Steinbacher, S.-J. (2025). Das Mauhaus : alles tauscht sich aus und bleibt wie es war [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.107460
Umnutzung; Wohnheim; Werner Wirsing; Hermann Mau; München
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Adaptive Reuse; Dormitory; Werner Wirsing; Hermann Mau; Munich
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Abstract:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem von Werner Wirsing realisierten, selbstverwalteten Wohnheim am Massmannplatz und untersucht dessen Potentiale im Rahmen einer geplanten Sanierung. Ziel der Arbeit „Alles tauscht sich aus und bleibt wie es war“ ist es, einen Ort zu schaffen, wo soziale Strukturen im Sinne der Gemeinschaft erhalten, weiter ausgebaut und optimiert werden. Dazu gehört der Erhalt und die Stärkung des Austauschs in der Gesellschaft bzw. der Bildung, dem Grundstein einer Demokratie.Diese Idee soll sich auch im Namen der Arbeit widerspiegeln. Der Titel basiert auf dem Jubiläumsbuch “Alles ändert sich und bleibt wie es war” zum 50-jährigen Jubiläum des Wohnheims des ehemaligen Mitbewohners Hermann Weiß. Der neue Titel gründet auf dem Vergangenen, um die Ursprungsidee des Baus als Begegnungsort bzw. Lebensort zu bewahren und darauf aufbauend Raum für zukunftsorientierte Projekte zu schaffen, die das Massmann, wie es von den Bewohnenden genannt wird, und eine funktionierende Gesellschaft mit einem Treffpunkt erhalten und bereichern.Aus der Wohnungsnot und zur Stärkung der Demokratie schuf Werner Wirsing (1919-2017) - damals noch als Architekturstudent - mit dem Wohnheim am Maßmannplatz, errichtet 1948-1951 gemeinsam mit Grete Wirsing (1921-2009), ein Beispielprojekt für Studentenwohnheime im städtebaulichen Kontext, woraus sich eine ganze Reihe weiterer Wohnheime in Deutschland entwickelte und auch errichtet wurden.In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wollte man mit dem Wiederaufbau in Deutschland der NS-Diktatur entgegenwirken und für die Jugendlichen das Verständnis für Demokratie stärken und damit auch für "das Neue bauen". Das Wohnheim entstand 1948 auch aus diesem Gedanken heraus. In der Zeit des Wiederaufbaus wurden somit Projekte zur Förderung der Demokratie durch die Regierung der USA im Rahmen des “Marshallplans” finanziert. Darunter auch das Wohnheim am Maßmannplatz, welches von dem damaligen Architekturstudenten Werner und Grete Wirsing realisiert wurde. Gerade in dem Zeitraum nach dem Nationalsozialismus versuchte man in vielerlei Hinsicht herkömmliche, bis dato regimetreue Vorgehensweisen aufzubrechen und Prozesse neu zu denken. In diesem Fall “sollte nicht wieder die alte Kluft zwischen Akademikern und Arbeitern aufbrechen” hieß es damals von dem Begründer des Wohnheims und Direktor des Instituts für Nationalsozialistische (heute: Zeitgenössische) Geschichte (1951/52) Doz. Dr. Hermann Mau (1913-1952).Er beschäftigte sich schon länger mit der Idee, Studierende und “Jugendarbeiter” bzw. Auszubildende gemeinsam wohnen zu lassen und ein Zusammenleben zu schaffen. Dabei wurden ihm auf Anfrage beim damaligen Rektor (1946/47) der Technischen Hochschule München (heute: Technische Universität München), Prof. Robert Vorhoelzer, die Entwürfe des jungen Studenten Werner Wirsing empfohlen, welche im Rahmen einer Studie während eines Urlaubssemesters aus der Wohnungsnot heraus entstanden waren, und kurz darauf als Semesterprojekt für sein Studium von Prof. Vorhoelzer anerkannt wurden.Das Zusammenwohnen brachte jedoch nicht den geplanten Erfolg, da die Lebensrhythmen im Alltag zwischen den beiden Gruppen zu unterschiedlich waren. Daher wackelte das “Sozialexperiment” schon und war mit den Bedingungen des Sanierungskredites der Obersten Baubehörde München in den 90ern endgültig gescheitert. Diese Bedingungen, die von der Behörde an den Kredit für die Sanierung geknüpft wurden, lauteten, dass nach der Sanierung nur noch Studierende staatlicher Hochschulen dort wohnen sollten. Aufgrund der Vorgeschichte soll hier nun die Idee gemeinsamer Projekte verfolgt werden, die für gemeinschaftliche Realisierungen wesentlich bessere Chancen bieten als die Idee des Zusammenlebens im Wohnheim aufgrund zu unterschiedlicher Lebensrhythmen.Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „MAUHAUS - Alles tauscht sich aus und bleibt wie es war“, ist eine Kombination aus “Mau” und “Bauhaus” und greift den ursprünglichen Gedanken des Gründers Doz. Dr. Hermann Mau (1913-1952) des Wohnheims am Maßmannplatz auf. Sie entwickelt einen neuen Ansatz der Ko-Kreation zwischen Studierenden und Auszubildenden in Form eines Begegnungsortes mit Co-Working-Bereichen, Werkstätten, einer Bibliothek und einem Veranstaltungsraum. Der Titel basiert ebenso auf dem ursprünglichen Konzept der “Reformschule” Bauhaus, womit damals ein Ort geschaffen wurde, wo interdisziplinär die Bereiche Architektur, Plastik, Malerei und Handwerk Ideen und Konzepte zu einem Einheitskunstwerk kreieren konnten. Das Bauhaus hatte sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, gegenüber der industriellen Massenproduktion Qualität und Ästhetik zu sichern, sondern war darüber hinaus auch über das Handwerk und die Freude daran, gemeinschaftlich etwas zu erschaffen, von gesellschaftspolitischer und sozialer Bedeutung. Man wollte zusätzlich eine neue, bessere und befreite bzw. unvoreingenommene Gemeinschaft damit erzeugen.Der geplante Ansatz des MAUHAUS soll daher nicht nur die Qualität der jeweiligen Ausbildung oder des jeweiligen Studiums sichern, sondern auch gesellschaftspolitisch wirken bzw. den Austausch zwischen den beiden Gruppen fördern, eine Plattform für gemeinsames Lernen und Projekte schaffen sowie Chancengleichheit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken.
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This work deals with the self-managed dormitory at Maßmannplatz, built by Werner Wirsing, and examines its potential in the context of a planned renovation. The aim of the work “Everything exchanges and remains as it was” is to create a place where social structures are preserved, further developed and optimized in the spirit of the community. This includes maintaining and strengthening exchange in society and education, the cornerstone of a democracy. That idea should also be reflected in the name of the work. The title is based on the anniversary book “Everything changes and remains as it was” for the 50th anniversary of the dormitory by former resident Hermann Weiß. The new title is based on the past in order to preserve the original idea of the building as a meeting place or place to live and, based on this, to create space for future-oriented projects that preserve and enrich the Massmann dormitory and a functioning society with a meeting place.In response to the housing shortage and to strengthen democracy, Werner Wirsing (1919-2017) - then still an architecture student - created the dormitory at Maßmannplatz, built between 1948 and 1951 with Grete Wirsing, an exemplary project for student dormitories in an urban development context, from which a whole series of other dormitories developed or were built in Germany.In the period after the Second World War, the reconstruction in Germany was intended to counteract the Nazi dictatorship and to strengthen young people's understanding of democracy and thus also of "Neues Bauen". The dormitory was built in 1948 with this idea in mind. During the reconstruction period, projects to promote democracy were financed by the US government as part of the "Marshall Plan". This included the dormitory at Maßmannplatz, which was built by the at that time studying architecture student Werner and Grete Wirsing.Especially in the period after National Socialism, attempts were made in many respects to rethink new approaches to conventional, previously regime-loyal procedures and to rethink processes. In this case, “the old gap between academics and workers should not open up again,” said the founder of the dormitory and director of the Institute for National Socialist History (now: Contemporary) (1951/52), Doz. Dr. Hermann Mau (1913-1952).He had been thinking for some time about letting students and trainees live together and create a coexistence. When he asked the then Rector 1946/47 of the Technical University of Munich (now: Technical University of Munich), Prof. Robert Vorhölzer (1884-1954), he was recommended the designs of the young student Werner Wirsing, which were created as part of a study during a semester off due to the housing shortage and were shortly afterwards recognized as a semester project for his studies by Prof. Vorhölzer.However, living together did not bring the planned success, as the rhythms of everyday life between the two groups were too different. As a result, the "social experiment" was already shaky and finally failed in the 1990s due to the conditions of the renovation loan from the Supreme Building Authority in Munich. The conditions, which the authority attached to the loan for the renovation, were that after the renovation, only students from state universities would be allowed to live there.The present work entitled "MAUHAUS - Everything exchanges and stays as it was" is a combination of "Mau" and "Bauhaus" and takes up the original idea of the founder of the dormitory at Maßmannplatz, Doz. Dr. Hermann Mau (1913-1952), and develops a new approach to co-creation between students and trainees in the form of a meeting place with co-working areas, workshops, a library and an event room.The title is also based on the original concept of the "reform school" Bauhaus, which at the time created a place where the areas of architecture, sculpture, painting and crafts could create ideas and concepts for a unified work of art in an interdisciplinary manner. The Bauhaus not only set itself the task of ensuring quality and aesthetics in the face of industrial mass production. It was also of socio-political and social importance through craftsmanship and the joy of creating something together. The aim was as well to create a new, better and liberated/unbiased community.The planned approach of the MAUHAUS should therefore not only ensure the quality of the respective training/study, but also have a socio-political impact and promote exchange between the two groups, create a platform for joint learning and projects, and strengthen equal opportunities and cohesion in society.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers