Hutter, L. J. M. (2025). Vom Baustein zur Stadt : ein systemischer Entwurfsansatz für urbane Wohnstrukturen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.135742
In den letzten Jahren ist die Bevölkerung vieler Metropolen stark gewachsen, was den Bedarf an Wohnraum, sozialer Infrastruktur und qualitätsvollen Freiräumen erhöht. Neben Quantität sind Vielfalt, Leistbarkeit und soziale Durchmischung zentrale Faktoren für ein lebenswertes urbanes Umfeld. Der Wohnbau wird damit zu einem Schlüsselthema zeitgenössischer Stadtentwicklung. Die Arbeit untersucht, wie modulare und serielle Methoden diesen Anforderungen gerecht werden können. Europäische Städte wie Berlin, Paris oder Wien zeigen Systeme mit klaren Parametern, die dennoch Raum für Vielfalt bieten. Aufbauend darauf werden modulare Prinzipien aus anderen Disziplinen – etwa Lego, Musik oder Möbelbau – analysiert, um zu zeigen, wie aus wenigen Elementen vielfältige Varianten entstehen können.Dabei wird betont, dass Architektur nicht nur standardisierte Bauteile hervorbringen darf: Die Identifikation der BewohnerInnen mit ihrem Wohnraum bleibt wesentlich. Aus den theoretischen Grundlagen wird ein flexibles Entwurfssystem entwickelt, das auf wiederholbaren, kombinierbaren Raumtypen basiert. Mit wenigen Modulen entstehen zahlreiche Typologien – von Punkthäusern über Hochhäuser bis zu Terrassen- und Laubenganghäusern. Unterschiedliche Verschneidungen und Höhenlagen demonstrieren die Anpassungsfähigkeit des Systems. Alle Typologien folgen einem klar definierten Grundmodul, das als verbindendes Element innerhalb der städtebaulichen Struktur fungiert. Durch gezielte Variation dreier Typen entsteht eine große räumliche Vielfalt. Serialität wird nicht als Wiederholung, sondern als Strategie verstanden, mit klaren Regeln komplexe, anpassbare Strukturen zu erzeugen. Ziel ist ein System, das NutzerInnen befähigt, aus wenigen definierten Elementen individuelle Gebäude zu konfigurieren – effizient, wandelbar und ortsunabhängig. So entsteht ein neuer architektonischer „Code“, der strukturelle Klarheit mit räumlicher Diversität verbindet.
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In recent years, the population of many metropolises has grown significantly, increasing the demand for housing, social infrastructure, and high-quality open spaces. Beyond quantity, diversity, affordability, and social mix are key factors for a livable urban environment. Housing thus becomes a central issue of contemporary urban development.This work explores how modular and serial methods in housing can address these challenges. European cities such as Berlin, Paris, and Vienna demonstrate systems with clear parameters that still allow for diversity. Building on this observation, the study examines modular principles from other disciplines—such as Lego, music, or furniture design—to show how a limited set of elements can generate a wide range of variations.At the same time, architecture must not be reduced to standardized components: residents’ identification with their living spaces remains essential.Based on these theoretical foundations, a flexible design system is developed, grounded in repeatable and combinable spatial units. With only a few modules, numerous typologies emerge—from point houses and high-rises to terrace and access-corridor buildings. Variations in height and base configurations illustrate the system’s adaptability.All typologies are derived from a clearly defined base module that serves as a connective element within the urban structure. Through deliberate variation of three basic types, a wide spatial diversity is achieved. Seriality here is not understood as mere repetition but as a design strategy to generate complex, adaptable structures from a few well-defined elements.The goal is a system that enables users to configure individual buildings from a set of defined components—efficient, flexible, and site-independent. In doing so, a new architectural “code” emerges, combining structural clarity with spatial diversity.