Steiner, A. K. (2025). Die Spannung im Dazwischen : Architektur als Bühne [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.131763
Architektur zeigt sich als gebaute Hülle und ist zugleich Teil eines städtischen und sozialen Gefüges. Das Wesentliche entfaltet sich in der Beziehung des Menschen zum Raum. Diese beruht auf Wahrnehmung, Körperlichkeit und leiblicher Erfahrung, "einer Wechselwirkung zwischen den Menschen und den Dingen" Zumthor, 2006, 17. Es gilt, die Spannung in diesem Dazwischen spürbar werden zu lassen. In der Aufführung, im Theater als eine der ursprünglichsten Formen der Inszenierung von Mensch und Raum, öffnet sich dieses Resonanzfeld. Die Musik wird zum emotionalen Träger und unverzichtbaren Medium von Spannung und Entspannung. Anhand des Entwurfs einer neuen Bühne im Lusterboden der Wiener Staatsoper wird dieses Spannungsfeld räumlich artikuliert. Die Architektur ist nicht nur statische Hülle, sondern definiert sich selbst als Bühne. In ihr begegnen sich zeitliche Ebenen, Konstruktion und phänomenologische Raumqualitäten. Schwelle, Rhythmus, Zeitlichkeit und Atmosphäre bilden die Stimmen ihrer Partitur und sind Teil der räumlichen Komposition, die durch die leibliche Präsenz ganzheitlich erfahrbar wird.
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Architecture reveals itself as a constructed structure and simultaneously as part of an urban and social fabric.Its essence unfolds in the relationship between human and space. This relationship is grounded in perception, corporeality and embodied experience, "a reciprocal interaction between people and things" (Zumthor, 2006, 17). The aim is to make the tension within this in-between perceptible.In performance, in theatre as one of the most primordial forms of staging the relationship between human and space, this field of resonance opens up. Music becomes the emotional carrier and indispensable medium of tension and release.Based on the design of a new stage within the chandelier of the Vienna State Opera, this field of tension is articulated spatially. Architecture is not merely a static shell but defines itself as a stage. Within it, temporal layers, construction and phenomenological spatial qualities encounter one another. Transition, rhythm, temporality and atmosphere form the voices of its score and are part of a spatial composition that becomes fully tangible through embodied presence.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers