Zwölfer, F. E. (2025). Im Gespräch über die Zukunft des Bauens : eine qualitative Untersuchung zur kreislauffähigen Konstruktion [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.131769
Das Bauwesen steht angesichts der fortschreitenden Klimakrise und der Überschreitung planetarer Belastungsgrenzen vor tiefgreifenden Herausforderungen. Der Sektor ist für einen erheblichen Anteil am globalen Ressourcenverbrauch und an den CO2-Emissionen verantwortlich, was eine fundamentale Transformation hin zu nachhaltigeren Praktiken unumgänglich macht. Die Kreislaufwirtschaft, mit ihrem Fokus auf geschlossene Materialkreisläufe und die maximale Wiederverwendung von Bauteilen, stellt hierbei einen vielversprechenden Lösungsansatz dar. Trotz zunehmender Beachtung und politischer Zielsetzungen ist die umfassende Implementierung kreislauffähiger Konstruktionsweisen in der Baupraxis jedoch noch nicht flächendeckend etabliert. Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich der qualitativen Untersuchung, wie das Konzept der kreislauffähigen Konstruktion von zentralen Akteur*innen aus Theorie und Praxis interpretiert, verstanden und im Baualltag konkret umgesetzt wird. Basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Expert*innen aus den Bereichen Planung, Ingenieurwesen, Forschung sowie Materialentwicklung werden die wesentlichen Prinzipien, Widersprüche und systemischen Barrieren identifiziert und analysiert. Eine strukturierende Inhaltsanalyse dient dabei der systematischen Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die Analyse und Diskussion zeigt auf, dass kreislauffähige Konstruktion über eine rein technische Aufgabenstellung hinaus geht. Sie greift tief in etablierte Prozesse, ökonomische Anreizstrukturen und kulturell verankerte Denkmuster ein. Eine Transformation zu einer kreislauffähigen Bauwirtschaft bedingt somit nicht nur die Entwicklung neuer Materialien und angepasster Planungsprozesse, sondern erfordert insbesondere einen Paradigmenwechsel im Verständnis von Langlebigkeit, Wertschöpfung und der Verantwortung für zukünftige Generationen. Diese Arbeit kann einen Beitrag dazu leisten, indem sie aktuelle Herausforderungen beleuchtet und sich an einer gemeinsamen Diskussion beteiligt.
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The construction industry faces profound challenges in light of the escalating climate crisis and the transgression of planetary boundaries. The sector is responsible for a significant share of global resource consumption and CO2 emissions, making a fundamental transformation towards more sustainable practices imperative. The circular economy, with its focus on closed material cycles and the maximum reuse of components, represents a promising solution. However, despite increasing attention and political objectives, the comprehensive implementation of circular construction methods in building practice is not yet widely established.This diploma thesis is dedicated to a qualitative investigation of how the concept of circular construction is interpreted, understood, and concretely implemented in daily building practice by key actors from theory and practice. Based on semi-structured interviews with experts from the fields of planning, engineering, research, and material development, the essential principles, inherent conflicts of objectives, and systemic barriers are identified and analysed. A structuring content analysis serves the systematic elaboration of commonalities and differences in perspectives.The research findings illustrate that circular construction is far more than a purely technical task. It deeply interferes with established processes, economic incentive structures, and culturally anchored patterns of thought. A successful transformation towards a circular construction industry thus not only requires the development of new materials and adapted planning processes but, in particular, necessitates a paradigm shift in the understanding of longevity, value creation, and responsibility towards future generations. This work can contribute by highlighting current challenges and participating in a collective discussion.