Nußbaumer, N. (2025). Denkmalschutz im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit : Chancen und Herausforderungen für die Immobilienprojektentwicklung [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136899
In dieser Masterarbeit wurde analysiert, wie Projekte mit denkmalgeschützten Immobilien im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit realisiert werden können. Da diese besonderen Herausforderungen unterliegen, wurden Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie diese Baudenkmäler unter Einhaltung denkmalrechtlicher Vorgaben nachhaltig entwickelt und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig saniert und verwertet werden können. Hierfür wurde zunächst eine theoreti- sche Basis erarbeitet, indem die Grundlagen des Denkmalschutzes, des nachhaltigen Bauens sowie der immobilienwirtschaftlichen Projektentwicklung hinsichtlich der Themenstellung ausgearbeitet wurden. Ergänzt wurde diese Analyse des Forschungsstands durch die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der bestehenden Förderinstrumente. Zudem wurden die gängigen Immobilien-Bewertungsverfahren skizziert, um ihre Einsetzbarkeit für Denkmal-Projekte aus theoretischer Sicht einzuschätzen. Anschließend wurde aus den Erkenntnissen der Theorie ein Interview-Leitfaden abgeleitet, mit dem sieben Experteninterviews durchgeführt und mit der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Empirisch konnte die Einschätzung gestärkt werden, dass die Sanierung von denkmalgeschützten Objekten zwar mit erhöhten Kosten, längeren Genehmigungsverfahren und planerischer Unsicherheit verbunden sind – ihnen jedoch gleichzeitig ein hoher ökologischer, gesellschaftlicher und materieller Wert innewohnt. Die Nachhaltigkeit wird in vielen Fällen durch den Erhalt bestehender Substanz, die Vermeidung neuer Bodenversiegelung sowie die Verwendung regionaler, naturnaher Materialien mit traditionellen Handwerkstechniken gewährleistet. Im Gesamtergebnis wurde dargelegt, dass wirtschaftliche und nachhaltige Aspekte durch eine objektspezifische, offene-kreative Herangehensweise, eine kooperativ-individuelle Genehmigungspraxis und gezielte Anreizsysteme in Einklang gebracht werden können. Ein Reformbedarf konnte hinsichtlich steuerlicher Rahmenbedingungen, institutioneller Abläufe und förderpolitischer Maßnahmen identifiziert werden. Mit praxisgerechten Empfehlungen und Checklisten konnte ein Beitrag zum Umgang mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Denkmalschutz, einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbegriff und der Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit dieser Immobilienprojekte geleistet werden.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers