Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Faszination für das Tageslicht als aktives Medium in Kunst und Architektur. Der Entwurf eines temporären Ausstellungshauses entsteht als Antwort auf die wachsende Bedeutung von immersiven und interaktiven Kunsträumen, in denen Besucher_innen nicht nur beobachten, sondern Teil der räumlichen Erfahrung werden. Das Projekt ist inspiriert von Künstler_innen, deren Werke den Raum durch Licht, Farbe und Reflexion verwandeln und so Erfahrungen schaffen, die zur aktiven Teilnahme einladen. Daniel Buren untersucht Farbe als Struktur und projiziert sie mit Glas und Fläche in den Raum, während Larry Bell Transparenz und Reflexion erforscht und damit die Grenze zwischen Innen und Außen auflöst. James Turrell macht Licht als Präsenz erfahrbar, indem er seine Bewegung und Zeitlichkeit innerhalb der Architektur sichtbar macht, während Liz West chromatische Intensität verstärkt und Räume mit einem strahlenden,atmosphärischen Leuchten erfüllt. Chris Wood arbeitet mit Brechung und dynamischen Mustern, die das Tageslicht in wechselnde Farben zerstreuen, und Soo Sunny Park erschafft Lichtgitter der Wahrnehmung, in denen Material und Spektrum in einem fließenden Raum verschmelzen. Gemeinsam zeigen diese Künstlerinnen das Potenzial des Lichts als sowohl Material wie auch Thema der Kunst. Ihre Arbeiten verdeutlichen, wie Farbe, Transparenz und Reflexion die Architektur neu formen und Atmosphären erzeugen können, die sich mit der Tageszeit und der Bewegung der Betrachterinnen verändern. Aufbauend auf diesen Ansätzen entwickelt diese Arbeit ein Ausstellungshaus, in dem das Tageslicht selbst zum zentralen Element des kuratorischen Konzepts wird. Es ist temporär angelegt und zeigt im Rhythmus von drei Jahren wechselnde Ausstellungen. So betont das Kunsthaus die Vergänglichkeit des Lichts und bietet zugleich ein immersives, partizipatives Erlebnis für ein zeitgenössisches Publikum. Aus architektonischer Perspektive geht es in dieser Arbeit nicht nur um die Präsentation von Lichtkunstwerken, sondern um die Gestaltung eines Gebäudes, das sie unterstützt. Durch die Auseinandersetzung mit den spezifischen Anforderungen der einzelnen Künstler_innen entstehen unterschiedliche Öffnungen, die es dem Tageslicht ermöglichen, auf direkte Weise in ihre Kunstwerke einzuwirken. So wird die Architektur zu einem aktiven Rahmen, der sorgfältig geformt ist, um die Entfaltung der Kunst vollständig zu ermöglichen.
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The starting point of this thesis is the fascination with daylight as an active medium in art and architecture. The design of a temporary exhibition house is developed as a response to the growing importance of immersive and interactive art spaces, where visitors do not merely observe but become part of the spatial experience. The project is inspired by artists whose works transform space through light, color, and reflection, creating experiences that invite participation rather than passive observation. Daniel Buren explores color as structure, projecting it into space through glass and surface, while Larry Bell investigates transparency and reflection, dissolving the boundary between inside and outside. James Turrell reveals light as presence, shaping its movement and temporality within architecture, whereas Liz West amplifies chromatic intensity,filling rooms with a radiant, atmospheric glow. Chris Wood works with refraction and dynamic patterns, scattering daylight into shifting colors, and Soo Sunny Park creates light-grids of perception, where material and spectrum intertwine in fluid space. Together, these artists demonstrate the potential of light as both material and subject of art. Their works reveal how color, transparency, and reflection can reshape architecture and generate atmospheres that change with the time of day and the movement of the viewer. Building on these approaches, this thesis proposes an exhibition house in which daylight itself becomes the central element of the curatorial concept. Temporary in nature and hosting rotating exhibitions every three years, the Kunsthaus emphasizes the ephemerality of light while offering an immersive, participatory experience for a contemporary audience. From an architectural perspective, this thesis is not only about presenting works of light art, but about designing a building that supports them. By studying the specific needs of each artist, the design develops different types of openings northern façades, skylights, and precise placements so that daylight enters in ways that respond directly to their art works. In this way, the architecture becomes an active framework, carefully shaped to provide the conditions in which the art can fully unfold.