefern schon vorgelagert Reflexionsprozesse stattgefunden haben. Der Identitätsfindungsprozess ist in viele fremdbestimmte Faktoren eingebettet: Das Wissenschaftssystem prägt Erfolgskriterien für Karrieremöglichkeiten, wobei diese teilweise im Konflikt zu wahrgenommenen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen. Zudem definieren universitäre Rahmenbedingungen die Möglichkeit einer universitären Karriere und Forschungsförderungen nehmen als Eckpfeiler der Finanzierung als Agendasetting einen großen Einfluss auf persönliche Schwerpunktsetzungen. Wie mit diesen fremdbestimmten Faktoren umgegangen wird, hängt auch stark von Persönlichkeitsmerkmalen, dem disziplinären Hintergrund sowie dem Einfluss der Institutskultur bzw. der Verbundenheit mit dem Institut ab. Die Navigation im universitären Alltag zwischen Projektarbeit, Lehre, Wissenschaftskommunikation und Netzwerkaufbau dient als essentieller Bestandteil des Identitätsfindungsprozesses. Projektarbeit agiert stark prägend, zum einen im Kontext thematischer Schwerpunktsetzung und Profilbildung, zum anderen aber auch hinsichtlich Karrierechancen über Drittmittelprojekte und der Navigation zwischen Projektarbeit und Dissertationsvorhaben. Bei der Lehrtätigkeit zeigen sich große Unterschiede hinsichtlich Relevanz für die eigene wissenschaftliche Identität. Wissenschaftskommunikation und Netzwerkaufbau sind v.a. durch den Faktor Sichtbarkeit nach außen relevant für die Identitätsbildung und sind durch die Ressourcenintensivität mit notwendiger Prioritätensetzung verbunden. Dabei kann der universitäre Alltag teilweise in Kontrast zu eigenen Ansprüchen stehen. Das Spannungsfeld zwischen wahrgenommener gesellschaftlicher Verantwortung und den Kriterien der Wissenschaftscommunity ist im empirischen Material besonders präsent. Damit einher geht auch das Spannungsfeld zwischen Idealvorstellung und gelebter Forschungsrealität, und das Spannungsfeld aus Außen- und Selbstwahrnehmung (v.a. in Bezug auf Fachwissen und die Expert:innen-Position). Ziel des Identitätsfindungsprozesses ist ein gewisses „Ankommen“ in der Community und der Aufbau der eigenen Identität, sowohl nach außen hinsichtlich thematischer Schwerpunkte, als auch im Sinne des subjektiven Zugehörigkeitsgefühls. Dahingehend zeigen sich im empirischen Material unterschiedliche Ausprägungen: (1) Personen, die sich nicht wirklich als Wissenschaftler:in identifizieren und keine weitere Karriere in der Wissenschaft anstreben, (2) Personen, die ihre wissenschaftliche Identität gefunden haben und sich gefestigt in der Community sehen, und dennoch Zweifel hinsichtlich einer weiteren Karriere in der Wissenschaft haben, (3) Personen, die eine große Verschränkung von Wissenschafts- und Praxiserfahrungen aufweisen, was stark prägend auf deren wissenschaftliche Identität wirkt, (4) Personen, die durch ihre sehr geradlinige wissenschaftliche Biografie stark in ihrer wissenschaftlichen Identität verankert sind. Dominant im empirischen Material sind v.a. Identitäten als „Wissenschaftler:in auf Zeit“, also Personen, die ihre Funktion als Wissenschaftler:in als etwas zeitlich begrenztes sehen und – trotz zum Teil bereits gefestigter wissenschaftlicher Identität in der universitären Verkehrs- und Mobilitätsforschung – auch Karriereschritte in anderen Bereichen anstreben. Der Identitätsfindungsprozess vollzieht sich laufend und iterativ. Die stets präsente Identitätsfindungs- bzw. -evaluierungsphase führt auch dazu, dass sich die entwickelten Typen hinsichtlich Rollenverständnis im Laufe der Karriere ändern können. [12] C. Aus dem empirischen Material können drei Idealtypen hinsichtlich Rollenverständnis in der planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung abgeleitet werden. Jede/r Wissenschaftler:in hat in unterschiedlichem Ausmaß alle drei Typen in sich vereint, wobei nicht jeder Typus handlungsleitend agieren bzw. aktuell präsent im eigenen Selbstbild sein muss. Folgende drei Typen können unterschieden werden: Typ 1 Beratung // Erkenntniszentrierung: Im Mittelpunkt der intrinsischen Motivation steht das Verstehen wollen von Phänomenen und der Erkenntnisgewinn. Der Antrieb aus dem „Verstehen wollen“ kann meist im Kontext eines rational-technologischen Wissenschaftsverständnis beobachtet werden. Die Aufgabe und Verantwortung als Wissenschaftler:in wird darin gesehen, Wissensgrundlagen zu schaffen und Politik, Entscheidungsträger:innen, Praxisakteur:innen basierend auf wissenschaftlichem Wissen zu beraten. Damit geht ein Selbstverständnis als neutrale Anlaufstelle einher – zumeist eingebettet in eine „analytisch-deskriptive“ Ausrichtung hinsichtlich Grad der Positionierung. Die Wissenschaftler:innen stützen sich in ihren Argumentationen stark auf die Komplexität des Forschungsgegenstandes Mobilität. Trotz des Außenauftritts als Berater:in liegt der persönliche Fokus auf den Kriterien des Wissenschaftssystems, der Wissenschaftscommunity und damit „klassischer“ Wissenschaftskommunikation. Typ 2 Vernetzung // Akteurszentrierung: Im Fokus des eigenen Antriebs steht der Wunsch, Leute zusammenzubringen und zu vernetzen. Die Verantwortung und das eigene Rollenbild werden stark aus der Alltagsverankerung des Forschungsgegenstandes Mobilität abgeleitet. Es besteht der Anspruch, Themen, die einem wichtig sind, auf die Ebene von Entscheidungsträger:innen zu tragen, um über die vernetzende Rolle auch politisch Einfluss zu nehmen und Veränderung zu erzielen. Im Außenauftritt als Vermittler:innen ist eine sehr präsente Netzwerkarbeit und große Dialogorientierung essentiell. Hier wird die eigene Aufgabe als Wissenschaftler:in gesehen, Plattformen und Möglichkeiten des Austausches zu konzipieren und zu koordinieren. Durch das Bestreben nach inter- und trans-disziplinärer Vernetzung braucht es sowohl eine innen- als auch außengerichtete (Wissenschafts-) Kommunikation, die oftmals mit Ressourcenkonflikten verbunden ist. Typ 3 Umsetzungsanspruch // Transformationszentrierung: Die Wissenschaftler:innen nehmen eine hohe Dringlichkeit im Kontext der Transformationserfordernis des Mobilitätssystems wahr und leiten daraus den eigenen Antrieb bzw. die Suche nach einem geeigneten Rollenbild als Wissenschaftler:in ab. Im Fokus steht der Wunsch aktiv etwas verändern, sprich umsetzen zu wollen. Wissenschaft agiert im Dienst der Gesellschaft und der erforderlichen gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Mobilität (präskriptiv-normativ). Über den Anspruch etwas zu bewirken wird versucht, sich bei allen als relevant erachteten Akteur:innen Gehör zu verschaffen und sich zu positionieren, wodurch eine breitenwirksame Wissenschaftskommunikation essentiell ist. Insgesamt besteht eine große Unsicherheit, welcher Außenauftritt in der Rolle als Wissenschaftler:in geeignet ist, um dem Wunsch nach Umsetzung und aktiver Veränderung gerecht werden zu können. In der Reflexion der drei Typen wird ein Dilemma zwischen historisch gewachsenem Idealbild von Wissenschaft (dem v.a. Typ 1 gerecht wird), dem aktuellen universitären Forschungsalltag (der v.a. Typ 2 entspricht) und gesellschaftlichen Ansprüchen (die v.a. für Typ 3 handlungsleitend sind) sichtbar. Innerhalb dieses großen Spannungsfeldes müssen die einzelnen Wissenschaftler:innen in ihrem Forschungsalltag und Identitätsfindungsprozess navigieren, um den eigenen Platz in der universitären planungsbezogenen Verkehrs- und Mobilitätsforschung zu finden.
de
In recent decades the public debates on climate change and transport, as well as changes in theunderstanding of science, have influenced the perception of the scientific field and the role ofscientists. The focus of this work is on academic planning-related transport and mobility research3 asa relatively young scientific field that lacks self-reflection, which the thesis aims to counteract againstthe background of societal challenges.The aim of the study was (A) to reflect on the characteristics of academic planning-related transportand mobility research and its embedding in the network of actors in politics, administration, practiceand media. In addition, (B) the identity work of researchers was analysed and (C) different roles as ascientist in planning-related transport and mobility research were extracted. On this basis, the workaims to initiate a reflection on what science, in this specific case academic planning-related transportand mobility research, should and can achieve against the background of societal challenges.Methodological approach: The thesis used the methodology of grounded theory (based on theinstructions of Strauss & Corbin (1996) in addition to elements of constructivist grounded theory byCharmaz (2006)), which focuses on developing an explanatory theory to uncover a process inherent tothe substantive area of inquiry. Grounded theory is characterised by an iterative process of sampling,data collection and analysis. Data were collected through semi-structured, guideline-based in-depthinterviews with selected transport and mobility researchers (18 interviews). The analysis used open,axial and selective coding for developing a grounded theory of identity work in academic planningrelatedtransport und mobility research. In addition, based on the selective coding and the identifiedcore categories 'drive', 'appearance', 'focus', 'orientation' and 'perceived influence', a type formationrevealed different roles as a scientist in planning-related transport and mobility research.The results can be summarised according to the research aims as follows:A. Planning-related transport and mobility research is characterised by the duality of science and(planning) practice. Based on the topology of Levin-Keitel & Behrend (2022), a structuring scheme wasdeveloped to overcome the common but very blurred distinction between 'classical' transportationresearch and social science based mobility research. The following aspects function for categorisation:(1) forms of knowledge ('rational-technological' or 'multi-perspective'), (2) degree of positioning('analytical-descriptive' or 'prescriptive-normative') and (3) disciplinary proximity (economic or socialscience approaches). Overall, the research field of planning-related transport and mobility researchpresents an interesting duality regarding the stability of the (historically based) engineering core andthe current disciplinary diversity of the scientific field. In terms of content, the factors 'complexity' and'embedding in everyday life' of the research topic of mobility are primarily used to justify the relevanceof research und to define the responsibility as a scientist. Despite the frequently stated need fortransformation of the current mobility system, the element 'urgency' primarily guides the actions ofonly a few interviewees and tends to have a destabilising effect on their own identity as researchers.Planning-related transport and mobility research is embedded in a heterogeneous network of actors.The interviews focus on politics and administration, business / planning practice and media. Theempirical material shows the dominance of an advisory role for politics, the transdisciplinarycooperation with business partners and the handling of increased media enquiries. The individual navigation in these constellations leads to different attributions of meaning for the different actorsand shapes the process of identity work.B. Identity work is essential in order to define areas of responsibility and work modes for oneself as aresearcher. Entry into academic transport and mobility research is the starting point of this process,with the mode of entry (accidental vs. deliberate) determining the extent to which reflection processesabout one’s scientific identity have already taken place. The identity work is embedded in manyexternally determined factors: The academic system shapes success criteria for career opportunities,which sometimes conflict with perceived social challenges. In addition, university settings define thepossibility of an academic career, and research funding, as a key element of scientific funding andagenda-setting, has a major influence on personal scientific specialisation. How these external factorsare dealt with also depends heavily on personality characteristics, disciplinary background and theinfluence of the institute's culture and connections. Navigating between research projects, teaching,academic communication and networking is an essential part of identity work. Research projects havea strong formative influence, on the one hand regarding thematic prioritisation and profile building,but also with regard to career opportunities via externally funded projects and navigating betweenresearch projects and thesis. When it comes to teaching, there are large differences in terms ofrelevance to one's own academic identity. Academic communication and networking are relevant forthe scientific identity, mainly due to the factor of external visibility and the necessary prioritisation dueto the need of (time) resources. Academic everyday life can sometimes be in conflict with personalideals. The tension between perceived social responsibility and the criteria of the academic communityis particularly present in the empirical material. This goes hand in hand with the tension between theideal and the lived reality of research, and the tension between external and self-perception (especiallywith regard to expertise and the expert position). The aim of the identity work process is a certain'arriving' in the community and the development of one's own identity, both externally in terms ofthematic focus and in terms of a subjective sense of belonging. In this regards the empirical materialshows different patterns: (1) interviewees who do not really identify as scientists and do not aspire afurther career in science; (2) interviewees who have found their scientific identity and see themselvesfirmly established in the scientific community, but still have doubts about a possible further career inscience; (3) interviewees who have a strong interweaving of scientific and practical experience, whichhas a strong formative effect on their scientific identity; (4) interviewees who are strongly anchored intheir scientific identity due to a very straightforward scientific biography. The empirical material isdominated by identities as "temporary scientists", namely people who see their function as a scientistas something temporary and – despite an already established scientific identity in academic transportand mobility research – also strive for career steps in other areas. Identity work is ongoing anditerative, and means that the types developed in terms of role understanding can change over thecourse of a career.C. The empirical material shows three ideal types regarding the understanding of roles as scientists inplanning-related transport and mobility research. Every researcher combines all three types to varyingdegrees, although not every type necessarily guides their actions or is currently present in their ownself-image. Following three types can be described:Type 1 Counselling // Knowledge-centred: Central to the intrinsic motivation is the desire tounderstand phenomena and gain knowledge. The drive to 'want to understand' can be observedmainly in the context of a rational-technological understanding of science. The tasks andresponsibilities of a scientist are seen as creating a knowledge base and advising politicians, decisionmakersand practitioners based on scientific knowledge. This is accompanied by a self-image as aneutral consultant – mostly embedded in an 'analytical-descriptive' orientation with regard to thedegree of positioning. In their arguments, the scientists rely heavily on the complexity of the research topic of mobility. Despite their outward appearance as consultants, their personal focus is on thescience system, the scientific community and thus on 'classical' science communication.Type 2 Networking // Actor-centred: At the centre of their own motivation is the desire to bringpeople together and to network. The responsibility and the own role understanding are stronglyderived from the everyday embeddedness of the research topic mobility. There is a desire to bringissues that are important to them to the level of decision-makers in order to exert political influenceand achieve change through their networking role. In their external appearance as mediators, apresent network work and a strong dialogue orientation are essential. Designing and coordinatingplatforms and opportunities for exchange are the core mission as a scientist. Striving for inter- andtransdisciplinary networking requires both internal and external (scientific) communication, which isoften associated with resource conflicts.Type 3 Need for implementation // Transformation-centred: The scientists perceive a high degree ofurgency regarding the need to transform the current mobility system and derive their own motivationor the search for a suitable role as a scientist from this. The focus is on the desire to actively changesomething and be part of implementation. Science acts in the service of society and the necessarysocietal transformation processes towards sustainable mobility (prescriptive-normative). With theclaim of wanting to make a difference, scientists try to make oneself heard and to position oneself withall actors considered relevant, which makes broad-based science communication indispensable.Overall, there is a great deal of uncertainty, as to which external image of the scientist is appropriatein order to fulfil the desire for implementation and active change.Reflection on the three types reveals a dilemma between the historically evolved ideal of science(which type 1 in particular fulfils), current everyday academic research (which primarily correspondsto type 2), and societal demands (which primarily guide the actions of type 3). Individual researchershave to navigate this large field of tension in their everyday research and identity work in order to findtheir own place in academic planning-related transport and mobility research
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