Schickinger, P. (2025). Zwischen Asphaltgeruch, Stadtgeflüster und Blätterrauschen: Die Aneignung urbaner Mikroräume als Workspace [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.133921
Office Typology; Workspace; Microspaces; Homeoffice; Temporary Appropriation; Urban Space; Urban Activation; Mobile Office; Green Space
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Abstract:
Die Auseinandersetzung mit Arbeit und der individuellen Arbeitsweise, befindet sich seit der Covid-19-Pandemie in einem strukturellen Wandel von Arbeitsorganisation und individueller Lebensgestaltung. Neue Technologien, digitale Kommunikationsformen und ortsunabhängige Arbeitsmodelle verändern nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch die Bedeutung sozialer Nähe, räumlicher Gestaltung und urbaner Grün- und Freiräume als Orte der Erholung. Dieses globale Ereignis verstärkt Entwicklungen, wie sie bereits zuvor in den flexiblen und ortsunabhängigen Arbeitsweisen von digitalen Nomaden und Nomadinnen beobachtbar sind. Das Eigenheim wird zum Büro transformiert, der Alltag neu strukturiert und die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben neu definiert. Die physischen und psychischen Grenzen zwischen Arbeits- und Alltagsbereichen lösen sich zunehmend auf, wodurch vertraute Räume neue Bedeutungen im Kontext von Arbeit und Alltag erhalten. Persönliche wie öffentliche Räume, die bisher nicht mit Arbeit assoziiert wurden, wie etwa Küche, Balkon, Park, Stadtplatz oder Cafés, werden zunehmend als temporäre Arbeitsorte in Betracht gezogen. Diese Masterarbeit untersucht das Potenzial des urbanen Raum als temporären Arbeitsort. Im Fokus stehen urbane Zwischenräume & urbane Mikroräume, die durch individuelle Aneignung zu Mikroarbeitsplätzen werden können. Hierzu werden Orte unterschiedlicher Maßstäblichkeit, wie Gassen, Nischen, Treppenpodeste sowie Grünräume oder Plätze im öffentlichen Raum in Wien und Linz ausgewählt, analysiert und in Feldversuchen von dem/ der Verfasser*in persönlich getestet. Im Kontext unterschiedlicher Anforderungen eigener Arbeitsthemen und Arbeitsbereiche wird ein entsprechendes Bewusstsein für den persönlichen Arbeitsort herausgearbeitet und ein Leitfaden entwickelt, der individuelle Bedürfnisse in bestehende räumliche Strukturen der Stadt überträgt. Ziel ist die Entwicklung einer hybriden Struktur, die temporäre Infrastrukturen bereitstellt und somit die Qualitäten der jeweiligen Orte erfahrbar gestaltet und als produktives, inspirierendes Instrument für den persönlichen Arbeitsprozess nutzbar wird. Der öffentliche Raum wird dabei nicht nur als vielschichtiges physisches Setting verstanden, sondern als interaktives soziales Element eines individuell gestaltbaren Arbeitsalltags. Die Stadt wird zum wandelbaren persönlichen Workspace, geprägt von Atmosphäre, Begegnung und räumlicher Vielfalt.
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The way we think about work and our personal working habits has visibly shifted since the Covid pandemic. New technologies, digital communication and location-independent work models are not only changing working processes, but also our relation to space, nature and how we live. This global event accelerated what digital nomads have already been living for years on the other side of the world. The home became a workplace, everyday life was restructured, and the balance between private and work life had to be redefined. Physical and mental borders between daily life and work started to blur, which made people more sensitive to spatial quality, social closeness, architecture and nature. Private and public spaces that were not normally linked to work – like kitchens, balconies, parks, public squares, or cafés – became temporary workplaces. This master thesis explores the potential of public urban space as temporary workspace. The focus lies especially on urban in-between spaces, micro spaces that can be transformed into micro workstations by personal appropriation. Locations in different scales like alleys, niches, stair platforms, green areas or open squares in Vienna and Linz were selected, observed and personally tested in field studies by the author. According to different needs of individual working situations, a certain mindset was explored and a guide was developed that helps to translate personal needs into existing spatial structures of the city. The goal is to develop a hybrid structure that offers temporary infrastructure for mobile working and makes the special qualities of urban places more usable and inspiring for personal workflow. The public space is seen not only as complex physical setting, but as a social and interactive part of a self-designed working routine. The city becomes a personal, flexible work space – shaped by movement, atmosphere, encounters and spatial diversity.
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Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers