Rettenegger, C. S. (2025). Routennutzung und Radfahrtypen im Kontext der Seestadt Aspern – Eine empirische Analyse auf Basis von GPS-Daten [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136125
Vor dem Hintergrund wachsender ökologischer und verkehrlicher Herausforderungen rückt die aktive Mobilität und somit der Radverkehr zunehmend in den Fokus einer nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung. Besonders in wachsenden Stadtentwicklungsgebieten wie der Seestadt Aspern stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingungen und Nutzungsmuster den Radverkehr prägen und wie dieser gezielt gefördert werden kann. Die vorliegende Arbeit untersucht den Radverkehr im Kontext der Seestadt Aspern anhand einer empirischen Datenanalyse, welche sowohl räumliche (mittels QGIS) als auch statistische (mittels SPSS) Auswertungen umfasst. (Rad-)Mobilitätsverhalten und raumstrukturelle Rahmenbedingungen werden untersucht und verschiedene Radfahrtypen charakterisiert und analysiert. Es lassen sich drei Radfahrtypen identifizieren: nicht-Radfahrende, wenig-Radfahrende und viel-Radfahrende. Die Ergebnisse zeigen einen hohen Anteil an Fußwegen sowie eine starke Nutzung des öffentlichen Verkehrs, eine hohe Fahrradverfügbarkeit und gleichzeitig geringe Pkw- Verfügbarkeit im Vergleich zu weiteren untersuchten räumlichen Ebenen. Die Seestadt bietet eine insgesamt hohen Ausbaustandard an Radverkehrsinfrastruktur. Viel-Radfahrende integrieren das Fahrrad stark in ihre Alltagsmobilität, legen längere Distanzen zurück und nutzen gezielter Radverkehrsanlagen. Einschränkend für den Radverkehr wirken die raumstrukturellen Rahmenbedingungen im übergeordneten Stadtraum der Donaustadt, sowie aufgrund der räumlichen Lage der Seestadt Aspern die langen Distanzen zu ausgewählten POI. Es zeigt sich, dass viele alltagrelevanten Ziele außerhalb des Potenzialbereichs des Fahrrads liegen, was die Nutzung des Fahrrads limitiert, und seine Rolle als primäres Verkehrsmittel einschränkt. Auf Grundlage dieser Befunde erweisen sich sowohl die Integration des Fahrrads in den ÖV als auch die Nutzung von E-Bikes als mögliche Potenziale hinsichtlich der Förderung des Radverkehrs in der Alltagsmobilität im Kontext der Seestadt. Persönliche Motive, Bedürfnisse und Hemmschwellen in Bezug auf die Radnutzung könnten besser verstanden werden, wenn diese subjektiven Variablen ebenfalls erhoben werden würden. Auf Basis dieser Informationen könnten auch Radfahrtypen differenzierter abgebildet werden und verkehrsplanerische Maßnahmen noch zielgruppenspezifischer gestaltet werden.
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Given the growing environmental and transport-related challenges, active mobility and thus bicycle traffic are increasingly becoming the focus of sustainable urban mobility planning. Particularly in new urban development districts such as Seestadt Aspern, the question arises as to which framework conditions and usage patterns shape bicycle traffic and how it can be specifically promoted. This study examines cycling in the context of Seestadt Aspern using empirical data analysis, which includes both spatial (using QGIS) and statistical (using SPSS) evaluations. Mobility behavior and spatial structural conditions are examined and different types of cyclists are characterized and analyzed. Three types of cyclists can be identified: non-cyclists, infrequent-cyclists and frequent-cyclists. The results show a high proportion of walking and frequent use of public transport, high bicycle availability and at the same time low car availability compared to other spatial levels examined. Seestadt offers a high standard of cycling infrastructure overall. Frequent cyclists integrate cycling heavily into their everyday mobility, cover longer distances and make more targeted use of cycling facilities. The spatial conditions in the wider urban area of Donaustadt, as well as the long distances to selected points of interest due to the location of Seestadt Aspern, have a restrictive effect on bicycle traffic. It is apparent that many everyday destinations are outside the potential range of the bicycle, which limits its use and restricts its role as a primary means of transport. Based on these findings, both the integration of bicycles into public transport and the use of e-bikes prove to be potential ways of promoting bicycle traffic in everyday mobility in the context of Seestadt. Personal motives, needs and barriers to bicycle use could be better understood if these subjective variables were also surveyed. Based on this information, bicycle types could also be mapped in a more differentiated way and transport planning measures could be designed to be even more targeted and group-specific.
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