Profe, J. F. D. (2025). Ungelegenheiten banaler Alltagswelten : Poesie einer Vereinzelung [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.112112
Deconstruction; Entanglement; Everyday life; Imagination; Inconveniences; Separation; Medium; Perception; Walk
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Abstract:
In der Selbstverständlichkeit der Alltäglichkeit lebt ein Vorstellungsvakuum – eine Verfangenschaft aus Impulsen, Reflexen und Erwartungshaltungen, die Räume zu Kulissen degradiert, Komplexität verschleiert und den kreativen Geist kastriert.Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinzelung als Gegenentwurf zu dieser Verfangenschaft.Entlang eines Spaziergangs durch Wiens Alltagswelten und verschiedener Gedankenräume wird die Vereinzelung als Form einer gedachten Separation entfaltet. Der Spaziergang fungiert dabei als niederschwelliges, strukturierendes Narrativ für die alltägliche Begegnung mit der Umwelt.Zentrales Element ist das Konzept der Ungelegenheiten:subtile, dekonstruktive Momente, die die Konstruiertheit des Gewohnten sichtbar machen und spekulative Perspektiven eröffnen.Die Arbeit demonstriert das Potenzial der Vereinzelung, Zwischenräume als Projektionsräume für entwerfendes Denken und Imaginieren zu etablieren.Dies wird anhand von subjektiven Beobachtungen, theoretischen Reflexionen und assoziativen Bildern aufgezeigt. Hierdurch werden alternative Formen der Wahrnehmung und des Umgangs mitgebauten und gedachten Räumen erfahrbar.Diese dekonstruktive Verunselbstständlichung des Selbstverständlichen impliziert die Verlernung des Gelernten, also das aktive Vergessen gewachsener und konstruierter Perspektiven sowie ein selbstständiges Umdenken/Andersdenken, also das Finden/Erfinden anderer Facetten undSpektren, also eines eigenen Zugangs zu den Dingen und Umständen.Die Arbeit positioniert sich somit an der Schnittstelle architektonischer, theoretischer und gestalterischer Disziplinen und erö!net Impulse, alltägliche Wahrnehmungen kritisch zu befragen und eigene Zugänge zur gebauten und gedachten Umwelt zu entwickeln.
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Within the banality of everyday life there dwells a vacuum of imagination – a di!use mode of entanglement shaped by impulses and reflexes, of ingrained expectations and numbing routines that reduces our environments to mere backdrops, obscures complexity, and castrates thecreative spirit.This thesis explores separation as a counter-concept to such entanglement.Unfolded along a walk through Vienna’s everyday worlds and through parallel realms of thought, separation is framed as a form of conceptual separation. The act of walking functions as a low-threshold, structuring narrative for daily encounters with the environment. Central to thisapproach is the concept of inconveniences:subtle, deconstructive moments within the everyday fabric that render the constructed nature of the familiar visible/known and open up speculative perspectives.Through subjective observations, theoretical reflections, and associative imagery, the thesis demonstrates the potential of separation to establish interstitial spaces as projection fields for projective thinking and imagining. In doing so, it reveals alternative forms of perceiving and engaging with both built and imagined environments.This deconstructive destabilisation of the mundane/banale entails the unlearning of what has been learned—an active forgetting of ingrained and constructed perspectives—and the development of autonomous modes of rethinking and thinking otherwise.Thus, the thesis situates itself at the intersection of architectural, theoretical, and design disciplines, o!ering impulses to critically question everyday perceptions and to cultivate personal approaches to the built and conceived world.