Im Hauptfokus der vorliegenden Diplomarbeit steht die barrierefreie Gestaltung neuer Straßenbahnhaltestellen in Österreich. Ziele der österreichischen Politik sind sowohl die Klimaneutralität bis 2040 als auch eine Vorreiterrolle in barrierefreier Mobilität. Angesichts der „Renaissance“ der Straßenbahn als Rückgrat nachhaltiger urbaner Verkehrssysteme sind barrierefreie Haltestellen eine entscheidende Schnittstelle, um beide politische Schwerpunkte im städtischen Verkehr zu fördern.Ziel der Arbeit im weiteren Sinne ist es, das Bewusstsein für diese wichtige Thematik zu stärken. Ziel im engeren Sinne ist es, den aktuellen Stand der Technik für barrierefreie Straßenbahnhaltestellen im Neu- und Umbau zu identifizieren, diesen mit der praktischen Umsetzung in Österreich zu vergleichen und dabei Innovationen, Herausforderungen und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.Dies erfolgt durch eine umfassende Analyse der gesetzlichen und normativen Rahmenbedingungen, aus denen die Vorgaben der vollständigen Barrierefreiheit abgeleitet und in Form einer Checkliste zusammengefasst werden. Dabei werden alle drei unmittelbaren Teile der Mobilitätskette betrachtet: die Erschließung der Haltestelle, die Haltestelle selbst und die Schnittstelle zum Fahrzeug. Im nächsten Schritt erfolgte auf Basis der Checkliste eine qualitative Fallstudienanalyse von fünf Straßenbahnhaltestellen in Gmunden, Graz, Innsbruck, Linz und Wien, die als gute Beispiele für Barrierefreiheit gelten. Die Datenerhebung basierte auf Befragung der Verkehrsunternehmen sowie detaillieren Vor-Ort-Erhebungen.Die Ergebnisse zeigen, dass in Österreich ein starker Wille und bemerkenswerte Fortschritte und Innovationen bei der barrierefreien Gestaltung neuer Straßenbahnhaltestellen erkennbar sind, da die untersuchten Beispiele bereits einen hohen Standard aufweisen. Besonders hervorzuheben sind die komfortable Erschließung, die bauliche Gestaltung mit ausreichenden Bewegungsflächen, die weitgehend barrierefreie Möblierung und Fahrgastinformationen sowie der flächendeckend ermöglichte Ein- und Ausstieg in die Fahrzeuge. Die Detailanalyse zeigt jedoch, dass selbst bei diesen vorbildlichen Projekten jede Haltestelle spezifische Stärken und Schwächen aufweist und daher in unterschiedlichen Teilbereichen weiterer Optimierungsbedarf besteht – insbesondere bei der normgerechten Umsetzung taktiler Bodenindikatoren, der barrierefreien Ausgestaltung einzelner Möblierungselemente, der konsequenten Anwendung des Zwei-Sinne-Prinzips bei den Fahrgastinformationen sowie bei der flächendeckenden Gewährleistung eines niveaugleichen, autonomen Ein- und Ausstiegs.Die dynamische Weiterentwicklung technischer Standards erfordert weiterhin kreative und flexible Lösungen, die durch gegenseitigen Austausch, Digitalisierung, vertiefte Forschung und wissenschaftsbasierte Normen gestützt werden sollten.
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The focus of this diploma thesis is the accessible design of new tram stops in Austria. The goals of the Austrian government include achieving carbon footprint neutrality by 2040 as well as a pioneering role in accessible mobility. Considering the “renaissance” of the tram as the backbone of sustainable urban transportation systems, accessible stops become a crucial part in endorsing both of these governmental initiatives.The broader aim of this thesis is to raise awareness of this important topic. More specifically, it seeks to identify the current state of the art in accessible tram stop design for new and refurbished stops, compare it with the current status quo in Austria, and highlight innovations, challenges and potential for improvement.This was accomplished through a comprehensive analysis of the legal and normative frameworks, from which the requirements for full accessibility were derived and summarized in the form of a checklist. All three immediate parts of the mobility chain have been considered: the access to the tram stop, the tram stop design, and the access to the vehicle. Based on the checklist, a qualitative case study analysis of five tram stops in Gmunden, Graz, Innsbruck, Linz and Vienna – considered good examples of accessibility – has been conducted. Data collection was achieved by designing and sending a questionnaire to all the tram-operating companies to be filled in, as well as detailed on-site personal assessment.The results show that in Austria there is a strong will and remarkable progress in the implementation of innovative solutions as the studied examples already display a high standard. Particularly noteworthy are the convenient access, the structural design with sufficient space for movement, the largely accessible furniture design and passenger information, as well as the universally granted possibility to board on and off the vehicle. However, detailed analysis reveals that even these exemplary projects have specific strengths and weaknesses, leading to optimization needs in some cases – especially with regards to a more appropriate implementation of tactile ground surface indicators, improvement of the barrier-free design of certain elements of the tram stop equipment, the consistent application of the “two-senses principle” in passenger information, and the achieving of assistance-free boarding.The dynamic development of technical standards continues to require creative and flexible solutions, which should be supported by mutual exchange, digitalization, in-depth research, and science-based standards.