Kratzer, C. (2025). Die Wohnbauförderungsrichtlinien in Österreich : Ein vergleichender wirtschaftlicher Analyseansatz mit dem Fokus auf gemeinnützige Bauträger [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.137021
Die österreichische Wohnbauförderung ist ein wichtiges Instrument zur Schaffung leistbaren Wohnraums. Aufgrund der föderalen Struktur existieren somit neun unterschiedliche Landesregelungen, die sich in den wesentlichen Punkten teilweise erheblich unterscheiden. Für gemeinnützige Bauträger, die rund ein Drittel des Wohnungsbestandes in Österreich verwalten ergeben sich daraus große Herausforderungen aber auch große Chancen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Fördermodelle der neun Bundesländer systematisch zu vergleichen und die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Modelle übersichtlich darzustellen. Grundlage des Vergleiches sind die Landesgesetze, Richtlinien und Verordnungen und weitere landesspezifische Dokumente, die anhand einheitlicher Kriterien untersucht werden. Ergänzend wird eine praxisnahe Analyse vorgenommen, die anhand von Fallstudien unter Annahme realer Projektkalkulationen erstellt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Bundesländer zwar ähnliche Ziele verfolgen, dabei jedoch sehr unterschiedliche Wege gehen. Während einige Länder durch hohe Förderquoten und geringe Eigenmittelvorgaben attraktive Rahmenbedingungen schaffen, belasten andere Bundesländer die Bauträger mit hohen Eigenmittelquoten und herausfordernden Rückzahlungsmodalitäten. Für die Praxis bedeutet dies, dass die Standortwahl für den Bau neuer Wohnprojekte stark von den jeweiligen Förderkonditionen aber auch von der politischen Situation in den Bundesländern abhängt. Hohe Eigenmittelquoten mindern die Liquidität und erschweren es nicht nur den vergleichsweise kleinen gemeinnützigen Bauträgern ein Bauprojekt erfolgreich zu planen und auszuführen, während hohe Förderquoten in Kombination mit günstigen Konditionen die Umsetzung erleichtern. Insgesamt erschwert die Heterogenität der Fördermodelle eine transparente Vergleichbarkeit und führt zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Ländern. Diese Arbeit soll somit einen Beitrag zur ökonomischen Beurteilung der österreichischen Wohnbauförderung leisten und zeigt auf, dass eine stärkere Harmonisierung der Förderlogik sowohl für Bauträger als auch für die öffentliche Hand zu einem Effizienzgewinn und mehr Planungssicherheit beitragen könnte.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers