Distel, P. (2025). Anforderungen an private Freiräume im Wiener Wohnbau: Typologien und Nutzerperspektiven im Vergleich [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136958
Die vorliegende Masterthese beschäftigt sich mit der Relevanz, Gestaltung und Nutzung wohnungsbezogener Freiflächen in Wien. Im Zentrum steht die Untersuchung der Freiraumtypen wie Balkon, Loggia, Terrasse, Dachterrasse und Eigengarten, insbesondere im Kontext unterschiedlicher Bauträgerformen (gemeinnützig/gewerblich), Förderbedingungen sowie Nutzungswünsche und -verhalten der Bewohner. Methodisch kombiniert die Arbeit eine umfassende Literatur und Gesetzesrecherche mit einer empirischen Umfrage unter Wiener Wohnhaushalten. Der theoretische Teil beleuchtet die historischen, rechtlichen sowie technischen Grundlagen von Freiflächen. Dabei wird deutlich, dass Freiräume nicht nur architektonische Gestaltungselemente sind, sondern auch zentrale Faktoren für Lebensqualität und Wohlbefinden darstellen. Die Bestandsanalyse, der zwischen 2018 und 2023 in Wien errichteten Neubauten zeigt deutlich, dass der wohnungsbezogene Freiraum bei aktuellen Projekten einen hohen Stellenwert einnimmt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Auswertung der quantitativen Umfrage die Erkenntnisse über Ausstattung, Zufriedenheit, Zahlungsbereitschaft und Nutzung offenbart. Wie bereits in der Bestandsanalyse, ist auch laut dem Umfrageergebnis der Balkon die am häufigsten verbaute Freiflächenart, während der bevorzugte Freiflächentyp mit 56,47 % die Dachterrasse ist. Die Umfrage belegt außerdem die gestiegene Bedeutung wohnungsbezogener Freiflächen seit der COVID-19-Pandemie. Eine Mehrheit der Befragten bewertet sie als essenziellen Bestandteil ihrer Wohnung. Aktuelle Neubauprojekte sowie die untersuchten Bestandsobjekte in der Bundeshauptstadt Wien bieten zwar überwiegend wohnungsbezogene Freiflächen, erfüllen jedoch die tatsächlichen Anforderungen der Nutzer hinsichtlich Qualität, Ausstattung und Eigenschaften wie beispielswiese Privatsphäre nur unzureichend. Besonders Kombinationen von Freiraumtypen und gut ausgestattete Freiflächen mit hoher Nutzbarkeit führen zu deutlich höherer Zufriedenheit, werden aber bislang kaum realisiert. Abschließend zeigt die Arbeit, dass der wohnungsbezogene Freiraum ein zentrales Qualitätsmerkmal modernen Wohnens ist, das in stadt- und wohnbaupolitischen Strategien, insbesondere im Hinblick auf Klimaanpassung, soziale Gleichstellung und urbane Lebensqualität stärker berücksichtigt werden sollte.
de
Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers