Kokla, D. H. (2025). (re)frame : adaptive regeneration strategies for Athens’ concrete skeletons [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.125950
Athens; Catalogue; Building Typology; Urban Development; Reuse
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Abstract:
Die Stadt Athen ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Einst für ihre reiche Geschichte und ihr kulturelles Erbe gefeiert, zeichnet sie sich heute aus ganz anderen Gründen aus: ihrer fragmentierten und widersprüchlichen Stadtstruktur. Jahrzehnte politischer Instabilität, wirtschaftlicher Turbulenzen und gesellschaftlicher Umbrüche haben eine Stadt geprägt, die auf seltsame Weise von ihrer gloriosen Vergangenheit entkoppelt scheint. Überall im Stadtbild erheben sich unvollendete Betonbauten - stille Zeugen unterbrochener Ambitionen und wiederkehrender Krisen. Sie stehen im scharfem Kontrast zu den antiken Monumenten der Stadt, sind aber selbst auch Monumente. Auch sie erzählen Geschichten ihrer Zeit. Sie erzählen nicht von Triumphen, sondern von den Herausforderungen, die folgten: Bauverzögerungen oder -abbrüchen, wirtschaftlicher Zusammenbruch, soziale und städtebauliche Vernachlässigung. Sie sind Zeugnisse aller sozialen, politischen und wirtschaftlichen Phasen, die die moderne griechische Geschichte definiert haben. Von der Zeit verwittert, bleiben diese ‘‘urbanen Skelette’’ zwischen Verfall und Potenzial hängen, während neue Gebäude weiter aus dem Boden schießen und jede verbleibende Lücke im ohnehin schon dichten Stadtbild füllen. Doch inmitten dieses ständigen Wachstums scheinen sie still darauf zu warten, wieder wahrgenommen zu werden, einen neuen Zweck zu erhalten. Diese Arbeit versucht, sie wieder in den Fokus zu rücken: erstens durch die Untersuchung der geopolitischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, die zu ihrer Entstehung geführt haben, und zweitens durch den Vorschlag von Strategien für ihre adaptive Wiederverwendung. Neben der architektonischen Erneuerung befasst sich die Arbeit mit ebenso wichtigen Themen wie Nachhaltigkeit, sozialer Inklusion und urbaner Gleichberechtigung in einer Stadt, in der die menschliche Dimension angesichts neuer Expansionsvorhaben und alter Vernachlässigung oft verloren geht. Es ist ein Versuch, mit dem zu arbeiten, was bereits vorhanden ist. Um die ruhenden Strukturen, die das heutige Athen prägen, (wieder) zu verwenden, neu zu interpretieren und letztendlich mit Leben zu füllen.
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The city of Athens is unique in many ways. Once celebrated for its rich history and cultural heritage, it now stands out for rather different reasons: its fragmented and contradictory urban form. Decades of political instability, economic turbulence and shifting social realities have shaped a city that is strangely disconnected from its glorious past. Across the Athenian landscape, unfinished concrete structures rise, repeatedly, as silent witnesses of interrupted ambitions and recurring crises. They form a great contrast to the city’s ancient monuments, yet they too are monuments in their own right. They too tell stories of their times. They speak not of triumph, but of the struggles that followed: construction delays or terminations, economic collapse, social and urban neglect. They act as testaments to all the social, political and economic phases that defined modern Greek history. Weathered by time, these ‘‘urban skeletons’’ remain suspended between abandonment and potential, while new buildings continue to rise, filling every remaining gap of the city’s already dense landscape. Yet, amid this constant growth, they seem to wait quietly to be noticed again, to be given a new purpose. This thesis seeks to bring them back into focus: first, by examining the geopolitical, social and economic conditions that led to their creation, and second, by proposing strategies for their adaptive reuse. Besides architectural regeneration, the focus touches upon equally important topics, such as sustainability, social inclusion and urban equality, in a city where the human scale often feels lost amid new expansion and old neglect. It is an attempt to work with what already exists. To (re)use, reinterpret, and ultimately, to bring life to the dormant structures that define contemporary Athens.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers