Kremser, C. (2025). becoming a computer & how to unlearn it - Die Rolle der Schönheit in der postindustriellen Architekturproduktion [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.119524
Die vorliegende Arbeit lasst sich als Diskursanalyse der Architekturdebatte von der Industriellen Revolution bis zur Digitalen Wende begreifen. Es entstand eine analoge Datensammlung in Buchform, wobei sich erst durch den reflexiven Akt des Handschreibens und Lesens ein neues Narrativ entfaltet. Aus der Verflechtung und Gegenüberstellung diverser Aussagen entfaltet sich eine zeitgenössische Positionierung gegenüber der Frage, was Architektur abseits der Erfüllung von quantifizierbaren Vorgaben leisten kann und sollte. Dabei werden herkömmliche Entwurfsparameter hinterfragt und ergänzt. Ausgangspunkt der Arbeit war die statistisch nachweisbare Unzufriedenheit breiter Nutzergruppen mit zeitgenössischer Architektur. Der populären Frage, warum neue Architektur „so hässlich“ sei, wird auf verschiedenen gesellschaftspolitischen Ebenen nachgegangen, die sich in der Architekturabbilden. Dazu zählen beispielsweise die Mechanisierung der Produktion durch die Industrialisierung, die Entwicklung zum liberalen Kapitalismus und die Digitalisierung von Entwurfswerkzeugen seit den 1990er Jahren, die zu einer Art Hyperrationalisierung in der momentanen Architekturproduktion führten. Der Philosoph Immanuel Kant definierte Schönheit als Gefühl des Betrachters. Erst die Auflösung von sexistischen Narrativen, die in der Moderne wurzeln und reinen Funktionalismus statt menschenfreundliche Räume propagieren, ermöglicht neue Freiheiten: Wenn das subjektive Empfinden wieder seinen Wert erhält, wird eine Architektur gelingen, in der sich der Mensch als Ganzes wohlfühlt. In enger Verknüpfung mit der theoretisch-wissenschaftlichen Arbeit entstand eine raumgreifende Kunstinstallation, die die Rolle der Architekt:in performativ beleuchtet. Von der schriftlichen Arbeit existieren ein handgeschriebenes Original und sieben nummerierte physische Kopien auf 80g Papier.
de
The thesis at hand can be seen as a discourse analysis of the architectural debate extending from the Industrial to the Digital Revolution. An analogue data collection takes shape in form of a handwritten book. During the reflexive act of handwriting and reading a new narrative is unfolding. The interweaving and juxtaposition of various statements reveals a contemporary position on the question of what architecture can and should achieve beyond fulfilling quantifiable specifications.Conventional design parameters are being questioned and complemented. The starting point of the work was the statistically verifiable fact that broad user groups are dissatisfied with contemporary architecture. This survey explores the popular question why new architecture is “so ugly” at varioussocio-political levels that architecture is reflecting. They for example comprise the mechanisationof production through industrialisation, the development of liberal capitalism, and the digitisation of design tools since the 1990ies which have led to a kind of hyperrationalisation in current architectural production. The German philosopher Immanuel Kant has defined beauty as a feeling in the observer. Dissolving sexist narratives rooted in modernism that propagate pure functionalisminstead of people-friendly spaces will open the door to new kinds of freedom: as soon as subjective perception regains its value architecture in which people are feeling welcomed as human beings is within reach. Closely connected to the theoretical work an art installation performatively illustratesthe role of architects. There are only one handwritten original and a limited number of physical copies of this scientific paper.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers