Milian, S. (2025). Urban Parks of (In)Equality : Gender Planning in Tokio : Evaluierung öffentlicher Parks und Handlungsempfehlungen für eine gendersensible Gestaltung [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.121922
Diese Diplomarbeit untersucht, inwieweit Gender Planning in Tokio institutionell verankert ist und inwiefern öffentliche Parks gendersensibel gestaltet sind. Öffentliche Parks sind zentrale Räume urbaner Teilhabe. Zugleich spiegeln sie bestehende Machtverhältnisse wider und machen geschlechtsspezifische Unterschiede in Nutzung und Wahrnehmung sichtbar. Gender Planning reagiert darauf mitgendersensibler Gestaltung, um Räume zu schaffen, die von allen gleichermaßen genutzt und angeeignet werden können. Die Forschung folgt einem explorativen Mixed-Methods-Ansatz, der qualitative und quantitative Methoden kombiniert. Basierend auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse wurden leitfadengestützte Expert*inneninterviews sowie eine standardisierte Befragung durchgeführt. Ergänzend erfolgten systematische Parkbegehungen und Beobachtungen mit einer Fotodokumentation. Anhand einer entwickelten Kriterien-Checkliste wurden fünf Parks untersucht, um gendersensible Qualitäten sichtbar zu machen und Lücken zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Nutzungsverhalten, institutionelle Rahmenbedingungen und räumliche Gestaltung wechselseitig aufeinander einwirken. Fehlende verbindliche Kriterien und Leitlinien für Gender Planning führen zu Defiziten in der Gestaltung, die wiederum das Nutzungsverhalten beeinflussen. Frauen besuchen Parks insgesamt seltener, verweilen kürzer und haben ein erhöhtes Gefühl der Unsicherheit, das ihre Nutzung vor allem in den Abendstunden zusätzlich einschränkt. Auf institutioneller Ebene wird Gender Planning in Tokio bislang nur in Ansätzen berücksichtigt. Die Parkevaluierungen zeigen, dass zwar grundlegende Infrastrukturen vorhanden und meist barrierefrei gestaltet sind, geschlechtsspezifische Unterschiede jedoch kaum berücksichtigt werden. Schwächen bestehen vor allem bei der gezielten Ansprache weniger raumdominanter Gruppen sowie in der Bereitstellung inklusiver Spielgeräte und betreuungsfreundlicher Gestaltungselemente. Die Arbeit schließt mit Handlungsempfehlungen, die von kurzfristigen Interventionen über mittelfristige Maßnahmen in Verwaltungsstrukturen bis hin zur langfristigen Integration gendersensibler Standards in Planwerke reichen. Damit schafft sieeine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung gerechter, sicherer und inklusiver Parks in Tokio und leistet zugleich einen Beitrag zu internationalen Planungsdiskussionen.
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This master’s thesis examines the extent to which gender planning is institutionally anchored in Tokyo and the extent to which public parks are designed in a gender-sensitive manner. Publicparks are central spaces for urban participation. At the same time, they reflect existing power relations and reveal gender-specific differences in use and perception. Gender planning responds to this with gender-sensitive design in order to create spaces that can be equally used and appropriated by everyone. The research follows an exploratory mixed-methods approach that combines qualitative and quantitative methods. Based on a literature and document analysis, guided expert interviews and a standardized survey were conducted. In addition, systematic park inspections and observations were carried out with photo documentation. Using a criteria checklist developed as part of this work, five parks were examined to reveal gender-sensitive qualities and identify existing gaps. The results show that usage behaviour, institutional framework conditions, and spatial design interact with each other. The lack of binding criteria and guidelines for gender planning leads to deficits in design, which in turn influence usage behaviour. Women visit parks less frequently overall, stay for shorter periods of time, and have an increased sense of insecurity, which further limits their use, especially in the evening hours. At the institutional level, gender planning has only been taken into account to a limited extent in Tokyo so far. The park evaluations show that although basic infrastructure is in place and mostly barrier-free, gender-specific differences have hardly been considered. Weaknesses are particularly evident in addressing lessspatially dominant groups as well as in the provision of inclusive play equipment and caregiver-friendly design elements. The thesis concludes with practice-oriented recommendations ranging from short-term interventions to medium-term measures in administrative structures, and finally to the long-term integration of gender-sensitive standards into planning instruments. It thus provides a solid basis for the further development of fairer,safer, and more inclusive parks in Tokyo, while also contributingto international planning debates.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers