Zenz, M. (2025). Neuerrichtung der Grünburger Hütte - Architektur für eine Zukunft ohne Pächter:in [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.122805
Schon seit jeher gelten die Alpen als einer der bedeutendsten Natur- und Erholungsräume in Österreich, doch erst seit dem 19. und 20. Jahrhundert sind diese Alpinräume durch die immer fortschreitende infrastrukturelle Erschließung auch als wichtiger Durchgangsraum wahrzunehmen. Einer der Hauptbestandteile dieser alpinen Infrastruktur stellen dabei die Schutzhütten dar. Schnell erkannte man den Bedarf für den Schutz vor Unwettern und die Möglichkeit Verpflegung anzubieten, weshalb seither rund 1000 Schutzhütten in den österreichischen Alpen errichtet wurden, welche heute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen. Auch wenn die Nachfrage an einem weiteren Ausbau der Infrastruktur seit den letzten Jahren immer weiter steigt, ist das Anliegen die Natur vor einem Übertourismus zu schützen durchaus wichtiger. Daher gelten die österreichischen Alpen als nahezu fertig erschlossen. Nur in den seltensten Fällen werden von Grund auf neue Wege und Schutzhütten errichtet. Stattdessen setzt man viel mehr auf die Erhaltung und Sanierung jener. Hütten, die aus wirtschaftlicher oder technischer Sicht nicht mehr erhaltenswert sind, werden durch einen sogenannten Ersatzbau erneuert. Dabei wird das Bestandsgebäude abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Die theoretische Annäherung an die Entwurfsarbeit erfolgt von der Entwicklung des alpinen Schutzhüttenbaus über eine Analyse von Referenzbauten. Essenziell für die Konzeptentwicklung werden auch Themen wie Umwelteinwirkungen, besondere Herausforderungen, Ökologie und Ökonomie in den theoretischen Teil der Arbeit mit aufgenommen. Ein weiterer Teil der Arbeit befasst sich mit der Frage der Bewirtschaftung und welche Alternativen es zur konventionellen Form der Bewirtschaftung durch Pächter:innen gibt, für den immer häufiger auftretenden Fall, dass keine Pächter:innen gefunden werden können und Hütten deshalb geschlossen werden müssen. Die theoretische Vorarbeit dient als Grundlage für den Entwurf eines Ersatzbaues einer Schutzhütte des ÖAV, welche im Besitz der Sektion Grünburg ist und von dieser auch verwaltet wird. Die Grundidee ist, einen ähnlich großen Ersatzbau, bevorzugt in Holzbauweise, zu schaffen, welcher ohne Pächter:innen bewirtschaftet wird, im Notfall autark funktioniert und sich einerseits auf eine nachhaltige Weise und andererseits kontextbezogen in den alpinen Raum einfügt. Bei all diesen Punkten wird jedoch nach wie vor der Gedanke der traditionellen Schutzhütte gewahrt. Die bestehende Hütte verfügt bereits über eine vollständig ausgebaute Infrastruktur und ist durch einen Forstweg, mehrere Wanderwege und Mountainbike-Strecken erschlossen. Durch die kurze Aufstiegszeit handelt es sich bei der Nutzergruppe hauptsächlich um Tagesgäste, welche bei der bewirtschafteten Hütte einkehren, rasten und den Ausblick auf das oberösterreichische Voralpenland genießen. Da das Prinzip der alternativen Bewirtschaftungsform bisher nur in bestehenden Schutzhütten umgesetzt wurde, soll der Entwurf eine Art Prototyp darstellen, wie die Architektur auf diese Form mit einen Neubau reagieren kann.
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The Alps have always been regarded as one of the most important natural and recreational areas in Austria, but it is only since the 19th and 20th centuries that these Alpine regions have also been recognised as an important transit area due to the everincreasing development of infrastructure. One of the main components of this alpine infrastructure are the mountain huts. The need for protection from storms and the possibility of offering catering was quickly recognised, which is why around 1000 mountain huts have since been built in the Austrian Alps, which today represent an important economic factor. Even if the demand for further expansion of the infrastructure has continued to rise in recent years, the concern to protect nature from overtourism is certainly more important. This is why the Austrian Alps are considered to be almost fully developed. Only in the rarest of cases are new paths and mountain huts built from scratch. Instead, the focus is much more on maintaining and renovating those that have been built. Huts that are no longer worth preserving from an economic or technical point of view are renovated with a socalled replacement building. This involves demolishing the existing building and replacing it with a new one. The theoretical approach to the design work is based on the development of alpine mountain hut construction and an analysis of reference buildings. Essential for the concept development, topics such as environmental impact, special challenges, ecology and economy are also included in the theoretical part of the work. Another part of the work deals with the question of management and what alternatives there are to the conventional form of management by tenants in the increasingly common case that no tenants can be found and huts therefore have to be closed. The theoretical preliminary work serves as the basis for the design of a replacement building for a refuge of the ÖAV, which is owned and managed by the Grünburg section. The basic idea is to create a similarly large replacement building, preferably in timber construction, which is managed without tenants, functions selfsufficiently in an emergency and fits into the alpine space in a sustainable way on the one hand and contextually on the other. However, the idea of the traditional mountain hut should still be preserved in all of these points. The existing hut already has a fully developed infrastructure and is accessible via a forest path, several hiking trails and mountain bike trails. Due to the short ascent time, the user group mainly consists of day visitors who stop off at the managed hut, rest and enjoy the view of the Upper Austrian Alpine foothills. As the principle of the alternative form of management has so far only been implemented in existing mountain huts, the design is intended to represent a kind of prototype of how architecture can respond to this form with a new building.
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